Ludwig Joham (* 20. August 1876 in Theißenegg bei Wolfsberg; † vermutlich nach 1966) war ein österreichischer Beamter, Heimat- und Brauchtumsforscher sowie Mundartdichter und Autor.
Leben und Wirken Herkunft und frühe Laufbahn Ludwig Joham wurde am 20. August 1876 als Sohn des Bergbauern (Auszügler) und Bewirtschafters der Pichlerhube Ferdinand Joham (* 1850; † 1924)Sterbbuch Theißenegg, tom. V, fol. 137 (Faksimile), abgerufen am 7. September 2026 und dessen Ehefrau Helena (geborene Vallant) in Theißenegg bei Wolfsberg geboren und am folgenden Tag auf den Namen Ludwig getauft.Geburtsbuch Theißenegg, tom. VII, fol. 33 (Faksimile), abgerufen am 4. September 2026 Die Familie bewohnte zu diesem Zeitpunkt die besagte Hube auf der Adresse Vordertheißenegg Nr. 80. Sein Vater Ferdinand Joham vlg. Pichler war von 1876 bis 1888 und danach nochmal von 1894 bis 1897 Bürgermeister von Waldenstein-Theißenegg.Bürgermeister der Gemeinde Waldenstein-Theißenegg auf der offiziellen Webpräsenz des ÖKB Theißenegg, abgerufen am 7. September 2026 Seine Großeltern väterlicherseits waren der zum Zeitpunkt seiner Geburt bereits verstorbene Leonard Joham, der ebenfalls das Pichlergut bewirtschaftete, und dessen zu diesem Zeitpunkt ebenfalls bereits verstorbene Ehefrau Kunigund (geborene Kriegl). Die Großeltern mütterlicherseits waren Peter Vallant vlg. Vallantbauer am Kamp bei Frantschach-St. Gertraud, und dessen zu diesem Zeitpunkt bereits verstorbene Ehefrau Kunigund (geborene Klösch). Seine beiden Brüder Kilian und Leopold bekleideten später ebenfalls öffentliche Ämter; so gehörte der 1925 verstorbene Kilian über 20 Jahre lang dem Gemeinderat von Waldenstein an, während Leopold unter anderem als Finanzwachoberkommissär in Althofen tätig war.
Im Mai 1910 wurde er zum Kanzlisten ernannt und als solcher der Bezirkshauptmannschaft St. Veit zugeteilt. Zu diesem Zeitpunkt stand er im Rang eines Feldwebels des 7. Infanterie-Regiments. Rund drei Monate später wurde er von der BH St. Veit zur Landesregierung in Klagenfurt versetzt; ab 1912 wirkte er an der BH Hermagor. Im Juni 1913 wurde Joham, zu diesem Zeitpunkt k. k. Bezirkssekretär-Substitut, zum Oberschützenmeister des Schützenvereins für das mittlere Gailtal gewählt. Ebenfalls in diesem Jahre war er als Mitglied des Ortsausschusses bei der Enthüllung des in Hermagor zugegen. Weiters wurde er im November dieses Jahres vom k. k. Landespräsidenten Alfred Freiherr von Fries-Skene vom Kanzlisten der Landesregierung zum provisorischen Bezirkssekretär von Hermagor ernannt. Auch im Folgejahr 1914 wurde Joham zum Oberschützenmeister wiedergewählt. Mit 30. Juni 1914 wurde Joham vom provisorischen zum definitiven Bezirkssekretär ernannt.
Berufliche und öffentliche Tätigkeit Während des Ersten Weltkriegs diente Joham als Soldat im Heer und wurde im Jänner 1916 als Kompagniekommandant des freiwilligen Schützen-Regimentes Villach 2 der k.k. Landwehr mit dem Goldenen Verdienstkreuz am Bande der Tapferkeitsmedaille geehrt. Die Verleihung erfolgte im März 1916 im Gebäude der BH Hermagor. Im Oktober 1916 wurde ihm das Zivil-Verdienstkreuz 3. Klasse (Silbernes Verdienstkreuz mit der Krone) zuteil. In Hermagor gehörte er ab 1918 unter anderem dem Bezirksverein Hermagor des Österreichischen Militär-Witwen- und Waisenfonds und der Jugendfürsorge an, wobei er als Schriftführer fungierte. Vom Kärntner Landeshauptmann Arthur Lemisch wurde Joham im Oktober 1919 vom Bezirkssekretär zum Hilfsämterdirektionsadjunkten ernannt. Ebenfalls ab 1919 gehörte er einem Bürgerschulausschuss an, dessen Ziel es war, im Hauptort des Gailtales eine Bürgerschule zu errichten. Im Jänner 1920 war Joham Gründungsmitglied des Hermagorer Wirtschaftsverbandes der Festbesoldeten, dem er auch als Aufsichtsratsmitglied angehörte.
Spätestens im Juni 1921 – der genaue Zeitpunkt geht nicht hervor – war Joham zum Hilfsämterdirektor aufgestiegen. Auch in den 1920er und 1930er Jahren wurde Joham regelmäßig als Oberschützenmeister des Schützenvereins für das mittlere Gailtal wiedergewählt. Spätestens ab den 1920er Jahren fungierte er auch als Obmann des Ortsschulrates von Hermagor. Der am 21. März 1922 in das Genossenschaftsregister eingetragenen Gemeinnützigen Heimstätten-Siedlungsgenossenschaft in Hermagor, reg.Gen.m.b.H. stand Ludwig Joham als 1. Obmann vor. Bei der im März 1924 gegründeten Hermagorer Zweigstelle des Kärntner Jagdschutzvereines agierte Joham als Schriftführer des vorbereitenden Ausschusses und blieb auch nach der erfolgten Wahl als Schriftführer im Amt. Bei seiner Wiederwahl zum Obmann des Hermagorer Ortsschulrat im Herbst 1924 war Joham bereits zum Kanzlei-Oberdirektor aufgestiegen. Im Dezember 1925 wurde Joham zum Ehrenmitglied des Khevenhüller-(Siebener-)Bundes gewählt. Auch im Jagdschutzverein wurde der gebürtige Lavanttaler im Laufe der Jahre mehrmals wiedergewählt.
Im Frühjahr 1926 war er Mitglied eines Ausschusses, der die Errichtung eines Kriegerdenkmals für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Hermagorer zum Ziel hatte. Anfang des Jahres 1928 wurde Joham vom erneut amtierenden Landeshauptmann Arthur Lemisch zum Amtsoberrevidenten ernannt und zog im selben Jahr bei der Gemeinderatswahl als Mitglied der Wirtschaftspartei in den Gemeinderat von Hermagor ein. Im Herbst 1928 erfolgte die feierliche Eröffnung des Schulhauses, um dessen Bau sich Ludwig Joham jahrelang besonders verdient gemacht hatte. Zudem machte er sich auch um den am Neujahrstag 1930 eröffneten Eislaufplatz in Hermagor verdient. Vom damaligen österreichischen Bundeskanzler Johann Schober wurde Joham im Februar 1930 zum Amtssekretär der politischen Verwaltung in Kärnten ernannt. In seine Amtszeit als Obmann des Ortsschulrates fiel unter anderem auch die 1930 erfolgte Eröffnung der ländlichen Fortbildungsschule für Mädchen. Im Dezember 1930 wurde der Oberschützenmeister mit dem Bundesehrenzeichen des Österreichischen Bundesschützenverbandes ausgezeichnet. Rund um diese Zeit erfolgte auch seine Ernennung zum Landesschützenrat.
Anlässlich der Stadterhebung von Hermagor 1931 steuerte Joham mit dem vom Männerchor vorgetragenen Lied Mein Heimatort (vertont von Sepp Hackl vom Männergesangverein Hermagor) einen Liedtext aus eigener Feder bei. Nach fast zwei Jahrzehnten als Oberschützenmeister schied Joham im Jahr 1931 aus dem Verein aus, nachdem er aus Dienstrücksichten nach Spittal an der Drau versetzt worden war. Innerhalb des Landesschützenverbandes setzte sich Joham vor allem für die Jugend ein und fungierte als Referent des Jungschützenwesens. Auch im Khevenhüller-(Siebener-)Bund setzte sich der gebürtige Lavanttaler tatkräftig ein, war Obmann des vorbereitenden Ausschusses zur Gründung einer Ortsgruppe in Spittal und blieb auch nach der erfolgten Wahl als Obmann im Amt. In den folgenden Jahren kam es immer wieder zur Wiederwahl Johams. Mittlerweile 59-jährig wurde Ludwig Joham im Oktober 1935 von der Kärntner Landesregierung „bei der Bezirkshauptmannschaft Völkermarkt zum pragmatischen Staatsbediensten unter der Diensthoheit des Landes in der Verwendungsgruppe 3 bestellt und zum Landesamtswart in der IX. Dienstklasse ernannt“. Gegen Ende des Jahres 1937 stand Joham nach 40-jähriger Dienstzeit kurz vor dem Ruhestand, schied deshalb aus dem Spittaler Schützenverein und übersiedelte aus familiären Gründen nach Klagenfurt. Gleichzeitig wurde er zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt.
Heimat- und Brauchtumsforschung Bereits während seiner Dienstzeit war Joham neben seiner eigentlichen beruflichen Tätigkeit als Heimat- und Brauchtumsforscher aktiv. Diese Tätigkeiten intensivierten sich vor allem nach seiner Pensionierung, als er vor allem in den 1950er und 1960er Jahren einige Bücher herausbrachte – darunter auch Gedichtbände in Kärntner Mundart. Im Jahr 1948 zog Joham nach Hattendorf bei Wolfsberg und lebte hier im Haus Hattendorf Nr. 25. In ebendiesem Jahr steuerte er aus das Manuskript für eine Kärntner Heimatsendung mit dem Titel Von der Malta und der Lieser im Sendeprogramm der Sendergruppe Alpenland bei. Ab den späten 1940er Jahren zeigte er sich generell für den Text einiger Radiosendungsbeiträge der Sendegruppe Alpenland verantwortlich. Weiters veröffentlichte er historische Berichte in Zeitungen wie dem Lavantaler Boten. Unter anderem in den 1950er Jahren erschienene einige Lieder des Komponisten Rudolf Berger, bei denen unter anderem Ludwig Joham Texte beisteuerte.
Tod und Nachwirkung Sein genaues Todesdatum ist nicht bekannt. Noch 1966 veröffentlichte er im Alter von 90 Jahren ein Buch, weshalb davon auszugehen ist, dass er erst nach 1966 starb.
In der 1993 erschienene Publikation Das Paradies und seine Bewohner. Wolfsberger Geschichte & Geschichten. Eine Sammlung von Textfragmenten aus Zeitschriften, Büchern, Fremdenführern und wissenschaftlichen Arbeiten über Menschen, Kultur und Geschichte des Lavanttales von Armin Bardel sind zahlreiche Gedichte Johams sowie weitere Zeilen aus seinem 1958 veröffentlichten Buch Altes Volks- und Brauchtum im Lavanttal enthalten.Das Paradies auf der offiziellen Webpräsenz von Armin Bardel (pdf), abgerufen am 5. September 2026
Werke (Auswahl) Lovntol, mei Hamattol. Europäischer Verlag, Wien 1952. „Karntnarlond, mei Hamatlond“. Europäischer Verlag, Wien 1955. Altes Volks- und Brauchtum im Lavanttal. (Zeichnungen von Karl Frauwallner), Ernst Ploetz Druck- und Verlagshaus, Wolfsberg 1958. Schloß Waldenstein im Lavanttal in Kärnten. Ernst Ploetz Druck- und Verlagshaus, Wolfsberg 1960. Führer zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt Wolfsberg in Kärnten. Ernst Ploetz Druck- und Verlagshaus, Wolfsberg 1964. Kirchen, Kapellen, Bildstöcke des Lavanttales. Ernst Ploetz Druck- und Verlagshaus, Wolfsberg 1966.
Literatur
Weblinks
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