Die Georg-Schumann-Straße, manchmal abgekürzt Schumi, ist eine Innerortsstraße in Leipzig, die durch vier Ortsteile der Leipziger Stadtbezirke Mitte, Nord und Nordwest führt. Sie ist seit 1945 nach dem Politiker und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus Georg Schumann benannt. Vorher war sie nach der Stadt Halle (Saale) benannt, in deren Richtung sie führt.
Lage und Verlauf Die Georg-Schumann-Straße beginnt in der Leipziger Nordvorstadt am Ende der Eutritzscher Straße, die sich gabelt. Die Georg-Schumann-Straße führt nach links, die Delitzscher Straße fast geradeaus weiter in Richtung Norden. Die Georg-Schumann-Straße nimmt nach einem lang gestreckten Bogen die Richtung nach Nordwesten ein, die sie auf ihrer ganzen Länge von 5,46 km beibehält. Die anliegenden Flächen sind fast durchgehend bebaut. Die Straße und die Siedlungsflächen liegen höher als die südlich parallele Elsteraue, das Höhenprofil der Georg-Schumann-Straße ist leicht wellig. An ihrem Ende erreicht die Georg-Schumann-Straße die Ortsteilgrenze zwischen Wahren und Lützschena-Stahmeln, die bis 1999 auch die Stadtgrenze der Stadt Leipzig war. Von hier führt die Straße ohne Richtungsänderung als Hallesche Straße weiter und überquert schließlich die Stadtgrenze zwischen Leipzig und Schkeuditz.
Geschichte mini|Auf diesem Bild aus dem Jahre 1993 ist der schlechte Bauzustand der Bebauung an der Georg-Schumann-Straße deutlich erkennbar. mini|Das Eisenbahnviadukt Wahren, das auch die Georg-Schumann-Straße überquert, ist eine Art historisches Wahrzeichen für die Straße. Historisch war die Georg-Schumann-Straße Teil der alten Schkeuditzer Landstraße, die von Leipzig ausgehend nördlich an den am Terrassenrand zur Elsteraue aufgereihten Dörfern vorbei nach Schkeuditz führte. Der Straßenname war in den einzelnen Gemeinden unterschiedlich. Einige von ihnen wurden nach Leipzig eingemeindet (Gohlis 1890, Möckern 1910 und Wahren 1922). Nach verschiedenen Umbenennungen der einzelnen Straßenabschnitte in Leipzig hieß die heutige Georg-Schumann-Straße 1927 schließlich einheitlich Hallesche Straße und 1928 Hallische Straße. Seit 1905 verfügte die Straße außerdem über eine durchgehende Straßenbahntrasse bis nach Lützschena, die zuvor ab 1891 von Leipzig aus in mehreren Schritten errichtet und verlängert wurde.
In den Jahren bis zum Ersten Weltkrieg wurden entlang der heutigen Georg-Schumann-Straße hunderte von Wohngebäuden, oftmals mit Ladenlokalen im Erdgeschoss, im typischen Stil der Gründerzeit errichtet. Die wenigen verbleibenden Grundstücke wurden in der Zwischenkriegszeit ebenfalls vorwiegend mit Wohngebäuden bebaut, in der Zeit der DDR wurden vereinzelt Wohnblocks im Zeilenbau hinzugefügt. Die in Georg-Schumann-Straße umbenannte Straße wurde als Magistrale bezeichnet, darunter wurden Straßen mit einer Vielzahl von Geschäften verstanden. Die privaten Hauseigentümer konnten allerdings nicht in den Erhalt ihrer Häuser investieren, da die Einnahmen aus den staatlich regulierten Mieten dafür nicht ausreichten. Als Folge davon war die Bausubstanz am Ende der DDR sehr desolat.
Nach der Deutschen Wiedervereinigung behielt die Georg-Schumann-Straße zunächst ihre Bedeutung für den Fernverkehr und war bis 2012 ein Teilstück der Bundesstraße 6. Seit 2012 führt die Bundesstraße über die neugebaute Travniker Straße und die Essener Straße, so dass die Georg-Schumann-Straße von diesem Verkehr entlastet wurde. In den 1990er Jahren waren Gleiserneuerungen der Straßenbahn in der Georg-Schumann-Straße gemäß GVFG-Förderbedingungen damit verbunden, dass die Straßenbahn einen eigenen Gleiskörper in der Mitte der Straße erhielt. Die trennende Wirkung dieser Bauweise hatte negative Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung in der Straße. Von 2010 bis 2022 installierte die Stadt ein „Magistralenmanagement“ für Teilabschnitte der Straße, für das Städtebaufördermittel eingesetzt wurden. Damit sollte vor allem die „lokale Ökonomie“ beraten und vernetzt werden. Die Programmziele sind nach Angaben der Stadt zwischenzeitlich, „auch durch die Situation auf dem Leipziger Immobilienmarkt“ (gemeint ist die Verringerung von Leerstand), erreicht worden. Es gibt eine Reihe von Artikeln (und einen Imagefilm), nach denen das einer „grauen Maus“ für die Straße nicht mehr gerechtfertigt sei. Vor allem die Gastronomie biete viele Überraschungen.Sowie ein älterer Artikel, gewissermaßen ein Vorreiter:
Darüber hinaus wird der Umbau der Straße, der abschnittsweise erfolgen soll, seit spätestens 2018 mit mehreren Bürgerwerkstätten vorbereitet. Zuletzt wurde im Juli 2026 der Umbau auf einem ersten Bauabschnitt vom „Chausseehaus bis zur Böhmestraße“ für die Jahre 2027/28 angekündigt.
Beschreibung der Straße in den Ortsteilen In Zentrum-Nord und Gohlis-Süd Länge: 1,98 KilometerMit GPS gemessen.
Die Georg-Schumann-Straße beginnt am Standort des früheren Chausseehauses, das 1911 abgerissen wurde. Die Straßenbahnhaltestelle, die sich kurz vor dem Beginn der Georg-Schumann-Straße noch auf der Eutritzscher Straße befindet, heißt weiterhin Haltestelle Chausseehaus. Bereits nach etwa 200 Metern endet auf der Südseite der Ortsteil Zentrum-Nord an der Einmündung der Ehrensteinstraße, auf der Nordseite liegt die Ortsteilgrenze noch etwa 200 Meter weiter an der Einmündung der Kanalstraße. Unter der Kanalstraße liegt der kanalisierte Wasserlauf der Nördlichen Rietzschke, der ebenso unter der Georg-Schumann-Straße hindurchführt. Hier etwa endet auch der langgestreckte Bogen der vom Chausseehaus kommenden Georg-Schumann-Straße, die geradeaus weiter durch den Ortsteil Gohlis-Süd verläuft. Als größere Kreuzung ist zunächst die mit der Lützowstraße zu nennen, an der das Einkaufs- und Geschäftszentrum Gohlis-Arkaden (erbaut in den 1990er Jahren) liegt. Die Lützowstraße verfügt ebenfalls über eine Straßenbahntrasse, so dass sich hier auch ein Umsteigepunkt für die Straßenbahn befindet (Umsteigen zur Linie 12). Als weitere größere Kreuzung ist die mit der Lindenthaler Straße zu nennen, ebenfalls mit einer kreuzenden Straßenbahntrasse (Umsteigen zur Linie 4). Im Gohliser Abschnitt der Georg-Schumann-StraßeSiehe Darstellung C-Zentrum Gohlis in: befinden sich viele kleinere und größere Geschäfte und gastronomische Einrichtungen, als größere sind ein Secondhandkaufhaus, ein Rewe und ein Kaufland zu nennen, letzterer auf dem Grundstück der abgerissenen Aktienbierbrauerei Gohlis. Neben dem Kaufland ist die Stadtteilbücherei Gohlis, die nach dem Leipziger Autoren Erich Loest benannt ist, der in der Nähe wohnte. Der Ortsteil Gohlis endet an der Bahnstrecke Leipzig–Großkorbetha (auch Thüringer Bahn genannt), die unter einer Brücke hindurchführt, auf der sich die Georg-Schumann-Straße befindet.
In Möckern Länge: 2,1 Kilometer
An der Ortsteilgrenze nach Gohlis führt die Straße über eine Brücke über die Bahn. Unten liegt der S-Bahn-Haltepunkt Leipzig-Möckern, der von der Straße über einen Zugang zu erreichen ist. Oben wurde die Haltestelle der Straßenbahn als eine der wenigen in der Georg-Schumann-Straße bereits behindertengerecht umgebaut. Auf der Nordseite der Straße wurde auf einem ehemaliges Kasernengelände das Sozialversicherungszentrum Leipzig errichtet. Dazu zählen mehrere Behörden wie die Agentur für ArbeitEngelbert Lütke Daldrup (Hrsg.): Leipzig. Bauten 1989-1999 / Leipzig. Buildings 1989-1999, Birkhäuser Verlag Basel / Berlin / Boston 1999, S. 251, ISBN 3-7643-5957-9, das Berufsförderungswerk Leipzig, der Hauptsitz der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland, ein ursprüngliches Rechenzentrum sowie ein kleiner Park.
Ein Stück weiter wurde eine Straßenbahnwendeschleife zu einem Platz umgebaut, der Huygensplatz genannt wird, was als Aufwertung gedacht war. Jedoch steht der Platz wegen seiner steinernen Platzfläche und mangelnder Nutzbarkeit in der Kritik.
Es folgt erneut eine Strecke, auf der die Straße auf beiden Seiten eine geschlossene Gründerzeitbebauung aufweist, die inzwischen (2026) überwiegend denkmalgerecht saniert ist. Das betrifft auch eine Turnhalle aus jener Zeit. Auf der rechten Seite folgt die Auferstehungskirche. Links mündet die Kirschbergstraße. Dort befindet sich das Stadtteilzentrum Anker und ein Stück weiter, vor der Kreuzung mit der Slevogtstraße, das Werner-Heisenberg-Gymnasium. Der Bereich wird Möckernscher Markt genannt, der ebenso wie der oben genannte Huygensplatz im Zuge von Aufwertungsmaßnahmen neu gestaltet wurde, in diesem Fall aber eher grünSiehe Darstellung D-Zentrum Möckern in: .
Im weiteren Verlauf der Georg-Schumann-Straße befand sich zwischen den Gründerzeithäusern auf der rechten Seite der Straßenbahnhof Möckern, der bis 2019 als Straßenbahnmuseum genutzt wurde, bevor dieses an einen anderen Standort verlegt wurde.Der neue Standort befindet sich in der Apelstraße 1, also nicht mehr im Bereich Georg-Schumann-Straße. In Richtung Wahren geht die Georg-Schumann-Straße nun deutlich bergab, bevor sie im Bereich eines weiteren Kaufland-MarktesSiehe Darstellung D-Zentrum Am Viadukt in: ihren tiefsten Punkt unter dem Eisenbahnviadukt erreicht. Die Bahnlinie auf dem Viadukt, das eine Art historisches Wahrzeichen der Georg-Schumann-Straße darstellt, ist zugleich Ortsteilgrenze zwischen den Ortsteilen Möckern und Wahren.
In Wahren Länge: 1,36 Kilometer
Nach der Unterquerung des Eisenbahnviadukts steigt die Georg-Schumann-Straße in Wahren wieder an. Gegenüber der Einmündung der Linkelstraße befindet sich ein Bereich, der nach dem Dominikanerpater und Gegner des NS-Regimes Aurelius Arkenau 2011 in Pater-Aurelius-Platz umbenannt worden ist. Die Wirkungsstätte des Paters, das Dominikanerkloster St. Albert, liegt einige Hundert Meter weiter auf der rechten Seite der Georg-Schumann-Straße. Das große burgartige Gebäude an der Kreuzung mit der Linkelstraße und dem Pater-Aurelius-Platz ist das frühere Stadtteilrathaus Wahren, in dem sich Ämter der Stadtverwaltung befinden.Siehe Darstellung D-Zentrum Rathaus Wahren in:
Hinter einer leichten Kuppe, etwa in Höhe des Dominikaner-Klosters, führt die Georg-Schumann-Straße nochmals leicht bergab. Die Straße wird jetzt schmaler, so dass für zwei Straßenbahngleise in der Mitte der Straße nicht mehr genügend Platz ist. Es gibt nur noch ein Gleis, das auf der linken Seite der Straße, direkt am Fußweg vor den Häusern, entlanggeht. Die nun folgende Haltestelle Pittlerstraße wurde 2016 von einem Gleis auf zwei Gleise erweitert, sodass sich hier Straßenbahnen aus zwei Richtungen begegnen können. Danach führt die Straßenbahntrasse eingleisig bis zur Ortsteilgrenze Wahren weiter, wo die Georg-Schumann-Straße endet und als Hallesche Straße im Ortsteil Lützschena-Stahmeln weitergeht. Ab Haltestelle Pittlerstraße befinden sich an der Georg-Schumann-Straße nur noch locker bebaute Grundstücke. In Stahmeln wechselt die Straßenbahn auf die rechte Straßenseite der Halleschen Straße.
Öffentlicher Nahverkehr Auf der Georg-Schumann-Straße verkehren die Straßenbahnlinien 11 und 10. Die Straßenbahnlinie 4 kreuzt die Georg-Schumann-Straße auf der Lindenthaler Straße und die Straßenbahnlinie 12 auf der Lützowstraße. In Teilbereichen verkehren die Buslinien 80, 85 und 90.
Mit dem S-Bahn-Haltepunkt Leipzig-Möckern hat die Georg-Schumann-Straße einen direkten Anschluss an die S-Bahn Mitteldeutschland.
Folgende 10 Straßenbahnhaltestellen befinden sich direkt auf der Georg-Schumann-Straße: Georg-Schumann-/Lützowstraße, Georg-Schumann-/Lindenthaler Straße, Wiederitzscher Straße, S-Bahnhof Möckern, Dantestraße, Möckernscher Markt, Annaberger Straße, Am Viadukt, Wahren, Pittlerstraße. Hinzu kommen die Haltestelle Chausseestraße unmittelbar vor dem Beginn, die Haltestelle Stahmeln direkt nach Ende der Georg-Schumann-Straße.
Hausnummern und Postleitzahlen mini|Hausnummer 383, das Haus ist denkmalgeschützt