Die Association of American Painters and Sculptors (AAPS) war eine 1911 in New York City gegründete US-amerikanische Künstlervereinigung. Sie wurde von den Künstlern Henry Fitch Taylor, Jerome Myers, Elmer Livingston MacRae und Walt Kuhn ins Leben gerufen, um Ausstellungen zeitgenössischer Kunst außerhalb der etablierten Ausstellungsinstitutionen zu organisieren. Internationale Bekanntheit erlangte die Vereinigung durch die Organisation der Armory Show von 1913, einer der bedeutendsten Ausstellungen moderner Kunst in den Vereinigten Staaten. Die AAPS bestand nach der Armory Show zunächst weiter; ihre Tätigkeit ist archivalisch noch bis mindestens 1915 belegt.
Geschichte mini|Künstler und Pressevertreter beim Beefsteak Dinner der AAPS am 8. März 1913
Gründung und frühe Entwicklung mini|Arthur B. Davies war ab 1912 Präsident der Association of American Painters and Sculptors. Die Association of American Painters and Sculptors entstand vor dem Hintergrund der Unzufriedenheit mit den etablierten Ausstellungsmöglichkeiten für zeitgenössische Kunst in den Vereinigten Staaten. Die Gründer waren insbesondere mit den konservativen Auswahlmaßstäben der National Academy of Design unzufrieden und wollten Ausstellungen mit einer breiteren Auswahl zeitgenössischer Kunst veranstalten.
Am 14. Dezember 1911 trafen sich Henry Fitch Taylor, Jerome Myers, Elmer Livingston MacRae und Walt Kuhn in New York City, um die Gründung einer Künstlervereinigung zu erörtern. Nach dem von Kuhn angefertigten Protokoll bestand das Ziel darin, Werke „progressiver“ lebender Künstler aus den Vereinigten Staaten und dem Ausland auszustellen, insbesondere Arbeiten, die bei den bestehenden Ausstellungen gewöhnlich keine Berücksichtigung fanden. Die vier Künstler gelten als Gründer der Association of American Painters and Sculptors.
Die ersten dokumentierten Sitzungen der neuen Vereinigung fanden am 19. Dezember 1911 und am 2. Januar 1912 statt. Walt Kuhn führte als Sekretär die Protokolle. Zu den in den Mitgliedschaftsunterlagen für die Jahre 1911 und 1912 genannten Personen gehörten neben den Gründern unter anderem George Bellows, Gutzon Borglum, Robert Henri, Childe Hassam, Maurice Prendergast und Allen Tucker. Zum ersten Präsidenten der Vereinigung wurde der Maler J. Alden Weir gewählt. Er trat jedoch bereits am 3. Januar 1912 zurück, nachdem die Presse die neue Organisation als gegen die National Academy of Design gerichtete Vereinigung dargestellt hatte. Sein Nachfolger wurde Arthur B. Davies, der als zweiter gewählter Präsident der AAPS die weitere Entwicklung der Organisation maßgeblich prägte.
Unterlagen zur Satzung und zur rechtlichen Inkorporation der Vereinigung aus den Jahren 1911 und 1912 sind in den Archives of American Art der Smithsonian Institution erhalten. Damit war die zunächst von vier Künstlern ausgehende Initiative innerhalb weniger Monate als Künstlervereinigung mit eigener Satzung und organisatorischer Struktur etabliert.
Die Armory Show
mini|Anstecker zur Armory Show von 1913 Das wichtigste Projekt der Association of American Painters and Sculptors war die Organisation der International Exhibition of Modern Art, die später unter der Bezeichnung Armory Show bekannt wurde. Die Vereinigung plante eine Ausstellung, die zeitgenössische amerikanische Kunst gemeinsam mit aktuellen europäischen Kunstströmungen präsentieren sollte. Damit unterschied sich das Vorhaben grundlegend von den damals in den Vereinigten Staaten üblichen Kunstausstellungen.
Arthur B. Davies, Walt Kuhn und Walter Pach gehörten zu den wichtigsten Organisatoren der Ausstellung. Davies und Kuhn waren maßgeblich an ihrer Vorbereitung beteiligt, während Pach insbesondere Kontakte zu europäischen Künstlern vermittelte und als Vertreter der AAPS in Europa tätig war. Elmer Livingston MacRae war als Schatzmeister der Vereinigung für deren finanzielle Angelegenheiten verantwortlich.
Die Ausstellung wurde am 17. Februar 1913 im Gebäude des 69th Regiment Armory in New York eröffnet. Sie umfasste mehr als 1.000 Werke von amerikanischen und europäischen Künstlern und machte einem breiten amerikanischen Publikum erstmals in diesem Umfang Strömungen der europäischen Moderne wie Kubismus und Futurismus zugänglich. Zu den ausgestellten europäischen Künstlern gehörten unter anderem Paul Cézanne, Vincent van Gogh, Henri Matisse, Pablo Picasso und Marcel Duchamp. Besondere Aufmerksamkeit erregten die avantgardistischen europäischen Werke, die bei Publikum und Kritik teilweise heftige Reaktionen hervorriefen. Die Armory Show wurde damit zu einem wichtigen Ereignis für die Rezeption der Moderne in den Vereinigten Staaten.
Nach dem Ende der New Yorker Ausstellung wurde die Schau in veränderter Form auch am Art Institute of Chicago und bei der Copley Society of Art in Boston gezeigt. Die von der Association of American Painters and Sculptors organisierte Ausstellung entwickelte sich damit zu einer der bedeutendsten Kunstausstellungen in der Geschichte der Vereinigten Staaten.
Tätigkeit nach der Armory Show Nach dem Ende der Armory Show bestand die Association of American Painters and Sculptors zunächst fort. Die erhaltenen Unterlagen der Vereinigung belegen eine weitere organisatorische Tätigkeit, darunter Sitzungen und Mitgliederverwaltung. Am 18. Mai 1914 fand die erste allgemeine Mitgliederversammlung der Vereinigung nach der Armory Show statt. Aus den erhaltenen Unterlagen gehen Wahlvorgänge für neue Funktionsträger, Stimmzettel und Vollmachten sowie Rücktrittsschreiben einzelner Mitglieder hervor. Nach der Beschreibung des Archivbestands handelte es sich zugleich um die letzte allgemeine Mitgliederversammlung der AAPS.
Ein Memorandum vom 3. Juli 1914 bezeichnet Henry Fitch Taylor als Sekretär der Association of American Painters and Sculptors. Das von Arthur B. Davies, Walt Kuhn und Elmer Livingston MacRae unterzeichnete Dokument belegt, dass die Vereinigung zu diesem Zeitpunkt weiterhin als Organisation bestand.
Weitere Sitzungsprotokolle der Association of American Painters and Sculptors sind für den Zeitraum von 1913 bis 1915 überliefert. Darüber hinaus reichen Finanzunterlagen der Organisation teilweise bis 1916. Ein genaues Datum für die Auflösung der Vereinigung lässt sich aus den zugänglichen Quellen nicht bestimmen.
Organisation Die Association of American Painters and Sculptors war als eigenständige Künstlervereinigung organisiert und verfügte über eine schriftliche Satzung. Unterlagen zur Satzung und zur Inkorporation der Vereinigung aus den Jahren 1911 und 1912 sind in den Archives of American Art der Smithsonian Institution erhalten.
Die erhaltenen Verwaltungsunterlagen belegen eine institutionelle Struktur mit leitenden Funktionsträgern, Sitzungen und einer dokumentierten Mitgliederverwaltung. Zu den überlieferten Dokumenten gehören neben Satzungen und Protokollen auch Mitgliederlisten, Korrespondenz über die Aufnahme und den Austritt von Mitgliedern sowie Unterlagen zu Vorstandswahlen.
Die überlieferten Unterlagen dokumentieren Sitzungen eines Leitungsgremiums und eines Vorstands. Sie weisen zudem auf Präsidenten, einen Sekretär und weitere gewählte Funktionsträger hin.
Leitung J. Alden Weir war der erste Präsident der Association of American Painters and Sculptors. Er trat jedoch bereits am 3. Januar 1912 zurück. Anlass war unter anderem die Darstellung der neuen Vereinigung in der Presse als gegen die National Academy of Design gerichtete Organisation. Sein Nachfolger wurde Arthur B. Davies, der als zweiter gewählter Präsident der Vereinigung während der Vorbereitung und Durchführung der Armory Show eine zentrale Rolle spielte.
Walt Kuhn gehörte zu den Gründern der Vereinigung und führte als deren Sekretär die Protokolle der frühen Sitzungen. Elmer Livingston MacRae war Schatzmeister der AAPS. Im Juli 1914 ist Henry Fitch Taylor als Sekretär der Vereinigung belegt.
Mitglieder Mitgliederlisten und Korrespondenz über Einladungen, Aufnahmen und Austritte sind für verschiedene Zeiträume überliefert. In den Mitgliedschaftsunterlagen für die Jahre 1911 und 1912 werden neben den Gründern unter anderem George Bellows, Gutzon Borglum, Robert Henri, Childe Hassam, Maurice Prendergast, Allen Tucker und J. Alden Weir genannt.
Die Zusammensetzung der Vereinigung unterschied sich damit von der häufig mit ihr gleichgesetzten Gruppe der Organisatoren und Aussteller der Armory Show. Der Kreis der in den Mitgliedschaftsunterlagen genannten Personen reichte über die unmittelbaren Organisatoren der Ausstellung hinaus.
Bedeutung und Nachwirkung Die historische Bedeutung der Association of American Painters and Sculptors beruht vor allem auf der Organisation der Armory Show von 1913. Mit der Ausstellung schuf die Vereinigung einen organisatorischen Rahmen, in dem Werke europäischer und amerikanischer Künstler außerhalb der etablierten Ausstellungssysteme präsentiert wurden. Die Armory Show gilt als ein bedeutender Einschnitt in der Rezeption der europäischen Moderne in den Vereinigten Staaten.
Die Wirkung der Ausstellung reichte über ihren unmittelbaren Zeitraum hinaus. Insbesondere in Chicago trug die durch die Armory Show ausgelöste Beschäftigung mit moderner Kunst zur Gründung neuer Institutionen und zu einem wachsenden Interesse von Künstlern und Sammlern an der europäischen und amerikanischen Moderne bei. Auch die kunsthistorische Forschung betrachtet die Armory Show als ein Schlüsselereignis der amerikanischen Kunstgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts.
Während die Armory Show zu einem zentralen Ereignis der amerikanischen Kunstgeschichte wurde, ist die weitere Geschichte der Association of American Painters and Sculptors vergleichsweise wenig dokumentiert. Ihre archivalisch nachweisbare Tätigkeit endet einige Jahre nach der Ausstellung; ein genaues Auflösungsdatum ist nicht bekannt. In der kunsthistorischen Erinnerung ist die Vereinigung daher vor allem als Organisatorin der Armory Show präsent, deren Bedeutung ihre vergleichsweise kurze Existenz als eigenständige Künstlervereinigung überdauerte.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Künstlervereinigung Kategorie:Organisation (Kunstgeschichte) Kategorie:Historische Organisation (New York City) Kategorie:Gegründet 1911