mini|Hauptmarkt 17 (2010) Das Gebäude Hauptmarkt 17, ehemals Zum blauen Löwen, ist ein denkmalgeschütztes Gebäude an der Ecke Hauptmarkt/Jakobstraße in Trier im Ortsbezirk Mitte/Gartenfeld. Es ist zudem Teil der Denkmalzone Marktbezirk. Das Haus wurde 1904/05 anstelle eines Vorgängerbaus errichtet, dessen Fassade zum Hauptmarkt hin als vertikal ausgedehnte Kopie übernommen wurde.

Geschichte mini|Das Gebäude von 1730/1785 Der Vorgängerbau war ein 1730 errichtetesGottfried Kentenich: Trier, seine Geschichte und Kunstschätze, S. 147 (online) Fachwerkhaus mit dem Hausnamen „Zum blauen Löwen“, dem 1785 eine Louis-Seize-Fassade vorgeblendet wurde.Patrick Ostermann, Lukas Clemens: Stadt Trier: Altstadt (= Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz / hrsg. im Auftr. des Kultusministeriums vom Landesamt für Denkmalpflege). 1. Auflage. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2001, S. 250 Als Architekt dieser Fassade wird Lorenz Leblanc vermutet,Michael Zimmermann: Klassizismus in Trier. Die Stadt und ihre bürgerliche Baukunst zwischen 1768 und 1848. WVT Wissenschaftlicher Verlag Trier, 1997. (online) wobei auch eine Urheberschaft Antoine-François Peyres in Frage kommt.Richard Hüttel und Elisabeth Dühr (Hrsg.): Klassizismus in Trier. Photos aus der Sammlung Prof. Wilhelm Deuser. Katalog des Städtischen Museums Simeonstift Trier zur Ausstellung vom 21.1. bis 6.3.1994. (online) Die Fassade hat Ähnlichkeiten mit einem nicht umgesetzten Entwurf des Architekten Pierre Michel d’Ixnard für Flügelbauten des Residenzschlosses in Koblenz, dessen Mitarbeiter Leblanc war. Im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts war Leblanc in der Trierer Region tätig; unter anderem erstellte er 1785 den ersten Alignementplan Triers für den Hauptmarkt im Bereich der Jakobstraße, in dessen Zusammenhang das Gebäude wahrscheinlich entstand.

Im April 1904 wurde das Gebäude abgebrochen.Stadtarchiv Trier, Einheit 52 Nr. 08 Der Neubau entstand 1904/05 nach dem Entwurf des Architekten Peter Marx durch den Bauunternehmer August Wolf für den Kaufmann Friedrich Patheiger als neuklassizistisches Geschäfts- und Mietshaus. Der Neubau erfolgte im Nachgang eines 1903 ausgerichteten Fassadenwettbewerbs des Trierer Hauptmarkts. Der Neubau von 1904/05 gibt das Gliederungsschema und den Dekor der Louis-Seize-Fassade des Vorgängerbaus bis auf Veränderungen im Erdgeschoss fast detailgetreu wieder, wurde aber in den Proportionen zugunsten einer gesteigerten Vertikalisierung verändert. Er gilt als Zeugnis für ein damals verbreitetes Denkmalverständnis, das die Erhaltung eines Baudenkmals auch durch eine „korrigierende Renovierung“ beziehungsweise einen Neuaufbau nach historischem Vorbild vorsah. Neu erstellt wurde die Fassade zur Jakobstraße, die eine Variation der Fassade zur Marktseite darstellt.

Architektur und Ausstattung Das Gebäude ist als dreigeschossiger Quaderbau ausgeführt. Das Erdgeschoss ist optisch als Sockel gestaltet. Die beiden Obergeschosse werden durch ionische Kolossalpilaster zusammengefasst; dazwischen befinden sich große, versprosste Fenstertüren mit Brüstungsfeldern. Die Pilastergliederung wird über dem Traufgesims durch in einer Attika befindliche Sockel mit Urnenvasenaufsätzen fortgeführt. Das Dach wurde bereits 1785 und später erneut als barockes und damit anachronistisches Mansardwalmdach ausgeführt. Die mittlere Gaube zum Hauptmarkt wird von Löwen flankiert.

Das Innere erhielt mit dem Neubau eine zeitgenössische Ausstattung: Das Treppenhaus enthält Eisengeländer und Eingangsgitter mit Anklängen des Jugendstils. In zwei Zimmern des ersten Obergeschosses befinden sich Stuckdecken, davon eine mit neubarockem Deckenspiegel und eine mit antikisierendem Eierstabprofil und einer Mittelrosette im Jugendstildekor.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Wohn- und Geschäftshaus in Rheinland-Pfalz Hauptmarkt 17 Hauptmarkt 17 Kategorie:Bauwerk des Neoklassizismus in Rheinland-Pfalz Kategorie:Erbaut 1905