mini|hochkant|Kardinal Francisco Javier Delgado Venegas (Gemälde von Francisco Bayeu, 1776–1781) mini|hochkant|Kardinalswappen Francisco Javier Delgado Venegas (* 18. Dezember 1714 in Villanueva del Ariscal, Provinz Sevilla; † 10. Dezember 1781 in Madrid) war ein spanischer Geistlicher. Er wirkte als Bischof der Kanarischen Inseln und von Sigüenza, als Erzbischof von Sevilla sowie – unter Beibehaltung dieses Amtes – als Patriarch von Westindien und Generalvikar des spanischen Militärordinariats. Ab 1778 war er Kardinal der römisch-katholischen Kirche, obwohl er nie nach Rom reiste, um Titel und Kardinalshut entgegenzunehmen.
Leben Nach Studien der Philosophie und Theologie in Sevilla, promovierte Delgado Venegas 1734 in Alcalá de Henares zum Doktor beider Rechte. Er war danach als Kanoniker in Badajoz und in Cordoba, zuletzt als Domdekan, tätig. 1761 wurde er zum Bischof der Diözese der Kanarischen Inseln ernannt. Die Bischofsweihe empfing er in der Kathedrale von Cordoba durch den dortigen Bischof Martín Barcia Carrascal, Mitkonsekratoren waren Pérez Rivera, Titularbischof von Gadara, und Lucas Ramírez Galán, Titularbischof von Tanis.
1768 wurde er auf den Bischofssitz von Sigüenza versetzt, wo er sich durch große Freigebigkeit gegenüber Bedürftigen sowie durch wertvolle Stiftungen an Kirchen und die Kathedrale auszeichnet haben soll.
1776 wurde Delgado Venegas zum Erzbischof von Sevilla erhoben; zugleich wurde ihm das Amt des Patriarchen von Westindien übertragen, das er zusätzlich zum erzbischöflichen Amt behielt. In Sevilla wurde seine Gelehrsamkeit gewürdigt, unter anderem durch die Aufnahme in die Real Academia de Buenas Letras der Stadt. Er förderte unter dem Klerus das Studium der Moraltheologie, entsandte Missionare – darunter den später seliggesprochenen Diego José von Cádiz – in die gesamte Diözese, wirkte auf die Karwochenprozessionen korrigierend ein und engagierte sich karitativ in Gefängnissen und Krankenhäusern.
1778 wurde er zum Kardinal kreiert, reiste jedoch nie nach Rom, um dort investiert zu werden.
Delgado Venegas starb 1781 im Alter von 67 Jahren in Madrid. Er wurde zunächst im Kloster Copacabana der Augustiner-Rekollekten beigesetzt. Seine sterblichen Überreste wurden 1808 während des Spanischen Unabhängigkeitskriegs von französischen Truppen geschändet und zwei Jahre später in die Kathedrale von Sevilla überführt.
Literatur Toribio Minguella: Historia de la diócesis de Sigüenza y de sus obispos. Band III, Madrid 1913, S. 168–179. Cesáreo Fernández Duro: Noticias acerca del origen y sucesión del patriarcado de las Indias Occidentales. José de Viera y Clavijo: Noticias de la historia general de las islas de Canaria. Buch XVI, Kap. LXVI. Juan José Antequera Luengo: Memorias sepulcrales de la Catedral de Sevilla. S. 162–163.
Weblinks
Kategorie:Bischof der Kanarischen Inseln Kategorie:Bischof von Sigüenza Kategorie:Erzbischof von Sevilla Kategorie:Patriarch von Westindien Kategorie:Römisch-katholischer Bischof (18. Jahrhundert) Kategorie:Kardinal (18. Jahrhundert) Kategorie:Spanier Kategorie:Geboren 1714 Kategorie:Gestorben 1781 Kategorie:Mann