Die Bridges to Babylon Tour war eine weltweite Konzerttournee der britischen Rockband The Rolling Stones, die zur Unterstützung ihres 1997 veröffentlichten und namensgebenden Studioalbums Bridges to Babylon diente.
Hintergrund Die Tournee wurde im Vorfeld am 18. August 1997 während einer Pressekonferenz angekündigt, die Mick Jagger und Keith Richards unterhalb der Brooklyn Bridge in New York City abhielten. Wenige Wochen später spielte die Band am 9. September 1997 in Toronto ein exklusives Warm Up-Konzert vor geladenen Gästen und Gewinnern eines Preisausschreibens.
Der offizielle Tourneestart der Bridges to Babylon Tour erfolgte schließlich am 23. September 1997 in Chicago, das Tourfinale fand knapp ein Jahr später am 19. September 1998 in Istanbul statt. Die Tour umfasste insgesamt 102 Konzerte in Nordamerika, Asien, Südamerika und Europa.
Die Bühnenproduktion wurde, wie seit 1989 üblich, von Mark Fisher und Patrick Woodroffe mit Unterstützung von Charlie Watts und Mick Jagger entworfen. Zu Beginn der Shows explodierte ein Feuerwerk auf einer kreisrunden Leinwand. Während diese sich öffnete, erschien Keith Richards und spielte das klassische Riff von (I Can’t Get No) Satisfaction, während nach und nach die restlichen Bandmitglieder und ihre Begleitmusiker auf die Bühne kamen. Zum Bühnenbild gehörte eine 46 Meter lange, ausfahrbare Brücke, die sich von der Hauptbühne bis zu einer Nebenbühne in der Mitte des Geländes erstreckte. Dies war die erste Tournee der Rolling Stones, bei der bei den meisten Konzerten eine B-Bühne zum Einsatz kam (sie hatten zwar schon bei der vorherigen Voodoo Lounge Tour eine benutzt, aber nur bei einem Konzert.) Mick Jagger dazu: „Die Brücke zur B-Bühne funktionierte die meisten Abende einwandfrei, außer wenn es zu kalt oder zu heiß war, dann musste sie quasi manuell aufgebaut werden. Ich hatte immer die Sorge, dass sie sich gar nicht öffnen würde.“ Keith Richards merkte außerdem an: „Da ist noch jemand, der bei Open-Air-Auftritten mitspielt: Gott. Entweder er meint es gut mit dir, oder er bringt einen Wind aus der falschen Richtung und der Sound ist im Eimer. Normalerweise spielt das Wetter um die Konzertzeit mit … aber eben nicht immer. […] Die größeren Shows sind schwieriger zu spielen, obwohl wir die meiste Zeit dort auftreten, weil wir so stark in die Lichttechnik und die Computer eingebunden sind: Je größer die Produktion, desto strukturierter muss man vorgehen. Wenn wir auf der B-Bühne oder in einem Club spielen, ist das für uns wie nach Hause kommen – wir schwitzen nur ein bisschen.“
Eine der Neuerungen bei einer Rolling-Stones-Tournee war eine Online-Abstimmung mit Wunschliedern: Fans, die ein Ticket gekauft hatten, konnten für ihren Wunschsong abstimmen. Wurde ein Song in vier aufeinanderfolgenden Shows per Online-Abstimmung gewählt, wurde er fester Bestandteil der Setlist (so wurde beispielsweise Gimme Shelter früh in die Tour aufgenommen und Under My Thumb verpasste die vierte Platzierung sechsmal nur knapp, wurde aber nie in vier aufeinanderfolgenden Shows gewünscht). Bei einigen Konzerten gab es keine Online-Abstimmung (zum Beispiel bei den Shows in Brasilien, wo die Band gemeinsam mit Überraschungsgast Bob Dylan dessen Titel Like a Rolling Stone spielte.)
Zu den Vorgruppen des ersten Nordamerika-Abschnitts gehörte u. a. Sheryl Crow. „Sie haben mich in ihren Privatjet eingeladen …“, erinnerte sie sich später. „Drei Wochen vor Tourbeginn sahen meine Band und ich uns den Stones-Film Cocksucker Blues an. Der Film ist der Wahnsinn – pure Ausschweifung, und es gibt mehrere Szenen, in denen sie in ihrer privaten Boeing 747 Anfang der 70er-Jahre regelrechte Orgien feiern. Also stieg ich in ihren Jet und dachte: ‚Wow, was für ein Unterschied! Wir haben uns hier definitiv verändert, oder?‘“Doyle, Tom (February 1998). „Their year – Sheryl Crow“. Q #137. p. 100.
Die Bridges to Babylon Tour war zu ihrer Zeit die zweiterfolgreichste Tournee der Rolling Stones nach ihrer eigenen rekordverdächtigen Voodoo Lounge Tour (1994/95). Schätzungsweise 4,577 Millionen Menschen besuchten die 102 Konzerte und sorgten für einen Gesamtumsatz von ca. 274 Mio. US-Dollar.Nelson, Murry R. (2010). „The Rolling Stones – A Musical Biography“. p. 141. ABC-CLIO,
Liveaufnahmen Die Tour wurde durch das Livealbum No Security und eine DVD-Veröffentlichung des Konzerts in St. Louis (12. Dezember 1997) dokumentiert, die beiden im Dezember 1998 veröffentlicht wurden. 2019 erschienen außerdem innerhalb eines Jahres mit Bridges to Bremen und Bridges to Buenos Aires zwei CD/Blu-ray/DVD-Boxsets mit Mitschnitten der Auftritte in Buenos Aires (4. April 1998) und Bremen (2. September 1998).
Setlist Beispiel-Setlist (I Can’t Get No) Satisfaction Let’s Spend the Night Together Flip the Switch Gimme Shelter Anybody Seen My Baby? It’s Only Rock’n’Roll (But I Like It) Saint of Me Out of Control Miss You All About You Thief in the Night You Got Me Rocking Wanna Hold You Little Queenie Like a Rolling Stone Sympathy for the Devil Tumbling Dice Honky Tonk Women Start Me Up Jumpin’ Jack Flash Zugaben: You Can’t Always Get What You Want Brown Sugar Waiting on a Friend
Tourdaten Nr.DatumStadtLandVeranstaltungsortAnmerkungenLeg 1 – Nordamerika123. September 1997ChicagoSoldier Field225. September 1997327. September 1997ColumbusOhio Stadium430. September 1997WinnipegWinnipeg Stadium52. Oktober 1997EdmontonCommonwealth Stadium66. Oktober 1997MadisonCamp Randall Stadium78. Oktober 1997Orchard ParkRich Stadium810. Oktober 1997CharlotteEricsson Stadium912. Oktober 1997PhiladelphiaVeterans Stadium1016. Oktober 1997East RutherfordGiants Stadium1117. Oktober 19971220. Oktober 1997FoxboroughFoxboro Stadium1321. Oktober 19971423. Oktober 1997LandoverJack Kent Cooke Stadium1526. Oktober 1997NashvilleVanderbilt Stadium1628. Oktober 1997NormanOklahoma Memorial Stadium1730. Oktober 1997AlbuquerqueUniversity Stadium181. November 1997Fort WorthTexas Motor Speedway197. November 1997TempeSun Devil Stadium209. November 1997Los AngelesDodger Stadium2110. November 19972214. November 1997OaklandOakland–Alameda County Coliseum2315. November 19972418. November 19972519. November 19972622. November 1997ParadiseMGM Grand Garden Arena2725. November 1997MinneapolisHubert H. Humphrey Metrodome2828. November 1997SeattleKingdome292. Dezember 1997PontiacPontiac Silverdome305. Dezember 1997MiamiOrange Bowl Stadium317. Dezember 1997OrlandoFlorida Citrus Bowl329. Dezember 1997AtlantaGeorgia Dome3312. Dezember 1997St. LouisTrans World DomeLeg 2 – Nordamerika/Pazifischer Rand345. Januar 1998Quebec CityLe Colisée3514. Januar 1998New York CityMadison Square Garden3616. Januar 19983717. Januar 19983823. Januar 1998ʻAieaAloha Stadium3924. Januar 19984028. Januar 1998VancouverBC Place Stadium4130. Januar 1998PortlandRose Garden Arena4231. Januar 1998433. Februar 1998San DiegoQualcomm Stadium447. Februar 1998Mexiko-StadtForo Sol459. Februar 19984612. Februar 1998HoustonCompaq Center4713. Februar 1998Leg 3 – Asien/Nordamerika/Südamerika4812. März 1998TokioTokyo Dome4914. März 19985016. März 19985117. März 19985220. März 1998OsakaOsaka Dome5321. März 19985429. März 1998Buenos AiresEstadio Monumental Antonio Vespucio Liberti5530. März 1998562. April 1998574. April 1998585. April 19985911. April 1998Rio de JaneiroPraça da Apoteose6013. April 1998São PauloEstádio Ícaro de Castro Melo6117. April 1998SyracuseCarrier Dome6219. April 1998MontréalCentre Molson6320. April 19986423. April 1998ChicagoUnited Center6526. April 1998TorontoSkyDomeLeg 4 – Europa6613. Juni 1998NürnbergZeppelinfeld6720. Juni 1998WerchterFestivalweideRock Werchter6821. Juni 19986924. Juni 1998DüsseldorfRheinstadion7026. Juni 1998HannoverMessegelände7129. Juni 1998AmsterdamAmsterdam Arena721. Juli 1998732. Juli 1998745. Juli 1998756. Juli 1998769. Juli 1998FrauenfeldPferderennbahn FrauenfeldOut in the Green Festival7711. Juli 1998Wiener NeustadtFlugplatz Wiener Neustadt/Ost7813. Juli 1998MünchenOlympiastadion7916. Juli 1998MálagaPuerto de Málaga8018. Juli 1998VigoEstadio Municipal de Balaídos8120. Juli 1998BarcelonaEstadi Olímpic de Montjuïc8225. Juli 1998Saint-DenisStade de France8327. Juli 1998GelsenkirchenParkstadion8429. Juli 1998KopenhagenParken8531. Juli 1998GöteborgUllevi Stadion862. August 1998OsloValle Hovin875. August 1998HelsinkiOlympiastadion888. August 1998PiritaLauluväljak8911. August 1998MoskauOlimpijski kompleks Lužniki9014. August 1998ChorzówStadion Śląski9120. August 1998ZagrebZagrebački hipodrom9222. August 1998PragSportovní hala9326. August 1998BerlinOlympiastadion9428. August 1998LeipzigFestwiese9530. August 1998HamburgTrabrennbahn Bahrenfeld962. September 1998BremenWeserstadion975. September 1998Den HaagMalieveld988. September 1998StockholmGloben9910. September 1998BerlinWaldbühne10012. September 1998MannheimMaimarktgelände10116. September 1998MarousiOlympiakó Stádio Athinón10219. September 1998IstanbulAli Sami Yen Stadyumu
Band Mick Jagger: Gesang, Gitarre, Mundharmonika, Percussion, Keyboards Keith Richards: Gitarre, Gesang Ron Wood: Gitarre, Keyboards Charlie Watts: Schlagzeug Darryl Jones: Bass, Hintergrundgesang Chuck Leavell: Keyboards, Hintergrundgesang Bernard Fowler: Percussion, Hintergrundgesang Bobby Keys: Saxophon Andy Snitzer: Saxophon, Keyboards Michael Davis: Posaune Kent Smith: Trompete Blondie Chaplin: Hintergrundgesang, Percussion, Gitarre, Keyboards Lisa Fischer: Hintergrundgesang
Einzelnachweise
Kategorie:Musiktournee 1997 Kategorie:Musiktournee 1998 Kategorie:The Rolling Stones