mini|Franz Ruben: Blick auf die Kirche Santa Maria Valverde auf der Insel Mazzorbo, Öl auf Leinwand, 44,5 × 60,5 cm, 1897archivelane. Santa Maria Valverde, auch della Valverde genannt, war ein Nonnenkloster auf der Insel Mazzorbo in der nördlichen Lagune von Venedig. Es war einer von elf Sakralbauten, die ursprünglich auf Mazzorbo standen, nämlich fünf Kirchen und sechs Klöster. Von seiner Gründung im Jahr 1281 bis 1302 zisterziensisch, blieb das Kloster bis zur Aufhebung durch Napoleon um 1806 benediktinisch. Teilweise bestand das Kloster noch 1837, der Glockenturm noch bis mindestens Ende des 19. Jahrhunderts.
Geschichte Das Kloster Santa Maria della Val Verde wurde 1281 begründet nach der Zisterzienserregel,Jutta Gisela Sperling: Convents and the Body Politic in Late Renaissance Venice, University of Chicago Press, 1999, Tabelle A3, S. 248. und erst später von Benediktinerinnen übernommen.
Nach Flaminio Corner kamen gegen Ende des 13. Jahrhunderts drei Nonnen, nämlich Margarita, die Oberin, Beatrice und Odorica aus dem Kloster Santa Caterina in Chioggia – wahrscheinlich, um den Unruhen und den Gefahren der Kriege zu entfliehen, wie Corner annimmt –, und fanden Zuflucht auf „Mazorbo“ bei den Zisterzienserinnen von S. Eufemia. Die drei Nonnen, auf der Suche nach einer strengeren Regel, erhielten vom zuständigen Bischof von Torcello, Egidio Gallucci (1259–1289), die Erlaubnis, auf einem unbebauten, einst geweihten Grundstück, das in der Pfarrei Santi Cosma e Damiano lag, ein neues Kloster unter dem Patrozinium Mariens und Leonhards des Bekenners zu errichten, um dem strengen Orden der Zisterzienser beizutreten. Der Bischof unterzeichnete die entsprechende Urkunde am 15. November 1281.
1302 wurde eine Ordensschwester namens Tommasa Morosini aus dem Benediktinerkloster Sant’Adriano Martire in Costanziaco Äbtissin. Sie starb im Jahr 1333. Ihr folgte eine Nonne aus der ebenso bedeutenden Familie Dandolo im Amt nach, die aus dem ebenfalls benediktinischen Kloster San Giovanni Evangelista auf Torcello stammte. Corner glaubt, die Nonnen seien zu dieser Zeit auf Anregung ihrer Äbtissin von der Zisterzienser- zur Benediktsregel übergegangen. Nebenbei vermerkt Corner, dass sich aus keinem Dokument entnehmen lasse, aus welchem Grund und wann das Kloster den Namen „Santa Maria della Valverde“ erhielt. Wie oft in seinem Werk über die Kirchen und Klöster Venedigs vermerkt der Autor die wichtigsten Reliquien des äußerlich ärmlichen Hauses, wie etwa ‚ein Stück des Holzes des Heiligen Kreuzes, das die Länge und Dicke eines menschlichen Fingers hat‘,„Porzione del Legno della SS. Croce di lunghezza, e grossezza d’ un dito umano“ heißt es dort auf S. 596. dann einige Knochen der Kinder, die von Herodes in Bethlehem ermordet wurden, und Knochen des hl. Leonhard, des Mitpatrons der Kirche. Hinzu kommen, wie er ausdrücklich aufführt, Reliquien des „Cornelius Pesaro“ (1533–1554), des Erzbischofs von Zadar, die man am 19. Mai 1539 in den Altar des Heiligen einarbeiten ließ.Flaminio Corner: Notizie storiche delle Chiese e Monasteri di Venezia, Padua 1758, S. 597.
Das Staatsarchiv liefert die genaue Lage des Klosters und ermöglicht es, die verschiedenen Räume und Nebengebäude zu identifizieren. Die Unterlagen des Patriarchatsarchivs geben an, dass die Kirche ein einziges Schiff mit einer erhöhten Hauptkapelle hatte. Erhalten ist ein Visitationsbericht des Jahres 1682 und einer von 1699.Archivio storico del Patriarcato di Venezia, Ms. 33/1678 (10 settembre 1682), Visita Pastorale del Vescovo J. Vianoli, Mi. 34/1698 (6 ottobre 1699), Visita Pastorale del Vescovo M. Giustiniani (abgedruckt bei Maurizia Vecchi: Chiese e monasteri medioevali scomparsi della laguna superiore di Venezia. Ricerche storico-archeologiche, L’Erma di Bretschneider, Rom o. J., S. 112 f. und 113 f).
Vom Kloster existierten nach einem Dokument des Jahres 1837 nur noch Teile, ebenso wie der Campanile.Maurizia Vecchi: Chiese e monasteri medioevali scomparsi della laguna superiore di Venezia. Ricerche storico-archeologiche, L’Erma di Bretschneider, Rom o. J., S. 116, Anm. 4. Abgerissen wurde es also endgültig erst nach 1837. Der Campanile stand noch Ende des 19. Jahrhunderts, wird allerdings in einer Publikation zu Glockentürmen in Venedig nicht erwähnt.Cesare Augusto Levi: I campanili di Venezia. Notizie storiche, Ferdinando Ongania, Venedig 1890.
Literatur Maurizia Vecchi: Chiese e monasteri medioevali scomparsi della laguna superiore di Venezia. Ricerche storico-archeologiche, L’Erma di Bretschneider, Rom o. J., S. 36. Flaminio Corner: Notizie storiche delle Chiese e Monasteri di Venezia, Padua 1758, S. 596 f. (Digitalisat)
Weblinks Enrico Comastri: La parte occidentale di Mazzorbo
Anmerkungen
Kategorie:Erbaut im 13. Jahrhundert Santa Maria Valverde Santa Maria Valverde Santa Maria Valverde Venedig Kategorie:Zisterzienserinnenkloster in Italien Kategorie:Benediktinerinnenkloster in Italien Kategorie:Zerstört im 19. Jahrhundert