Der Chacosaltator (Saltatricula multicolor, Syn.: Saltator multicolor) ist eine Vogelart aus der Familie der Tangaren (Thraupidae), die im südöstlichen Bolivien im zentralen Gebiet des Departamento Santa Cruz, im westlichen Paraguay, dem nordwestlichen Uruguay und dem nördlichen Argentinien verbreitet ist. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt. Die Art ist monotypisch.
Merkmale Der Chacosaltator erreicht eine Körperlänge von ca. 18,0 cm bei einem Gewicht von ca. 20,0 bis 25,0 g. Es ist ein schlanker Saltator mit langem und relativ breitem Schwanz. Der Schnabel ist an der Basis mäßig kräftig, wobei Schnabelfirst und Dillenkante konvex verlaufen. Das Männchen hat eine markante Gesichtszeichnung, bei der der vordere Oberkopf und die vordere Gesichtspartie vor dem Auge schwarz ist. Dieses Schwarz setzt sich über die Wangen fort, grenzt an die weiße Kehle und endet an der Halsseite. Das Zeichnungsmuster wird durch einen kräftigen weißen Überaugenstreif, der den hinteren Bereich betont, der am breitesten hinter dem Auge ist und zum Nacken hin schmaler wird. Ein kleiner weißer Bartfleck ziert den Bereich unterhalb der Basis des Unterschnabels. Dabei hat er einen schmalen, aber scharf abgegrenzten weißen unteren Bereich des Augenrings und graue Ohrdecken. Der Oberkopf ist braun und wird zum Nacken hin bräunlich. Die Oberseite ist hell braun mit olivfarbener Tönung, was zum unteren Rücken, dem Bürzel und zu den Oberschwanzdecken hin grau wird. Die Oberflügel sind ähnlich bräunlich. Die kleinen und mittleren Oberflügeldecken sind meist gräulich oder graubraun. Die Schwungfedern und die Schirmfedern haben hell braune Säume, an den Handschwingen eher grauere Färbung. Der Schwanz ist schwärzlich, das mittleres Steuerfederpaar grau, die äußere Steuerfedern im hinteren Drittel größtenteils weiß. Im Flug oder bei Ansicht von unten erzeugt das sehr auffällige weiße Schwanzecken. Die graue Färbung des Gesichts setzt sich an den Brustseiten und um die schwärzliche Maske herum fort und endet in einem gräulichen Brustband unterhalb der weißen Kehle. Das untere Brustband sowie die Brustseiten und die Flanken sind leuchtend zimtfarbenbeige. Der Bauch, der Bereich um die Kloake und Unterschwanzdecken sind weißlich. Die Iris ist dunkel, der leuchtend gelbe Schnabel mit dunklerem First und die Beine sind dunkel. Es besteht kein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus. Im direkten Vergleich wirkt die Färbung des Weibchens jedoch etwas matter, die Gesichtsmaske ist weniger ausgedehnt und blasser, und auch die Graufärbung an Gesicht und Brust ist weniger kräftig. Jungvögel ähneln dem Weibchen, sind jedoch auf der Oberseite blasser bräunlich und an den Flanken deutlich heller. Zudem ist der Schnabel schwärzlich mit matt gelber Färbung entlang der Schneidekanten.Alvaro Jaramillo (2020)
Lautäußerungen Der Gesang des Chacosaltators wird auch in der Mittagshitze beharrlich vorgetragen. Es ist ein einfaches, repetitive vera-vera-vera...-Trällern. Der Ruf klingt wie ein dumpfes tschup, oft verdoppelt als tschu-tschup. Zu den weiteren Rufen gehört ein höher klingendes swiip.
Fortpflanzung Die Brutsaison des Chacosaltators ist von November bis März. Das kelchförmige Nest ist aus trockenem Gras und Fasern gebaut, wird an Blättern, Grasbüscheln oder gelegentlich kleinen Zweigen in einer Höhe von 20 Zentimeter bis 1,2 Meter über dem Boden befestigt. Ein Gelege besteht aus 3 weißen Eiern mit einigen schwärzlichen Zeichnungen. Der Seidenkuhstärling (Molothrus bonariensis) parasitiert häufig das Nest des Chacosaltators.
Verhalten und Ernährung Der Chacosaltator ernährt sich offenbar variabel, unter anderem von Insekten und Samen. Die Futtersuche erfolgt sowohl am Boden als auch in niedrigen Sträuchern. Er ist oft paarweise oder in kleinen gemischten Schwärmen mit anderen Arten anzutreffen.
Verbreitung und Lebensraum mini|Verbreitungsgebiet des Chacosaltators (grün) mini|Vegetation im Gran Chaco Der Chacosaltator bevorzugt offene Chaco-Wälder, insbesondere entlang von Straßenrändern, Feldrändern sowie in offeneren und Bereichen mit vielen Büschen.
Migration Der Chacosaltator ist überwiegend ein Standvogel. Möglicherweise ist er auch ein Teilzieher. Diese Theorie stützt sich auf Schwankungen der anwesenden Vögel am Nordrand des Verbreitungsgebiets in Bolivien.
Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Schwarzhalssaltators erfolgte 1860 durch Hermann Burmeister unter dem Namen Saltator multicolor. Als Verbreitungsgebiet gab er Paraná an.Hermann Burmeister (1860), S. 254. 1861 führte Burmeister dann die neue Gattung Saltatricula ein.Hermann Burmeister (1861), S. 481–482.Die Gattung wurde für den Chacosaltator eingeführt. Das Wort ist das Diminutiv zum .Saltatricula The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname multicolor ist ein Wortgebilde aus und .multicolor The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay drei Bälge, gesammelt von Eugen Josef Robert Schuhmacher (1906–1973) und Michael Mathias Kiefer (1902–1980) in Puerto Casado und Puerto Sastre, zur Verfügung. Laubmann sah in Saltatricula multicolor die Art fürs Land. In der Literatur sah er in Laguna Wall ca. 200 Kilometer westlich von Puerto PinascoAlexander Wetmore (1926), S. 423–424. durch Alexander Wetmore einen weiteren Nachweis für das Land. Eine potentielle neue Unterart für Paraguay wie es Wetmore andeutete, erkannte Laubmann nicht.Alfred Laubmann (1940), S. 146. Lange wurde die Art in der Familie der Ammern geführt. Kevin Joseph Burns, Allison Jane Shultz, Pascal Olivier Title, Nicholas Albert Mason, Frederic Keith Barker, John Klicka, Scott Merrill Lanyon und Irby John Lovette stellten die Art 2014 aufgrund phylogenetischen Untersuchungen in die Familie der Saltatoren.Kevin Joseph Burns u. a (2014), S. 41–77.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Anmerkungen
Kategorie:Tangaren