mini|hochkant=1.5|Bockwindmühle Ronnenberg, fotografiert 1860 Die Ronnenberger Windmühle war eine Windmühle in Ronnenberg in der heutigen Region Hannover in Niedersachsen. Die bereits im 14. Jahrhundert erwähnte Bockwindmühle wurde 1876 durch eine Holländerwindmühle ersetzt. Diese wurde 1965 abgerissen.

Standort Laut dem Heimatforscher Wilhelm Kleeberg ist auf einem Ortsplan aus der Zeit um das Jahr 1700 eine Bockwindmühle bei Ronnenberg eingezeichnet. Standort der Windmühle war der höchste Punkt des Gipsbergs am Südrand des Ortes. Hier trifft die Straße Mühlenrär auf die Hamelner Chaussee. In der Nähe führt der Helweg, ein Abschnitt des Hellwegs vor dem Santforde, zum Nachbarort Gehrden. Bei der Kreuzung von Hellweg und der heutigen Bundesstraße lag eine Hinrichtungsstätte, an die noch der Flurname Galgenkamp erinnert. Bei der letzten Hinrichtung wurden im Jahr 1763 „alhie vor Ronnenberg ohnweit der Windmühlen“ zwei Mörderinnen zunächst gerädert und dann gevierteilt.

Geschichte Bockwindmühle Als „by de Wynnemolen“ wird eine Ronnenberger Mühle bereits in einer Urkunde aus dem Jahr 1344 erwähnt. Sie war damit eine der ersten Windmühlen im heutigen Niedersachsen. Die Mühle wurde in älteren Texten auch als „Speers-Windmühle“ bezeichnet.Anmerkung: Der Name bezieht sich möglicherweise auf die bis 1857 erhaltene Spehrsmühle, eine Wassermühle bei Gehrden. (Siehe auch Aktien-Zuckerfabrik Neuwerk bei Hannover)

Die ältesten Archivalien zu einer Windmühle in Ronnenberg stammen aus dem Jahr 1651. Die Bockwindmühle gehörte zum Gehrdener Rittergut Franzburg. Hans Heinrich Engelke, der zuvor Müller der Wassermühle Vörie gewesen war, kaufte 1783 die Ronnenberger Mühle. Sie und ihre Nachfolgerin blieben danach im Familienbesitz. Laut alten Fotos hatte die Mühle bis zuletzt Segelgatterflügel und einen hölzernen Wellenkopf.

In der Nähe der Windmühle betrieben Georg Egestorff und dessen Sohn Johann Egestorff einen Kalksteinbruch. Dieser wurde so weit erweitert, dass schließlich der Mühlensteert nicht mehr in jede Richtung gedreht werden konnte.

Holländerwindmühle mini|hochkant=2.1|Ronnenberg-Panorama 1903. Ganz rechts die Holländermühle Im Jahr 1876 ersetzte darum der Müller Friedrich Heinrich Conrad Engelke die alte hölzerne Bockwindmühle durch eine steinerne Erd- oder Turmholländer-Windmühle. Der Holländer wurde vermutlich ebenso wie die im gleichen Jahr gebaute Sorsumer Mühle durch die Peiner Mühlenbaufirma Tietz errichtet. Die Mühle hatte eine zwiebelförmige Kappe, Jalousieklappenflügel und eine Windrose. Sie hatte drei Mahlgänge, Sichter und Fahrstuhl. Der begüterte Müller erwarb zudem den Steinbruch von Egestorffs Erben.

Die Holländermühle wurde 1936 modernisiert. Im Jahr 1939 wurde die Mühle mit Ventikantenflügeln ausgestattet. Bei einem Sturm wurde im Jahr 1942 der Wellkopf zerstört. Die Mühle wurde zu einer Motormühle umgebaut, mit Walzenstuhl und Plansichter ausgestattet und so bis 1954 betrieben. Im Jahr 1965 wurde der weithin sichtbare Mühlenstumpf abgerissen. In Ronnenberg verblieb ein alter Mühlstein. Das Heimatmuseum Ronnenberg verfügte über Fotografien und Zeichnungen.

Weblinks

Einzelnachweise Windmühlen zwischen Deister und Lindener Berg in: Ronnenberg in:

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