Simon Sieger (* 1986 in Frankreich) ist ein französischer Jazz- und Improvisationsmusiker (Piano, Posaune, Tuba, Komposition).

Leben und Wirken Sieger wuchs in einer Familie auf, in der Jazz und improvisierte Musik, aber auch Literatur und Philosophie zentrale Interessen bilden. Ab 2004 begann er, angeleitet durch seinen Vater, den Saxophonisten Pascal Sieger, ohne formale Anleitung Jazz-Piano und Posaune zu spielen. Ab 2006 arbeitete er mit Thomas Weirich und ab 2010 mit Raphaël Imbert und erweiterte seinen Fokus auf zeitgenössische Musik, elektronische Musik und Instrumentenbau. Mit 21 Jahren begann er eine Ausbildung am Konservatorium von Marseille, wo er auch (nachdem ihm zunächst der Abschluss verweigert wurde), 2011 den Jazzkurs abschloss.

Sieger gehörte zur Attica Blues Band von Archie Shepp (2013) und zu den Bands Odyssey und Legacy von Famoudou Don Moye. Weiterhin trat er seit 2019 mit dem Art Ensemble of Chicago (The Sixth Decade: From Paris to Paris) auf sowie seit 2023 mit Moor Mother. Mit dem Bassisten Joel Grip und dem Schlagzeuger Michael Griener bildete er 2019 das Trio Oùat, das nach seinem Album Elastic Bricks (2021) den Weg von Thelonious Monk über Elmo Hope und Herbie Nichols bis hin zu Per Henrik Wallin verfolgte, dessen Album Coyote aus den 1980er-Jahren es vollständig als The Strange Adventures of Jesper Klint reinterpretierte, bevor es beim Jazzfest Berlin 2024 unter dem Titel What Love einen von dessen Höhepunkte bildete. Er arbeitete auch mit Sven-Åke Johansson (Stumps (Second Version)), Hamid Drake, Mats Gustafsson, Tristan Honsinger, Rudi Mahall, Daniel Blumberg und Camille Émaille.

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Einzelnachweise

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