Ștefan Popescu (* 20. Januar 1872 im Dorf Fințești/Große Walachei, Fürstentum Rumänien; † 8. Juli 1948 in Bukarest) war ein rumänischer Maler, Zeichner und Grafiker.

Leben Popescu studierte zwischen 1894 und 1899 an der Akademie der Bildenden Künste München bei Nikolaos Ghizis und an der Beaux-Arts de Paris bei Lucien Simon und Eugène Anatole Carrière. 1901 gründete er in Paris mit Gheorghe Petrașcu die Künstlervereinigung Tinerimea Artistică (Künstlerische Jugend), der u. a. Kimon Loghi, Ipolit Strâmbescu, Frederic Storck und Nicolae Vermont angehörten. Im selben Jahr hatte er seine erste Einzelausstellung im Bukarester Athenäum.

1905 wurde er Mitglied des Cercle des étudiants roumains, in dem Künstler wie Constantin Brâncuși, George Enescu, Ion Pillat, Constantin Levaditi, Duiliu Marcu, Ion Theodorescu Sion, Nicolae Dărăscu, Camil Ressu, Eustațiu Stoenescu und Theodor Cornel vertreten waren. 1908 wurde er assoziiertes Mitglied des Salon de la Société Nationale in Paris sowie korporatives Mitglied der Künstlergruppen Münchener Secession (bei deren Ausstellung 1904 er eine Goldmedaille erhalten hatte) und Münchner Künstlergenossenschaft. Im Jahr 1910 zählte er neben George Enescu, Constantin Brâncuși, Edouard de Max, Gheorghe Mărculescu, Theodor Pallady, Consatantin Levaditi und Virgil V. Stănescu zu den Gründungsmitgliedern der Asociația Amicale a Românilor din Paris unter der Schirmherrschaft des rumänischen Gesandten.

In den folgenden Jahren malte er unter anderem in Frankreich, der Schweiz, der Türkei, Italien, Griechenland, Jugoslawien, Marokko, Algerien, Tunesien und Deutschland. Bis 1924 stellte er regelmäßig bei der Tinerimea Artistică aus und bis 1946 bei den offiziellen Salons. Dreimal (1924, 1938 und 1942) war er bei der Biennale di Venezia vertreten, 1925 bei der Ausstellung rumänischer Kunst in der Pariser Galerie nationale du Jeu de Paume. 1926 illustrierte er den Gedichtband Florica seines Freundes Ion Pillat. Er nahm an der Weltausstellung Brüssel 1935 teil und gewann einen Preis bei der Weltfachausstellung Paris 1937. An Ausstellungen der Künstlergruppe Arta zu deren Gründungsmitgliedern er zählte, nahm er gemeinsam mit Iosif Iser und Gheorghe Petrașcu teil. Der französische Staat zeichnete ihn 1925 als Ritter der Ehrenlegion aus. 1928 erhielt er den rumänischen Nationalpreis für Malerei, und 1936 wurde er Ehrenmitglied der Rumänischen Akademie.

Neben zahlreichen vom deutschen Impressionismus geprägten Ölgemälden schuf er als Grafiker Skizzen und Landschaften in unterschiedlichen Techniken und religiöse Werke für mehrere Klöster und die Königliche Hofkirche in Târgoviște; zudem fertigte er Studien zu rumänisch-orthodoxen Stickereien an.

Quellen galeria de arte ProfArt. artisti in nefiinta: Ștefan Popescu Amintirile Bunicuţei Virtuale: Ștefan Popescu Art Net: Werke von Ștefan Popescu

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