Magyar Rádió és Televízió Nonprofit Zrt. (MRT oder MRTV, ) ist der zukünftige öffentlich-rechtliche Rundfunk Ungarns. Er soll Ende Oktober 2026 als Nachfolger von Duna Média und MTVA seinen Betrieb aufnehmen.

Geschichte Vorgeschichte Nach ihrem Sieg bei der Parlamentswahl 2010 baute die neue Regierung der Fidesz unter Viktor Orbán die öffentlich-rechtlichen Medien in Ungarn umfassend um. Magyar Rádió (MR), Magyar Televízió (MT), der Auslandssender Duna und die staatliche Nachrichtenagentur Magyar Távirati Iroda (MTI) wurden 2011 zu gemeinnützigen Gesellschaften umgewandelt. Die Vermögenswerte, Immobilien, Archive und fast alle Mitarbeiter der vier Organisationen wurden an den neu gegründeten Fonds zur Förderung von Mediendiensten und zur Vermögensverwaltung (MTVA) übertragen. Dieser war fortan für die Produktion aller Sendungen und Inhalte der Sender verantwortlich. 2015 wurden MR, MT, Duna und MTI zu einem Unternehmen mit dem Namen Duna Média fusioniert, welches fortan alle öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehsender betrieb.

Gründung von Magyar Rádió és Televízió Mit dem Sieg der Tisza unter Führung von Péter Magyar bei der Parlamentswahl 2026 endete die Regierungszeit der Fidesz unter Viktor Orbán nach 16 Jahren. Magyar hatte im Wahlkampf den Rundfunk sowie dessen Führung kritisiert und die Berichterstattung mit „Propaganda nach nordkoreanischem Vorbild“ verglichen. Er kündigte an, MTVA zu schließen und das ungarische öffentlich-rechtliche Rundfunksystem reformieren zu wollen. Ein entsprechender Gesetzesentwurf „zur vollständigen Umgestaltung der öffentlichen Medien“ wurde bereits einen Monat nach der Regierungsübernahme der Tisza, am 23. Juni 2026, mit 145 Ja-Stimmen und 39 Nein-Stimmen im Ungarischen Parlament verabschiedet.

Mit der beschlossenen Reform werden MTVA und Duna Média zum neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanbieter Magyar Rádió és Televízió zusammengeschlossen, welcher für die Produktion und die Ausstrahlung aller Sendungen und Inhalte der Sender verantwortlich sein soll. Die Überwachung der Finanzierung des Rundfunks erfolgt über einen neu eingerichteten unabhängigen neunköpfigen Medienrat, in dem zu gleichen Teilen Regierung, Opposition und Zivilgesellschaft vertreten sind. Die Nachrichtenagentur MTI soll wieder als eigenständige Organisation ausgegliedert werden.

Die Gesetzesänderung trat am 27. Juni in Kraft; sie sieht eine Übergangsphase der Reform vor, die spätestens am 26. Oktober abgeschlossen sein soll. Während dieser entließ die Regierung das bisherige Führungspersonal von MTVA und Duna Média und setzte einen interimistischen Direktor ein, der den Übergang verantwortet. Die künftige Führung von Magyar Rádió és Televízió soll im Rahmen offener Auswahlverfahren statt durch direkte Ernennungen ausgewählt werden.

Programme Magyar Rádió és Televízió übernimmt alle Fernseh- und Radioprogramme, die bis 2026 von Duna Média betrieben wurden.

Fernsehen Duna – wichtigster Vollprogramm-Fernsehsender Duna World – internationaler Sender, der sich an im Ausland lebende Ungarn richtet M1 – Filme, Serien und Nachrichtensendungen M2 – Kindersender M2 Petőfi – Jugendsender M4 Sport – Sportsender M5 – Informations-, Bildungs- und Kultursender

Radio Kossuth Rádió – Nachrichten und politische Sendungen Petőfi Rádió – Popmusik Bartók Rádió – Klassische Musik Dankó Rádió – Folklore, Operette und Pop-Folklore Nemzetiségi Rádió – Programme für ethnische Minderheiten in Ungarn Parlamenti Rádió – Parlamentsübertragungen und politische Ereignisse Szakcsi Rádió – Jazzmusik Nemzeti Sportrádió – Sportprogramme und -übertragungen Csukás Meserádió – Kinderprogramm

Einzelnachweise

Kategorie:Rundfunkveranstalter Kategorie:Medienunternehmen (Ungarn) Kategorie:Unternehmensgründung 2026