Klaus Rehfeld (* 8. Mai 1955 in Greifswald) ist ein deutscher Biologe, Autor und Redakteur, der von 2003 bis 2021 als Herausgeber der Fachzeitschrift Naturwissenschaftliche Rundschau tätig war.
Leben und Wirken
Kindheit und Jugend Klaus Rehfeld kam in Greifswald als Sohn des Physikers Karl Rehfeld und seiner Frau Marie, geb. Eggert, zur Welt. Im Juli 1958 floh die Familie aus Greifswald über West-Berlin nach Westdeutschland. Rehfeld wuchs in Frankfurt am Main auf und besuchte die dortige Wöhlerschule, ein Gymnasium im Frankfurter Stadtteil Dornbusch.
Berufliche Laufbahn Nach dem Abitur 1974 und seinem Grundwehrdienst begann Rehfeld 1975 ein Biologiestudium in Marburg und setzte es dann in Freiburg fort mit zoologisch-ökologischen Schwerpunkten und den Nebenfächern Geobotanik, Limnologie und Geologie. 1982 machte er seinen Abschluss als Diplom-Biologe mit einer verhaltens- und evolutionsbiologischen Arbeit.
Im April 1982 zog er nach Berlin und wurde im selben Jahr wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Evolutionsbiologie an der Freien Universität Berlin bei Walter Sudhaus (Evolutionsbiologe und Spezialist für Nematoden) sowie Mitwirkender in der Lehre beim Aufbau eines Grundkurses zur Systematik und Phylogenetik. 1988 erfolgte seine Promotion zum Dr. rer. nat. im Fachbereich Zoologie bei Walter Sudhaus. Von 1988 bis 1990 war er Lehrbeauftragter an der Freien Universität Berlin und arbeitete als Co-Autor von Walter Sudhaus am Lehrbuch „Einführung in die Phylogenetik und Systematik“.
Berufliche Schwerpunkte Danach schlug er den Weg zum Wissenschaftsjournalisten ein, eine Laufbahn, die vor allem von herausgebender und redaktioneller Arbeit geprägt war. Im Jahr 1990 begann er ein Volontariat im Lektorat Natur des Franckh-Kosmos-Verlags in Stuttgart und war von 1991 bis 1993 Redaktionsmitglied der Zeitschrift Kosmos. Aus dieser Zeit resultiert die Mitarbeit bei und die Betreuung von Wolfgang Engelhardts Bestimmungsbuch „Was lebt in Tümpel, Bach und Weiher?“
Von 1994 bis 1999 folgte eine Phase freiberuflicher Tätigkeit als Lektor und Autor in Göttingen. Ab 1999 war Rehfeld Redakteur der Naturwissenschaftlichen Rundschau und wurde vom scheidenden Herausgeber Hans Rotta eingearbeitet. Die Zeitschrift publiziert für eine wissenschaftlich vorgebildete Leserschaft Themen aus allen naturwissenschaftlichen Gebieten auf allgemeinverständliche Weise. Seit 2003 fungiert sie auch als Organzeitschrift der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ). Von 2003 bis 2021 war Rehfeld als Herausgeber der Naturwissenschaftlichen Rundschau tätig. 2009 erhielt er, stellvertretend für das Redaktionsteam, den mit 10.000 Euro dotierten Kulturpreis der Eduard-Rhein-Stiftung für die Qualität der populärwissenschaftlichen Berichterstattung.
Sonstige Aktivitäten Seit 2022 ist Rehfeld Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg e.V.
Klaus Rehfeld lebt in Stuttgart. Mit seiner Frau, der habilitierten Zell-Biologin und Wissenschaftsjournalistin Annette Hille-Rehfeld, engagiert er sich privat im Amphibienschutz.
Publikationen (Auswahl)
Lucien F. Trueb (1934–2023): ein Unermüdlicher im Namen der Wissenschaft. In: Naturwissenschaftliche Rundschau. Jahrgang 76, Heft 4, 2023, S. 220–221. Gespräch mit Gerhard Medicus: Interdisziplinarität in den Humanwissenschaften Ein Beitrag über die Notwendigkeit des Austauschs aus ethologischer Perspektive. In: Naturwissenschaftliche Rundschau. Jahrgang 76, Heft 12, 2023, S. 602–609. 200 Jahre GDNÄ Wissenschaft im Bild. In: Naturwissenschaftliche Rundschau. Jahrgang 75, Heft 11, 2022, S. 525–533. Darstellung und Selbstdarstellung der Wissenschaften und die Aufgaben des Wissenschaftsjournalismus Ein persönlicher Rück- und Ausblick. In: Zoologie Mitteilungen der Deutschen Zoologischen Gesellschaft. 113. Jahresversammlung 2022, S. 51–68. PDF. mit Wolfgang Engelhardt und Peter Martin: Was lebt in Tümpel, Bach und Weiher? Kosmos, Stuttgart 2020, 18. Auflage, vollständig erneuert und überarbeitet, ISBN 978-3-440-15900-2. Peter Sitte: Biologe, Hochschullehrer und ehemaliger Präsident der GDNÄ; Nachruf. In: Naturwissenschaftliche Rundschau. Jahrgang 68, Heft 10, Stuttgart 2015, S. 586–587. mit Ernst Peter Fischer und Joachim Müller-Jung: Wissenschaft kann nicht populär sein – Max Plancks These auf dem Prüfstand. In: Nüsslein-Volhard (Hrsg.): Wachstum – Eskalation, Steuerung und Grenzen. Verhandlungen der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte, 125. Versammlung in Tübingen, 2008. Thieme, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-13-150711-2, S. 243–252. Die Faszination des Lebendigen: zur Erinnerung an den Zoologen Günther Osche (1926–2009). In: Naturwissenschaftliche Rundschau. Jahrgang 62, Heft 5, 2009, S. 244–426. Hans Rotta: 1921–2008. In: Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde. Jahrgang 164, Stuttgart 2008, S. 213–218. 60 Jahre Naturwissenschaftliche Rundschau: Chronik, Bilanz und Ausblick in vier Akten. In: Naturwissenschaftliche Rundschau. Jahrgang 61, Heft 7, 2008, S. 333–339. mit Karl-Heinz Tomaschko: Häutungshormon als Abwehrwaffe – chemische Verteidigung bei Asselspinnen. In: Spektrum der Wissenschaft, Heft 1, 1996, S. 31–34. Zwei Jubiläen der Tierparkgeschichte. In: Naturwissenschaftliche Rundschau. Jahrgang 47, Heft 6, 1994, S. 233–236. mit Walter Sudhaus: Einführung in die Phylogenetik und Systematik. Verlag G. Fischer, Stuttgart, Jena, New York, 1992, ISBN 978-3-437-20475-3.
Weblinks
Schriften von Klaus Rehfeld im Katalog Plus der Württembergischen Landesbibliothek Webauftritt der Naturwissenschaftlichen Rundschau Webauftritt der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg e.V.
Einzelnachweise
Kategorie:Biologe Kategorie:Herausgeber Kategorie:Wissenschaftsjournalist Kategorie:Autor Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1955 Kategorie:Mann