Vibrations From The Cosmic Void ist das zehnte Studioalbum der Düsseldorfer Neo-Psychedelic und Neo-Kraut Rock Band Vibravoid. Es erschien im Jahr 2018 über das Independent-Label Stoned Karma Records in unterschiedlichen Editionen. Das Werk erreichte Platz eins der eclipsed-Charts und wurde von der internationalen Presse als Weiterentwicklung des Kraut Rock rezipiert.
Hintergrund und Entstehung Die Stücke für das Album wurden im Jahr 2017 in Düsseldorf geschrieben, aufgenommen und produziert. Die Band spielte alle Instrumente selbst ein, darunter Vox Super Continental Orgel, Theremin, Stylophone, Boss DM1, Colorsound Fuzz Wha Swell, Lemon StudioSound Babyphaser, Roland Space Echo, Dynacord Bandecho, Mellotron und Electric Sitar. Auch die Aufnahmen, die Abmischung und die Produktion übernahm die Gruppe in Eigenregie. Inhaltlich und musikalisch stehen bei diesem Werk die Kosmische Musik sowie die Düsseldorfer Wurzeln der Musiker im Vordergrund. Stilistisch sind Einflüsse von Kraftwerk, Neu!, DOM sowie Achim Reichel und dessen Projekt A.R. & Machines erkennbar. Der Albumtitel bezieht sich auf die ersten Demotapes der Band sowie die ausgeschriebene Bedeutung des Bandnamens „Vibrations From The Cosmic Void“ und wird grafisch auf dem Cover dargestellt. Das im Jahr 2018 von Vibravoid überregional veranstaltete Rheinkraut-Festival bezog sich historisch auf die Entstehung des Kraut Rocks im Jahr 1968. Eine Live-Aufnahme des Vibravoid-Konzerts vom 16. Februar 2018 in Düsseldorf mit Ufo Walter als Gastmusiker bildet die Grundlage für die beiliegende Bonus-LP.
Editionen Die Veröffentlichung umfasst vier unterschiedliche Vinyl-Editionen. Die Erstauflage des Studioalbums erschien als dreifarbiges Splatter-Vinyl in einer Gesamtauflagel von 1500 Exemplaren. Eine auf 500 Exemplare limitierte Pre-Order-Edition enthielt als Bonus das zusätzliche Album Live At Rheinkraut Festival, 2018 auf „random coloured“ Vinyl, wobei die ersten 200 Stück als Edition mit einer zusätzlichen CD, einem Poster und einer signierten Beilage ausgeliefert wurden. Eine vierte Edition erschien als Deluxe-Version in einer Sonderauflage von 62 handnummerierten Exemplaren in einem runden „Kinetic Op Art Cover“ mit einem Festivalkatalog und der Live-LP auf exklusivem „rot marmoriertem“ Vinyl. Die CD-Edition enthält zwei Bonustracks.
Rezeption Christoph Höhl vom österreichischen Magazin SLAM bescheinigte dem Werk ein „schön angestaubtes Rockflair“ mit einer im Mix zurückhaltenden Stimme. Während der Titel The Modular System durch ein vergleichsweise strukturierteres Klangbild und eine eingängige Gitarrenlinie geprägt sei, zeige das ausgedehnte Melodies Of The Stars zahlreiche Stimmungswechsel, die den musikalischen Exzess kontrollieren. Das fast zwanzigminütige The Intergalactic Playground wurde als eine mit schrägen Sounds besetzte Space-Oper beschrieben, die streckenweise eine „obskure Horrorromantik“ vermittle. Das Magazin grow! hob hervor, dass die römische Zwei im Titel des Eröffnungstracks auf eine Fortsetzung früherer, unveröffentlichter Demo-Aufnahmen der Band aus dem Jahr 1992 verweise. Zudem breche das Stück Melodies Of The Stars zeitweise melodische Strukturen auf und fokussiere sich stattdessen auf experimentelle Noisegeräusche.
Roberto Calabrò ordnete das Werk in der Zeitschrift Blow Up unter der redaktionellen Rubrik „Kraut Psychedelia“ ein. Er charakterisierte die Veröffentlichung als eine sensorische Erfahrung in sieben Sätzen, die darauf ausgelegt sei, veränderte Wahrnehmungszustände zu erzeugen, und betonte den Charakter des Projekts als kreatives Ventil des Multiinstrumentalisten Christian Koch. Aldo Chimenti vom Magazin Rockerilla sah in der Formation die „legitimen Erben“ des klassischen Krautrocks und der lysergischen Schule. Das Album präsentiere eine Darbietung, die von dichten Fuzz-Gitarren, rituellen sowie meditativen Elementen und mantrischen Sitar- und Tamburaklängen getragen werde. Das Magazin Rumore zog Parallelen zur Science-Fiction-Ästhetik und bezeichnete den ersten Teil der Veröffentlichung als „Musik für gestrandete Astronauten“, während die elektronischen Strukturen der zweiten Hälfte im Bereich der Kosmischen Musik verortet wurden. Das zeitgleich beigelegte Live-Dokument wurde aufgrund seines rauen, improvisatorischen Charakters im Trio-Line-up mit Ufo Walter als „historisches Zeugnis für Sammler“ eingestuft. Das Underground-Portal Reverend Lys beschrieb den Klang im Vergleich zum poppigeren Vorgänger Mushroom Mantras als „feinstaubigen, spektralen Space Rock“. Das gestalterische und inhaltliche Konzept weise zudem kryptische Bezüge zur Arecibo-Botschaft und den 21 Elementen auf der Albumrückseite auf.
In der Fachzeitschrift Ruta 66 wurde das Album als eine „klangliche Odyssee“ beschrieben, die sich schrittweise von der Erdoberfläche entferne und den Hörer in dichte, psychedelische Klangnebel hineinziehe. Das strukturelle Fundament basiere stark auf synthetisiertem Krautrock, der klare Parallelen zu den Musikpionieren Popol Vuh und Klaus Schulze aufweise. Das Fanzine Mentas de Ácido betonte, dass das Album einem kompromisslosen Sound-Experiment folge. Die stilistische Ausrichtung orientiere sich deutlich an der Ästhetik des UFO Clubs und klassischem Krautrock britischer Prägung, anstatt rein kontinentaleuropäischen Mustern wie Amon Düül zu folgen.
Andreas Schiffmann vom Fachportal Musikreviews.de ordnete die Veröffentlichung als eine Zusammenstellung von Experimenten und Bindeglied innerhalb der Diskografie ein. Er hob hervor, dass die Titel The Modular System, Mirrorspace und Milchstrasse 14, Köln durch den dominanten Einsatz von Synthesizern deutliche Ausflüge in das Feld der Berliner Schule darstellten, die einen Kontrast zum sonst vielschichtigen Wabern der Band böten. Im Gegensatz dazu stünden Stücke wie The Intergalactic Playground und Frequencies Of The Cosmos, welche mit Samples, extremer Verzerrung, repetitiven Rhythmen, Sitar-Klängen und analogen Keyboards als klassische „Band-Stücke“ arrangiert seien.
Andrea Groh rezensierte das Album für das Portal RockTimes und wies darauf hin, dass das klangliche Konzept dem gestalterischen Band-Motto folge, Musik primär als Erfahrung und weniger als reine Melodie zu betrachten. In der Besprechung beschrieb sie den Titel The Modular System im Vergleich zum restlichen Material als geradliniger ausgefallen, wobei dem Arrangement eine funktionierende Verknüpfung von Elementen der 1970er-Jahre mit zeitgenössischen Strukturen gelinge. Der Track The Intergalactic Playground schlage dagegen eine spürbar verträumtere, harmonischere und meditative Richtung ein. Als offizielle Besetzung für dieses Album nannte das Magazin neben Christian Koch und Frank Matenaar auch Daria Treese an Orgel, Keyboard und Bass.
Claus Wittwer besprach die zeitgleiche Veröffentlichung für das Ox-Fanzine und stellte fest, dass das Projekt auf dem Studioalbum fast vollständig auf Gesang verzichte und sich stattdessen auf instrumentale, meditative Klanglandschaften konzentriere. Der Track The Modular System basiere auf einem repetitiven, maschinellen Rhythmus, während das epische The Intergalactic Playground fernöstliche Sitar-Motive verarbeite. Das parallel beigelegte, im Trio eingespielte Live-Dokument breche durch die extremen Überlängen der Improvisationen gängige Hörgewohnheiten auf und erinnere an die Intensität der frühen Meilensteine von Can.
Henry Schneider vom US-amerikanischen Fachportal Exposé Online stellte in seiner Analyse fest, dass das Studioalbum die Einflüsse indischer Musik und des klassischen Krautrocks im Vergleich zu früheren Arbeiten weiter ausdehne. Im Gegensatz zu den mit analogen Synthesizern und Fuzz-Gitarren produzierten Studiosongs demonstriere die beiliegende Live-LP ein kompromissloses Improvisationsverhalten, bei dem die beiden überlangen Tracks durch ihre repetitive Rhythmik eine tranceartige Wirkung entfalten.
Titelliste Die originale LP-Version des Albums umfasst fünf Musikstücke.
LP-Version Vibrations from the Cosmic Void Part II – 2:48 The Modular System – 4:54 Melodies of the Stars – 12:48 The Intergalactic Playground – 19:38 Frequencies of the Cosmos – 2:20
CD-Bonus-Tracks Die CD-Fassung sowie die digitalen Veröffentlichungen enthalten zwei zusätzliche Stücke. Mirrorspace – 19:56 Milchstrasse 14, Köln – 6:50
Einzelnachweise
Kategorie:Album 2018 Kategorie:Album (Psychedelic Rock) Kategorie:Album (Krautrock) Kategorie:Vibravoid-Album