Yoon Jong-seung (koreanisch ; * 22. Oktober 1936 in Eumseong, Chungcheongbuk-do; † 8. März 2020 in Alhambra, Kalifornien), bekannt als Johnny Yune, war ein südkoreanisch-US-amerikanischer Schauspieler, Sänger und Comedian.

Leben Yune wurde 1936 als Yoon Jong-seung im Landkreis Eumseong (damals Injo, japanisch ) in der Provinz Chungcheongbuk-do (jap. Chuseihoku ) im heutigen Südkorea geboren, damals als Chōsen (jap. ) unter japanischer Herrschaft. Er schloss die Sungdong High School (kor. ) im Stadtteil Sindang-dong im Jung-Bezirk ( etwa „Zentral-Bezirk“ oder „Bezirk Mitte“) von Seoul ab und kam 1962 mit einem Stipendium der Marine der Republik Korea in die Vereinigten Staaten. Dort studierte er Gesang an der Ohio Wesleyan University.

Er wurde 1978 US‑Staatsbürger; zu diesem Zeitpunkt anglifizierte er seinen Vornamen zu „John“, da dieser phonetisch ähnlich klingt. 1988 war Yune Ersatzdelegierter auf der Republican National Convention, wo er am 16. August 1988 die US‑Nationalhymne sang. Im Jahr 1999 heiratete Yune die koreanischstämmige US-Amerikanerin Julia Yune; die Ehe wurde 2010 geschieden und blieb kinderlos.

Im Jahr 2013 erhielt er seine südkoreanische Staatsbürgerschaft zurück. Im folgenden Jahr wurde er von der Regierung Park Geun-hye zum Rechnungsprüfer der Korea Tourism Organization ernannt. Seine Ernennung löste Kontroversen aus, da Kritiker seine fehlende Geschäftserfahrung und seine engen Beziehungen zur damaligen Präsidentin hinterfragten. Er übte das Amt zwei Jahre lang aus.

Im Jahr 2016 erlitt Yune eine Gehirnblutung und kehrte zur Behandlung in die Vereinigten Staaten zurück, wo er fortan in einer Pflegeeinrichtung in Los Angeles lebte. 2017 wurde bei Yune erstmals Demenz festgestellt. Er starb im südkalifornischen Alhambra im Alter von 83 Jahren an den Folgen der Alzheimer-Krankheit. Auf seinen Wunsch wurde sein Körper als Körperspende der medizinischen Forschung zur Verfügung gestellt. Wenige Quellen geben als Sterbeorte auch Irvine und Los Angeles an.

Karriere Ab 1964 übte Yune seine Stand-up-Nummern an verschiedenen Orten, darunter im „Cafe Tel Aviv“ in der 250 West 72nd Street in New York City. 1977 wurde er in einem Comedyclub in Santa Monica vom Komiker Johnny Carson entdeckt und daraufhin eingeladen, in dessen Talkshow The Tonight Show Starring Johnny Carson aufzutreten. Sein erster Auftritt in der Sendung im Februar 1979 wurde zu seinem großen Durchbruch, da Schauspieler Charlton Heston, der eigentlich der Hauptgast des Abends sein sollte, nicht rechtzeitig erschien. Dadurch erhielt Yune mehr als zwanzig Minuten Sendezeit, in denen er ein Stand-up-Set präsentierte, mit Carson sprach und ’O sole mio sang. Carson mochte Yune und lud ihn in den 1970er- und 1980er-Jahren insgesamt 34‑mal in seine Sendung ein, womit Yune zu den häufigsten Gästen unter den Stand-up-Komikern gehörte. Yune trat außerdem in einem eigenen Special auf NBC auf.

Erstmals vor der Kamera als Schauspieler war Yune 1974 in einer Folge der Fernsehserie Kung Fu zu sehen. In der Folge Comrades in Arms, Part 2 der Fernsehserie M*A*S*H vom 13. Dezember 1977 spielte Yune eine Gastrolle als koreanischer Soldat, unter dem Namen Jon Yune – neben drei weiteren Auftritten in unterschiedlichen Rollen zwischen 1976 und 1977.

1979 spielte er den Mongolen Jon Yune im Film Meteor und war in den 1980er‑Jahren weiterhin als Stand-up-Komiker und vor der Kamera aktiv. So spielte er unter anderem in den Filmen Auf dem Highway ist die Hölle los, Halt’s Maul, Boss! (auch: Man nennt mich Bruce Lee) und Alle nennen mich Bruce. Für die Filme Halt’s Maul, Boss! und Alle nennen mich Bruce steuerte er auch die Idee und das Drehbuch zu und trat als Produzent in Erscheinung.

Yune trat auch bei Wohltätigkeitsveranstaltungen auf, beispielsweise 1985 beim „Bob Hope Chrysler Celebrity Golf Classic Ball“. Während der Olympischen Sommerspielen 1988 in Seoul trat Yune an der Seite von Bob Hope und Brooke Shields auf.

Von 1989 bis 1990 moderierte er die Johnny Yune Show (kor. ), die erste amerikanisierte Talkshow in Korea. Der Sänger Jo Young-nam war Co‑Moderator. Die Sendung war ein Erfolg, doch bereits nach einem Jahr entschied Yune, den Sender KBS aufgrund der eingeschränkten Medienfreiheit zu verlassen. Ab 1993 wurde sie in Los Angeles produziert und landesweit auf asiatischen Sendern ausgestrahlt, wo sie sich hoher Beliebtheit erfreute.

Im deutschen Sprachraum wurde Yune unter anderem von Arne Elsholtz, Fred Maire, Hans Nitschke, Uwe Paulsen und Wolfgang Ziffer synchronisiert.

Filmografie (Auswahl) Filme

1979: Sergeant T. K. Yu (Fernsehfilm) 1979: Meteor 1981: Auf dem Highway ist die Hölle los (The Cannonball Run) 1982: Halt’s Maul, Boß (They Call Me Bruce?, auch Drehbuch) 1985: Gidget’s Summer Reunion (Fernsehfilm) 1986: Nothing in Common – Sie haben nichts gemeinsam (Nothing in Common) 1987: Alle nennen mich Bruce (They Still Call Me Bruce, auch Regie, Drehbuch und Produktion) 1988: Hamburger Johnny 1993: Western Avenue 1995: Asphalt Man

Fernsehserien 1974: Kung Fu (Fernsehserie, Episode 3x09) 1977: The Richard Pryor Show (Fernsehserie, Episode 1x01) 1976–1977: M*A*S*H (Fernsehserie, 4 Episoden) 1978: Kojak – Einsatz in Manhattan (Kojak, Fernsehserie, Episode 5x17) 1980: Love Boat (The Love Boat, Fernsehserie, Episode 3x22) 1999: LA Arirang (Fernsehserie, Episode 3x11) 2004–2005: Rubeusutori in Habeodeu (Fernsehserie, unbekannte Anzahl)

Weblinks

Johnny Yune in Little White Lies

Anmerkung Sungdong High School (koreanisch Hanja ).

Einzelnachweise

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