Uri Poliavich (geboren 1981 in der Ukraine) ist ein Unternehmer und Philanthrop sowie Gründer von Soft2Bet, einem Anbieter schlüsselfertiger Lösungen für die Glücksspielbranche.
Biografie Poliavich wurde 1981 in der Ukraine geboren.
Im Alter von 14 Jahren zog Poliavich mit seiner Familie nach Israel, wo er die Schule abschloss und anschließend seinen verpflichtenden dreijährigen Militärdienst ableistete.
Von 2005 bis 2009 erwarb er an der Bar-Ilan-Universität den akademischen Grad Bachelor of Law (LLB) im Studiengang Legal Studies. Poliavich begann seine berufliche Laufbahn als Rechtsanwalt und war vor allem im Wirtschafts- und Immobilienrecht tätig.
Karriere Von 2007 bis 2010 arbeitete Poliavich als juristischer Praktikant bei HBW Law und befasste sich mit M&A-Verträgen für internationale Handels- und Immobilientransaktionen.
Von 2010 bis 2012 war er als Vice President für Geschäftsentwicklung bei der WK Group tätig. Dort war er für verschiedene Geschäftsaktivitäten der Gruppe in Zentralasien zuständig und arbeitete mit iGaming-Anbietern wie Microgaming, BetConstruct und Playtech zusammen.
2012 zog Poliavich mit seiner Familie nach Moldau. Gleichzeitig war er bei Playtech als Berater für Emerging Markets tätig und befasste sich mit der Geschäftsentwicklung sowie dem Ausbau der Präsenz von Playtech in Zentralasien und Osteuropa. Bis August 2016 war er außerdem Chief Operating Officer (COO) bei IMS Limited und verantwortete dort den iGaming-Betrieb, den Kundensupport, die Finanzen und das Marketing.
2016 gründete Poliavich Soft2Bet. Das Unternehmen begann als Start-up und entwickelte sich zu einem international tätigen iGaming-Anbieter. Zu den im Zusammenhang mit dieser Entwicklung genannten Meilensteinen zählen.
Das Unternehmen erhielt 23 Lizenzen weltweit und brachte mehrere Glücksspielmarken auf den Markt.
Poliavich leitete die Entwicklung der Motivational Engineering Gaming Application (MEGA), einer auf Gamification basierenden Plattform, die auf eine stärkere Spielerbindung und Umsatzsteigerungen ausgerichtet ist.
Die MEGA-Plattform wurde bei den Global Gaming Awards 2025 in der EMEA-Region als „Product Launch of the Year“ ausgezeichnet.
2024 weitete Poliavich die Aktivitäten von Soft2Bet in Malta aus und eröffnete dort ein neues Büro.
Poliavich weitete die Aktivitäten der Gruppe auf den nordamerikanischen Markt aus, nachdem eine iGaming-Lizenz der Alcohol and Gaming Commission of Ontario (AGCO) erteilt worden war.
2024 stellte Poliavich Soft2Bet Invest vor, einen Investmentfonds mit einem Volumen von 50 Millionen US-Dollar zur Unterstützung aufstrebender Unternehmen und Unternehmer in der Glücksspielbranche. Die Initiative erhielt im September 2024 bei SIGMA die Auszeichnung „Outstanding Contribution to Gaming“.
Im September 2024 wurde er bei den SBC Awards als „Leader of the Year“ ausgezeichnet und erhielt bei den Global Gaming Awards EMEA die Auszeichnung „Executive of the Year“.
Im Januar 2025 wurde er bei den Global Gaming Awards EMEA 2025 als „Executive of the Year“ ausgezeichnet.
Philanthropie Nach seinem Umzug nach Israel und seinem Abschluss an der juristischen Fakultät der Bar-Ilan-Universität engagierte sich Poliavich für jüdische Bildungsangebote weltweit und finanzierte sowohl Tagesschulen als auch außerschulische Programme für jüdische Kinder und Familien.
2020 gründete er gemeinsam mit seiner Frau Yael die Yael Foundation.
Stand 2025 ist die Stiftung in 48 Ländern tätig und unterstützt mit Bildungsprogrammen, Sommercamps und weiteren Initiativen mehr als 29.300 jüdische Kinder.
2024 wurde Poliavich zu den 50 einflussreichsten Juden weltweit gezählt.
Poliavich arbeitet mit anderen international tätigen jüdischen Führungspersönlichkeiten wie Ronald Lauder zusammen, um jüdische Bildungsprojekte zu unterstützen.
Die Yael Foundation unterstützt Maßnahmen zum Schutz jüdischer Gemeinden und insbesondere von Schulen vor antisemitischen Bedrohungen.
Kontroversen und Vorwürfe antisemitischer Medienangriffe Seit 2023 ist Uri Poliavich Gegenstand von Veröffentlichungen, die als koordinierte Verleumdungs- und antisemitische Angriffe auf seine philanthropischen und bildungsbezogenen Aktivitäten beschrieben wurden.
Ein Beitrag von EU Political Report verwies auf einen Bericht des belgischen Analysten und ehemaligen Geheimdienstmitarbeiters Claude Moniquet vom European Strategic Intelligence and Security Center. Darin wurden die Kampagnen gegen Poliavich sowie gegen weitere jüdische Unternehmer und Philanthropen in Europa als politisch motivierte Desinformation beschrieben. Moniquets Analyse zufolge hätten die Angriffe auf erfundenen Behauptungen über Poliavichs Geschäftstätigkeit beruht und darauf abgezielt, seine Bildungs- und humanitäre Arbeit zu diskreditieren. Dem Bericht zufolge seien diese Narrative über digitale Plattformen und Randmedien verbreitet worden; dabei seien häufig antisemitische Stereotype und Verschwörungserzählungen aufgegriffen worden, die in mehreren Rechtsordnungen Gegenstand rechtlicher Auseinandersetzungen waren. Auch Berichte in Dänemark, insbesondere von lokalen Rundfunkmedien über Uri Poliavich und Soft2Bet, wurden als ähnliche Medienangriffe eingeordnet. Kommentatoren und Branchenexperten vertraten die Auffassung, routinemäßige Sicherheitsberichte und Betrugsmeldungen seien aus dem Zusammenhang gerissen und als Belege für Fehlverhalten dargestellt worden, obwohl keine Feststellungen vorgelegen hätten, wonach das Unternehmen gegen geltende Vorschriften verstoßen habe. Die Kontroverse entstand während eines Wahlkampfs, in dem Kritik am Online-Glücksspiel zu einem politisch attraktiven Thema geworden war. Kritiker bezeichneten den Vorgang als Beispiel dafür, wie ein Unternehmen aus einer ohnehin umstrittenen Branche gezielt herausgegriffen und zum politischen Ziel gemacht werden könne, sodass allgemeine Bedenken gegenüber Online-Glücksspiel ohne Nachweis eines Fehlverhaltens auf ein bestimmtes Unternehmen und dessen Gründer übertragen würden. Sie argumentierten zudem, Teile der Medien hätten zu diesem Prozess beigetragen, indem sie Vorwürfe gegen Poliavich und Soft2Bet verstärkt aufgegriffen und in einen neuen Zusammenhang gestellt hätten; einige dieser Berichte wurden später Gegenstand rechtlicher Schritte.
Einzelnachweise
Kategorie:Unternehmer (21. Jahrhundert) Kategorie:Geboren 1981 Kategorie:Mann