Das Dekanat Rosenheim ist eines der 18 Dekanate der römisch-katholischen Erzdiözese München und Freising. Das Dekanat umfasst im Wesentlichen die Gebiete von Stadt und Landkreis Rosenheim und ist mit 179 Kirchen in 32 Pfarrverbänden/Stadtkirchen das flächenmäßig größte Dekanat der Erzdiözese. Sitz des Dekanats ist Rosenheim.
Leitung Leiter des Dekanats ist seit 1. Januar 2024 Dekan Domkapitular Monsignore Thomas Schlichting. Ihm zur Seite stehen zwei Prodekane/Dekanatsstellvertreter als persönliche Stellvertreter, sowie der Dekanatsbeauftragte, Dekanatsreferent und Dekanatsassistent. Anders als in der Struktur vor 2024, als etwa das „Prodekanat Rosenheim-Nord“ noch eine eigene räumliche Untereinheit bildete, existiert eine solche territoriale Zwischenebene im reformierten Dekanat nicht mehr; die beiden Prodekane sind reine Vertretungsämter ohne eigenes Teilgebiet.
Dekanatsrat Auf Ebene des Dekanats besteht als Gremium der Laien der Dekanatsrat, das kirchliche Pendant zu den Pfarrgemeinderäten auf gesamtdekanatlicher Ebene. Er setzt sich vor allem aus Delegierten der Pfarrgemeinderäte bzw. Stadtkirchenräte der einzelnen Pfarrverbände und Stadtkirchen zusammen und wird von einem ehrenamtlichen Vorsitzenden geleitet. Der Dekanatsrat berät den Dekan in pastoralen und organisatorischen Fragen, vertritt die Anliegen der Gläubigen gegenüber der Dekanats- und Bistumsleitung und begleitet dekanatsweite Projekte und Veranstaltungen. Die bisherigen Rätestrukturen der fünf ehemaligen Dekanate blieben zunächst bis zur Pfarrgemeinderatswahl 2026 parallel bestehen, ehe sie in die neue, gesamtdekanatliche Struktur überführt wurden.
Katholische Einrichtungen / Organisationen Die katholische Jugendarbeit im Dekanat wird hauptamtlich von der Katholischen Jugendstelle in Stadt und Landkreis Rosenheim koordiniert. Sie versteht sich als Fachstelle für kirchliche Kinder- und Jugendarbeit sowie als Anlaufstelle für die im Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) organisierten Verbände vor Ort. Diese untersteht dem Erzbischöflichen Jugendamt (EJA).
Für die Erwachsenen‑ und Seniorenarbeit ist das Katholische Kreisbildungswerk Rosenheim zuständig. Es versteht sich als zentrale Einrichtung der katholischen Erwachsenenbildung im Dekanat und arbeitet auf Grundlage der Leitlinien der Erzdiözese München und Freising. Sein Auftrag ist es, Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen durch hochwertige Bildungsangebote zu begleiten und zu stärken.
Der Caritasverband Rosenheim bildet die sozial-caritative Säule der katholischen Kirche im Dekanat. Als Teil des Ressorts „Caritas und Beratung“ der Erzdiözese München und Freising bietet er ein breites Netz an Hilfen und Beratungsdiensten für Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen. Dazu gehören u. a. die Telefonseelsorge sowie die Ehe‑, Familien‑ und Lebensberatung, die über die entsprechenden Stellen des Erzbistums erreichbar sind.
Gebiet und Statistik Das Dekanat deckt sich weitgehend mit dem Gebiet von Stadt und Landkreis Rosenheim – eine größere Abweichung betrifft den PV Schnaitsee, der im Landkreis Traunstein liegt.Karte mit Landkreis- und Dekanats-Grenzen auf BayernAtlas Der Landkreis Rosenheim allein umfasst eine Fläche von rund 1439 km² und zählt knapp 260.000 Einwohner; hinzu kommt die kreisfreie Stadt Rosenheim mit rund 37 km² und knapp 65.000 Einwohnern sodass die Gesamtfläche des Dekanats um 1476 km² liegen dürfte.
Nach dem Zensus 2022 waren in der Stadt Rosenheim 24.030 Menschen katholisch (38 % der Bevölkerung, gegenüber 49,4 % beim Zensus 2011); im Landkreis gab es 2022 eine Anzahl von 135.183 Katholiken, der Anteil lag also bei 53,2 % (2011: 64,2 %), eine dekanatsweite Gesamtzahl der Katholiken ist nicht bekannt.
Geschichte
Vorgängerdekanate Vor der Dekanatsreform 2024 bestanden in der Region fünf eigenständige Alt-Dekanate: Bad Aibling, Chiemsee, Inntal, Rosenheim (in seinem bis dahin kleineren Zuschnitt) und Wasserburg. Diese Dekanatsstruktur der Erzdiözese geht in ihrer damaligen Form maßgeblich auf ein Dekret vom 10. Juli 1968 zurück, mit dem in den Jahren nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil eine kleinteiligere Untergliederung des Erzbistums geschaffen worden war.
Dekanatsreform 2024 Um die Dekanate als mittlere Organisationsebene zwischen der Diözesanleitung und den Pfarreien zu stärken und eine überörtliche Vernetzung sowie Bündelung von Ressourcen in der Seelsorge zu ermöglichen, ordnete Erzbischof Reinhard Kardinal Marx per Dekret vom 3. November 2023 eine umfassende Neugliederung der Dekanate an. Zum 1. Januar 2024 wurden die bis dahin 40 Dekanate der Erzdiözese zu 18 neuen Dekanaten zusammengelegt, deren Zuschnitt sich – anders als zuvor – weitgehend an den staatlichen Landkreisgrenzen orientiert. Die bestehenden Pfarrverbände und Einzelpfarreien blieben von der Reform unberührt.
In diesem Zuge wurden die Alt-Dekanate Bad Aibling, Chiemsee, Inntal, Rosenheim und Wasserburg zum neuen, vergrößerten Dekanat Rosenheim zusammengeführt. Die Reform war nach Angaben des Erzbistums jedoch keine Sparmaßnahme; die Dekane werden seither nicht mehr gewählt, sondern vom Erzbischof für eine Amtszeit von sechs Jahren ernannt, wobei Seelsorgende und Katholikenräte Kandidaten vorschlagen können.
Der feierliche Errichtungsgottesdienst zur Gründung des neuen Dekanats fand am 3. Oktober 2024 in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Rosenheim statt, zelebriert unter Beteiligung von Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg. Innerhalb der Stadt Rosenheim wurde Dekan Schlichting zugleich damit beauftragt, die bis dahin neun Einzelpfarreien samt Filialgemeinden und drei Stadtteilkirchen zur neuen, gemeinsamen Stadtkirche Rosenheim zusammenzuführen – gemessen an der Katholikenzahl der größte Pfarrverband der Region.
Weitere Entwicklung Im Mai 2026 hob der Erzbischof zudem die bisherige Einteilung der Erzdiözese in drei Seelsorgsregionen (München Stadt, Nord, Süd) auf, denen die Dekanate bis dahin als weitere Verwaltungsebene zugeordnet waren; als Begründung wurde angeführt, eine weitere Untergliederung oberhalb der Dekanatsebene erscheine angesichts der bereits mit der Reform von 2024 schlankeren Struktur nicht mehr erforderlich.
Struktur Das Dekanat Rosenheim gliedert sich in folgende Prodekanate mit Pfarrverbände und Stadtkirchen:
PV = Pfarrverband, SK = Stadtkirche, StK = Stadtteilkirche +Dekanat RosenheimProdekanat RosenheimProdekanat NordProdekanat SüdPV GroßkarolinenfeldPV AmerangPV Prutting-VogtareuthPV Pfaffenhofen am InnPV SchnaitseePV HalfingStk Rosenheim - Am ZugPV Eiselfing-BabenshamPV Bad EndorfStk Rosenheim - Am WasenPV EdlingPV Selige IrmengardStK Rosenheim- InnPV Pfaffing-AlbachingPV Westliches ChiemseeuferPV StephanskirchenSK WasserburgPV RiederingPV Rott am InnPV Oberes PrientalPV Tuntenhausen-SchönauPV RohrdorfPV Heufeld-WeihenlindenPV Neubeuern-NußdorfPV Feldkirchen-Höhenrain-LausPV RaublingPV BruckmühlPV Brannenburg-FlintsbachSK Bad AiblingPV Oberes InntalSK KolbermoorPV Maria Morgenstern
Kirchengebäude → Hauptartikel: Liste der Kirchengebäude im Dekanat Rosenheim
Einzelnachweise
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