mini|hochkant|St. Korbinian (2007) mini|hochkant|Innenansicht St. Korbinian ist eine römisch-katholische Pfarrkirche in Dettendorf, einem Gemeindeteil von Bad Feilnbach im oberbayerischen Landkreis Rosenheim, gelegen an der Irschenberger Straße 7. Sie ist zu Ehren des heiligen Korbinian geweiht und liegt am östlichen Fuße des Irschenbergs mit weitem Blick über das Aiblinger Moor bis zum Wendelstein. Die Kirche steht unter Denkmalschutz.

Geschichte Die Filialkirche St. Korbinian in Dettendorf geht auf ein Blutwunder des heiligen Korbinian aus dem Jahr 769 zurück. Der Überlieferung nach war der Bischof zwischen 724 und 730 in Freising gestorben; sein letzter Wunsch war es, im Südtiroler Mais bei Kloster Kuens/Meran begraben zu werden. Bei einer Rast des Leichenzuges in Dettendorf soll dem Toten Blut aus der Nase geflossen sein, das aufgefangen und an Ort und Stelle vergraben wurde. Als man 40 Jahre später, am 20. November 769, unter Bischof Arbeo die Reliquien nach Freising zurückführte, erwies sich das Blut noch immer als frisch und flüssig. Die Bewohner des Ortes deuteten dies als Wunder und errichteten zu Ehren des Heiligen an dieser Stelle eine Kirche.

Erstmals urkundlich als Filiale erwähnt wird die Kirche 1315; die Pfarrei Irschenberg besaß zu dieser Zeit bereits vier Filialkirchen, darunter St. Korbinian. Der heutige, barocke Kirchenbau geht auf Hans Mayr sen. von der Hausstatt (1643–1718) zurück. Die Kirche wurde 1697 durch den Freisinger Fürstbischof Johann Franz Eckher von Kapfing und Liechteneck geweiht. Die Weihe fand konkret am 16. August 1697 statt, als Eckher den Hochaltar zu Ehren des heiligen Korbinian einsegnete – zeitgleich mit der Weihe der neuen Pfarrkirche Irschenberg (15. August) sowie der Altäre von Wilparting und der Kirche zu Niklasreuth (14. August).

1842 erhielt St. Korbinian eine eigene, von der benachbarten Kirche St. Martin in Kematen unabhängige Kirchenverwaltung; seit 1900 bestand für Kematen und Dettendorf eine gemeinsame Stiftungspflege. 1917 wurden die beiden Filialkirchen Kematen und Dettendorf zur selbstständigen Expositur der Pfarrei Irschenberg erhoben, mit Josef Herzinger (1917–1926), zuvor Benefiziat in Au, als erstem Expositus mit Sitz in Kematen. 1919 erhob Kardinal Michael von Faulhaber die Expositur zur eigenständigen Pfarrei – mit der Besonderheit, dass diese Pfarrei zwei Pfarrkirchen besitzt: St. Martin in Kematen und St. Korbinian in Dettendorf.

Von 1962 bis 1964 wurde die Pfarrei von Au mitverwaltet. Ab 1964 versah der Kommorant Anton Straßmair die Seelsorge in den Pfarreien, bis er 1981 neunzigjährig verstarb; ihm folgte Kommorant Benno Reiter. Seit 1992 besteht zwischen den Pfarreien Kematen-Dettendorf und Au ein Seelsorgeverbund bei weiterhin eigenständigen Kirchenverwaltungen.

Architektur Die Kirche ist als Saalbau mit Satteldach und einem Nordturm mit Kuppelhaube ausgeführt – eine barocke Anlage von Hans Mayr d. Ä. Die Filialkirche erhebt sich auf einem Terrassensporn aus der aufgelockerten bäuerlichen Hauslandschaft, umgeben von ausgedehnten Obstwiesen; um die Kirche herum liegt der kleine Dorffriedhof.

Ausstattung Zur Ausstattung gehören Deckengemälde des Malers Sepp Hilz aus dem Jahr 1935: Sie zeigen ein Brautpaar in ländlicher Tracht, das vom heiligen Korbinian den Segen für den gemeinsamen Lebensweg empfängt, die Legende des Heiligen mit dem gezähmten Bären sowie den Schutz der Dettendorfer durch ihren Kirchenpatron vor den Franzosen während der Napoleonischen Kriege. Zwei Votivbilder erinnern ebenfalls an den Schutz, den der Kirchenpatron den Dettendorfern gewährt habe.

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Einzelnachweise

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