John Le Couteur (* 26. August 1760 in St. Helier, Jersey; † 23. April 1835 ebenda) war ein britischer Offizier (zuletzt Lieutenant-General) und Verwalter von der Ärmelkanalinsel Jersey. Er ist der Vater des gleichnamigen Agrarwissenschaftlers und Offiziers Sir John Le Couteur (1794–1875).
Militärische Laufbahn
Frühe Jahre und Einsatz in Indien John Le Couteur entstammte einer angesehenen Familie auf Jersey. Er war Sohn von John Le Couteur (1718–1794). Im Jahr 1780 erwarb er ein Offizierspatent als Ensign im 95th Regiment of Foot und nahm im Januar 1781 unter Major Francis Peirson an der Schlacht um Jersey teil, bei der ein französischer Invasionsversuch abgewehrt wurde.
Noch im selben Jahr wurde er zum Lieutenant im 100th Regiment of Foot befördert und nach Indien versetzt. Während des Zweiten Mysore-Krieges kämpfte er gegen Haidar Ali und Tipu Sultan. Im April 1783 geriet er bei der Belagerung von Bednore in Gefangenschaft. Nach fast einjähriger Haft kam er im März 1784 infolge des Friedens von Mangalore frei. Seine Erlebnisse verarbeitete er in dem 1790 erschienenen Buch Letters, Chiefly from India. 1784 wurde er zum Captain-Lieutenant ernannt.
Rückkehr nach Jersey 1785 wurde sein Regiment aufgelöst. Er selbst wurde zum Captain befördert, auf Halbsold gesetzt und kehrte Le Couteur nach Jersey zurück. 1787 trat er der Inselmiliz (Jersey Militia) bei. 1793 heiratete er Marie (1774–1845), die Tochter von Sir John Dumaresq; das Paar hatte zwei Söhne. Im selben Jahr wurde er in das 11. Infanterieregiment aufgenommen und zum Brigade-Major der Miliz von Jersey ernannt, wo er sich als energischer Reformer einen Namen machte. Zwischen 1793 und 1795 war er damit beauftragt, über Jersey vertrauliche Kontakte zwischen der britischen Regierung und französischen Royalisten zu pflegen.
Nach Beförderungen zum Major (1797) im 16th Regiment of Foot und zum Brevet-Lieutenant-Colonel diente er ab 1799 als Milizinspektor der Miliz auf Jersey. Während der Gefangenschaft russischer Truppen auf Jersey in den Jahren 1799 bis 1800 war er als stellvertretender Quartiermeister tätig. Im Jahr 1811 wurde er zum Major-General befördert und übernahm Kommandos im Stab in Irland sowie auf Jamaika.
Gouverneur von Curaçao Im Jahr 1813 wurde Le Couteur zum Vizegouverneur (Lieutenant-Governor) der von den Briten besetzten Karibikinsel Curaçao ernannt. Die Insel litt infolge des Britisch-Amerikanischen Krieges und britischer Handelsblockaden unter einer schweren Hungersnot. Le Couteur setzte eigenmächtig die britischen Importverbote außer Kraft, um Getreideeinfuhren zu ermöglichen und eine Hungersnot abzuwenden.
Als Curaçao 1815 an das Königreich der Vereinigten Niederlande übergeben wurde, sprachen ihm die lokalen Behörden sowie die Bevölkerung ihren Dank für seinen Einsatz aus.
Spätere Jahre und Familie Le Couteur zog sich auf sein Anwesen Belle Vue in Saint Aubin zurück, das er 1792 gekauft hatte. Im Jahr 1821 wurde er in den Rang eines Lieutenant-General erhoben.
Im Jahr 1793 heiratete er Marie Dumaresq (1774–1845), die Tochter von Sir John Dumaresq. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor, darunter der spätere Oberst und Agrarwissenschaftler Sir John Le Couteur. Er starb 1835 im Alter von 74 Jahren auf Jersey und wurde auf dem Friedhof von St. Brelade beigesetzt.
Schriften Lettre d’un Officier du Centième Régiment. St. Helier 1787. Letters, Chiefly from India, Giving an Account of the Military Transactions on the Coast of Malabar During the Late War. London 1790.
Literatur Philip Stevens (Hrsg.): Victorian Voices: An Introduction to the Papers of Sir John Le Couteur, Q.A.D.C., F.R.S. (Jersey, Channel Isles) Société Jersiaise, St. Helier 1997, ISBN 978-0-901897-00-8 Donald E. Graves (Hrsg.): Merry Hearts Make Light Days: The War of 1812 Journal of Lieutenant John Le Couteur, 104th Foot. McGill-Queen's University Press, Montreal 1993
Einzelnachweise
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