Das Nationalmuseum Sandervalia () ist das Nationalmuseum von Guinea und befindet sich in der Hauptstadt Conakry. Die meisten Räume sind leer, das Museum zeigt jedoch eine begrenzte Auswahl traditioneller Gegenstände aus verschiedenen Regionen Guineas sowie Objekte und Statuen aus der Kolonialzeit. Verschiedene kunsthandwerkliche Gegenstände werden zum Verkauf angeboten.
Lage Das Nationalmuseum Sandervalia befindet sich nahe dem Ignace-Deen-Krankenhaus am siebten Boulevard in Kaloum, im Stadtviertel Sandervalia von Conakry. Das Museum liegt in einem Park im Viertel Sandervalia, in dem sich ursprünglich große Bäume befanden; bis auf einen wurden jedoch alle gefällt. Ein Gebäudeflügel wurde mit Unterstützung der japanischen Botschaft restauriert.
Rechts vom Eingang befindet sich ein 1896 von Aimé Olivier de Sanderval errichtetes gemauertes Bauwerk. Dabei handelt es sich um einen ungewöhnlichen Betonbogen, der gelegentlich informell von Künstlern zur Ausstellung ihrer Gemälde genutzt wird.
Geschichte Zwischen 1959 und 1984 wurde Guinea totalitär regiert, wobei der Islam zur Staatsreligion erklärt und nahezu sämtliche traditionelle religiöse Kunst konfisziert wurde. Parallel dazu führte eine Politik zur Förderung traditioneller Folklore zur Gründung des Museums, von Les Ballets Africains und der Radio Télévision Guinéenne. Das Museum wurde 1960 gegründet, um Beispiele traditioneller Kunst aufzubewahren und auszustellen.
Nach dem Militärputsch von 1984 wurden die Einschränkungen gegenüber einheimischen Religionen aufgehoben. Das Museum, dessen Sammlung zu diesem Zeitpunkt bereits zu großen Teilen verloren gegangen war, entwickelte sich zu einem Zentrum der kleinen Kunstszene von Conakry. Anfang der 1990er Jahre unterstützte es verschiedene Konferenzen für kulturinteressierte Bürger.
Bereits 2007 waren die ältesten Stücke seit Langem verschwunden, und das Museum wurde als eher einem Geschäft als einem Museum ähnlich beschrieben. 2014 diente das Museum als Treffpunkt des Organisationskomitees für die Feierlichkeiten in Mamou zum 56. Jahrestag der Unabhängigkeit Guineas. Es wird heute für Kunstausstellungen und andere kulturelle Veranstaltungen genutzt.
Sammlung Das Museum verfügt über eine Sammlung historischer Gegenstände aus verschiedenen Teilen des Landes, die unterschiedliche Kulturen und Ethnien repräsentieren, sowie über Objekte aus der Kolonialzeit. Zur Sammlung gehörten Masken und ein sogenannter heiliger Wald.
Im Jahr 2016 war das Gebäude bis auf einen Raum weitgehend leer. In diesem befanden sich mehrere Masken und Musikinstrumente aus verschiedenen Regionen Guineas. Am Ende der Dauerausstellung befindet sich ein Modell, das die Häuser verschiedener Regionen des Landes darstellt. Neben diesem Raum gibt es eine Kunsthandwerksgalerie, in der verschiedene Gegenstände zum Verkauf ausgestellt wurden, darunter Stoffe, traditionelle Kleidung, Holzstatuen und geprägtes Tuareg-Leder.
Statuen aus der Kolonialzeit sind im Innenhof des Museums aufgestellt. Sie stellen historische Persönlichkeiten Guineas dar, darunter Almamy Samory Touré. Dort befinden sich außerdem Statuen von Sanderval, des Gouverneurs Noël Ballay vom Bildhauer H. Allourd, des Arztes Victor Le Moal (1876–1908) sowie von Monsignore Raymond René Lérouge (1876–1949), umgeben von Musikern sowie einem Fischer mit seiner Frau und seinen Kindern.
Im Innenhof befindet sich außerdem ein Restaurant. Das Geländer ist mit Kolonialhelmen verziert. Auch die Cafeteria befindet sich in einer Hütte, die von einem riesigen Kolonialhelm gekrönt wird, eine offenbar ironische Homage an die ehemaligen französischen Kolonialherren.
Galerie
Weblinks Nationalmuseum Sandervalia
Einzelnachweise
Kategorie:Museumsgründung 1960 Kategorie:Museum in Afrika Kategorie:Conakry