Die Deutschen Streamingcharts (zurzeit Streaming Top 100) sind eine Chartauswertung des Marktforschungsunternehmens GfK Entertainment, die wöchentlich veröffentlicht werden. Sie beinhalten die erfolgreichsten Musikstreamings auf dem Musikmarkt und gelten als offizielle Streamingcharts in Deutschland.

Allgemeine Informationen und Qualifikationskriterien

Die Streamingcharts wurden zunächst ab Mai 2012 von Media Control erhoben, womit Media Control der Vorreiter in Europa war. Seit 2014 wird die Chartauswertung im Auftrag des Bundesverbandes Musikindustrie vom deutschen Marktforschungsunternehmen GfK Entertainment ermittelt. Im Gegensatz zu den Singlecharts fließen seit Beginn der Einführung der Streamingcharts sowohl Premium- als auch kostenlose beziehungsweise werbefinanzierte Streams in die Auswertung ein. Gewertet werden diese ab einer Hördauer von mindestens 31 Sekunden. Die Streamingcharts werden dabei stückbasiert ermittelt; jeder gemeldete Stream zählt dabei gleich, unabhängig vom Anbieter oder seiner Spieldauer. Es gilt eine Mindesthändlerbreite von zwei, das heißt, es müssen von mindestens zwei Händlern Meldungen zu dem Titel vorliegen, damit er gewertet wird, nicht wie in den Singlecharts aus drei Händler-Gruppierungen. Des Weiteren gelten die Regeln der Singlecharts.

In der Vergangenheit wurden die Streamingcharts über MTV und VIVA publiziert, aktuell werden sie als Wiedergabeliste auf Spotify zur Verfügung gestellt.

Meilensteine Wöchentliche Chartauswertung Die Einführung der Deutschen Streamingcharts erfolgte am 4. Mai 2012 als wöchentliche Top-20-Hitparade für Singles. Der erste Spitzenreiter war Too Close (Alex Clare), gefolgt von Easy (Cro), Drive By (Train), She Doesn’t Mind (Sean Paul) und Wild Ones (Flo Rida feat. Sia). Bei der Einführung der Streamingcharts unterschieden sich die Single- und Streamingcharts noch deutlich voneinander, da die Singlecharts auch physische Verkäufe und Downloads umfassen. So tauchte die Hälfte der Top 20 aus den Singlecharts gar nicht in der Streamingcharts auf. In den Streamingcharts platzieren sich hingegen Titel, die bei den Singles gar nicht gechartet oder schon wieder auf die unteren Ränge gefallen sind, so wie Hi Kids (Cro) oder auch Young, Wild & Free (Snoop Dogg & Wiz Khalifa feat. Bruno Mars).

Mit der Übernahme der GfK Entertainment wurde die Chartauswertung auf 100 Plätze erweitert, ebenso wurden fortan Premium-Streams in den Singlecharts berücksichtigt. Im Jahr 2016 folgte die Integration von Premium-Streams in die Albumcharts. Seit 2018 werden auch Streaming-Only-Veröffentlichungen in den Singlecharts gezählt. Ab 2022 wurden sowohl in den Single- als auch in den Streamingcharts werbefinanzierte Streams berücksichtigt. Seit der Einführung der Streamingcharts nahm der Streaminganteil stetig zu. Im Jahr 2025 betrug dieser über 84,40 % in Deutschland, womit sich die Singlecharts kaum noch von den Streamingcharts unterscheiden.

Jahrescharts 2012 Platz 1: Asaf Avidan & the Mojos / Wankelmut – One Day / Reckoning Song Platz 2: Carly Rae Jepsen – Call Me Maybe Platz 3: Lykke Li – I Follow Rivers

2013 Platz 1: Macklemore & Ryan Lewis feat. Ray Dalton – Can’t Hold Us Platz 2: Avicii feat. Aloe Blacc – Wake Me Up Platz 3: Macklemore & Ryan Lewis feat. Wanz – Thrift Shop

2014 Platz 1: Mr. Probz / Robin Schulz – Waves (Remix) Platz 2: Clean Bandit feat. Jess Glynne – Rather Be Platz 3: Lilly Wood & the Prick / Robin Schulz – Prayer in C (Remix)

2015 Platz 1: Major Lazer & DJ Snake feat. MØ – Lean On Platz 2: Omi / Felix Jaehn – Cheerleader (Remix) Platz 3: Felix Jaehn feat. Jasmine Thompson – Ain’t Nobody (Loves Me Better)

2016 Platz 1: Alan Walker feat. Iselin Solheim – Faded Platz 2: Drake feat. Wizkid & Kyla – One Dance Platz 3: Sia feat. Sean Paul – Cheap Thrills (Remix)

2017 Platz 1: Ed Sheeran – Shape of You Platz 2: Luis Fonsi feat. Daddy Yankee – Despacito Platz 3: French Montana feat. Swae Lee – Unforgettable

2018 Platz 1: Dynoro feat. Gigi D’Agostino – In My Mind Platz 2: Dennis Lloyd – Nevermind Platz 3: Capital Bra feat. Ufo361 – Neymar 2019 Platz 1: Lil Nas X – Old Town Road Platz 2: Apache 207 – Roller Platz 3: Juju feat. Henning May – Vermissen

2020 Platz 1: The Weeknd – Blinding Lights Platz 2: Apache 207 – Roller Platz 3: Tones and I – Dance Monkey

2021 Platz 1: Nathan Evans – Wellerman Platz 2: Tiësto – The Business Platz 3: Nightcrawlers & Riton feat. Mufasa & Hypeman – Friday (Dopamine Re-Edit)

2022 Platz 1: DJ Robin & Schürze – Layla Platz 2: Luciano – Beautiful Girl Platz 3: Glass Animals – Heat Waves

2023 Platz 1: Apache 207 & Udo Lindenberg – Komet Platz 2: Miley Cyrus – Flowers Platz 3: Ayliva feat. Mero – Sie weiß

2024 Platz 1: Ayliva feat. Apache 207 – Wunder Platz 2: Artemas – I Like the Way You Kiss Me Platz 3: Benson Boone – Beautiful Things

2025 Platz 1: Oimara – Wackelkontakt Platz 2: Rosé feat. Bruno Mars – Apt. Platz 3: Zartmann – Tau mich auf

Streamingrekorde Die meisten Musikstreams in einem Jahr wurden mit 165 Milliarden im Jahr 2021 gezählt. Zuvor hielten folgende Jahre diesen Rekord: 2020 (138,00 Milliarden Aufrufe) 2019 (107,00 Milliarden Aufrufe) 2018 (79,50 Milliarden Aufrufe) 2017 (56,40 Milliarden Aufrufe)

Die meisten Musikstreams an einem Tag wurden mit 950 Millionen am 24. Dezember 2025 gezählt. Zuvor hielten folgende Tage diesen Rekord: 24. Dezember 2024 (927 Millionen Aufrufe) 24. Dezember 2023 (830 Millionen Aufrufe) 24. Dezember 2022 (802 Millionen Aufrufe) 24. Dezember 2021 (716 Millionen Aufrufe) 24. Dezember 2020 (605 Millionen Aufrufe) 24. Dezember 2019 (431 Millionen Aufrufe) 24. Dezember 2018 (323 Millionen Aufrufe) 24. Dezember 2017 (230 Millionen Aufrufe) 24. Dezember 2016 (160 Millionen Aufrufe) Capital Bra ist der meistgestreamte Künstler aller Zeiten in Deutschland. Bis zum 2. Mai 2019 zählte er hierzulande über 1,4 Milliarden kostenpflichtige und werbebasierte Musikstreams, womit er den vorherigen Spitzenreiter Ed Sheeran ablöste. Zuvor hielten folgende Künstler diesen Rekord: Ed Sheeran Kollegah (400 Millionen Aufrufe) Eminem Capital Bra ist der meistgestreamte Künstler binnen sieben Tagen. Seine Lieder wurden in der Kalenderwoche 16/2019 über 66 Millionen Mal aufgerufen. Die Single All I Want for Christmas Is You ( Mariah Carey) ist das meistgestreamte Lied binnen eines Tages (6,78 Millionen Aufrufe/24. Dezember 2025). Zuvor hielten folgende Titel diesen Rekord: Mariah Carey – All I Want for Christmas Is You (6,57 Millionen Aufrufe/24. Dezember 2024) Mariah Carey – All I Want for Christmas Is You (6,09 Millionen Aufrufe/24. Dezember 2023) Wham! – Last Christmas (5,50 Millionen Aufrufe/24. Dezember 2022) Wham! – Last Christmas (5,00 Millionen Aufrufe/24. Dezember 2021) Mariah Carey – All I Want for Christmas Is You (4,50 Millionen Aufrufe/24. Dezember 2020) Mariah Carey – All I Want for Christmas Is You (3,20 Millionen Aufrufe/24. Dezember 2019) Capital Bra & Samra – Tilidin (3,10 Millionen Aufrufe/21. Juni 2019) Mero – Hobby Hobby (2,70 Millionen Aufrufe/18. Januar 2019). Mariah Carey – All I Want for Christmas Is You (1,80 Millionen Aufrufe/24. Dezember 2017) Mariah Carey – All I Want for Christmas Is You (1,17 Millionen Aufrufe/24. Dezember 2016) Die Single Tilidin ( Capital Bra & Samra) ist das meistgestreamte Lied binnen einer Woche (15,00 Millionen Aufrufe/21. Juni – 27. Juni 2019). Zuvor hielten folgende Titel diesen Rekord: Capital Bra – Cherry Lady (11,50 Millionen Aufrufe/22. März – 28. März 2019). Die Single Kein Wort ( Juju & Loredana) ist der meistgestreamte Titel einer Künstlerin am Tag seiner Veröffentlichung (17. Januar 2020). Taylor Swift ist mit 14,5 Millionen Abrufen die Künstlerin mit den meisten Streams innerhalb eines Tages (Oktober 2025). Jung, brutal, gutaussehend 3 ( Kollegah & Farid Bang) ist mit 30 Millionen Aufrufen das meistgestreamte Album in der Startwoche (1. Dezember – 7. Dezember 2017)

Siehe auch Liste der Nummer-eins-Hits in Deutschland Liste der meistverkauften Singles in Deutschland Liste der meistgestreamten Lieder auf Spotify Liste der meistgestreamten Künstler auf Spotify

Einzelnachweise

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