Der Dickschnabelsaltator (Saltator maxillosus) ist eine Vogelart aus der Familie der Tangaren (Thraupidae), die in Brasilien, in Paraguay und in Argentinien verbreitet ist. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt. Die Art ist monotypisch.
Merkmale Der Dickschnabelsaltator erreicht eine Körperlänge von ca. 21,0 cm bei einem Gewicht von ca. 48,0 bis 54,0 g. Das Männchen hat ein dunkel bräunlich graues Gesicht, Zügel, Augenpartien sowie einen langen weißen Überaugenstreif. Der Oberkopf und die Oberseite sind dunkel bräunlich grau, die Flügeldecken weisen meist verborgene, düstere Partien auf. Die Handdecken sind schwärzlich grau mit schmalen hell grauen Säumen an den Außenfahnen, die Steuerfedern matt schwärzlich grau. Das Kinn und die Kehle sind cremeweiß mit variabler orangebeigen bis lehmfarbenen Tönung, dazu einem diffusen schwärzlichen Bartstreif. Die Unterseite ist beigegrau, der Bereich um die Kloake und die Unterschwanzdecken sind lehmfarben. Die Iris ist dunkelbraun, der kräftig dunkele Schnabel an der Basis etwas orangefarben und die Beine gräulich. Das Weibchen ist auf der Oberseite einschließlich der Ohrdecken olivfarben und hat einen weißen Überaugenstreif, einen schwärzlichen Bartstreif sowie eine beige Kehle. Im Übrigen ähnelt es weitgehend dem Männchen, hat jedoch einen überwiegend schwärzlichen Schnabel. Jungvögel haben eine grüne Oberseite und einen durchgehend dunklen Schnabel.David Brewer (2020)
Lautäußerungen Der Gesang des Dickschnabelsaltators besteht aus einer einfachen Abfolge von vier lauten Tönen, wobei der dritte höher ist. Diese klingen wie tiou-tiou-tew-tschiou. Der Ruf ist ein hohes klares wikwik...
Fortpflanzung Das Nest des Dickschnabelsaltators ist ein aus Wurzeln, trockenem Laub und anderem Pflanzenmaterial gefertigter Napf, der mit feinen Fasern, Wurzelstückchen und ähnlichem feinen Material ausgekleidet wird. Dieses befindet sich in geringer bis mittlerer Höhe in einem Baum oder Busch. Ein Gelege besteht aus 2 bis 3 hellblauen Eiern, die braune oder schwarze Zeichnungen aufweisen.
Verhalten und Ernährung Für einen Singvogel ungewöhnlich, ernährt der Dickschnabelsaltator sich offenbar vorwiegend von Blättern, insbesondere während der Trockenzeit, wenn Früchte weniger verfügbar sind. Die Ernährung umfasst, basierend auf Beobachtungen während der Trockenzeit, aus Blättern verschiedener Baumfamilien, beispielsweise Schwarzmundgewächse, Nachtschattengewächse, Rötegewächse und Korbblütler, sowie Früchte von diversen Arten. Zusätzliche Beobachtungen im Jahresverlauf bestätigen Blätter als Hauptnahrungsquelle, darunter Bambusblätter der Gattungen Chusquea und Merostachys. Allerdings werden auch häufig Früchte und Blüten gefressen, und es liegen Nachweise für den Verzehr von Raupen vor. Während der Brutzeit nehmen andere Vertreter der Gattung tendenziell mehr tierische Nahrung zu sich. Er ist meist paarweise anzutreffen und schließt sich oft gemischten Schwärmen mit anderen Arten an. Die Nahrungssuche erfolgt in allen Straten, vorwiegend jedoch in den oberen Bereichen.
Verbreitung und Lebensraum mini|Verbreitungsgebiet des Dickschnabelsaltators (grün) Der Dickschnabelsaltator bewegt sich bevorzugt in den Baumkronen feuchter Bergwälder und an Waldrändern. Hier ist er in Höhenlagen bis 2200 Meter, selten bis auf Meereshöhe präsent.
Migration Der Dickschnabelsaltator ist vermutlich überwiegend ein Standvogel. Man trifft ihn aber im Südwinter tendenziell häufiger in tieferen Lagen.
Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Dickschnabelsaltators erfolgte 1851 durch Jean Louis Cabanis unter dem Namen Saltator maxillosus. Das Typusexemplar stammte angeblich aus Montevideo.Jean Louis Cabanis (1851), S. 142. 1816 führte Louis Pierre Vieillot die neue Gattung Saltator ein.Louis Pierre Vieillot (1816), S. 32.Die Gattung wurde für den Buntkehlsaltator (Saltator maximus (, 1776)) eingeführt. Das Wort leitet sich von ab.Saltator The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname stammt von ab.maxillosus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay keinen Balg zur Verfügung. Er betrachtete Saltator maxillosus als Art für das Land. In der Literatur sah er als Nachweis für das Land nur das Departamento Alto ParanáArnaldo de Winkelried Bertoni (1907), S. 2. durch Arnaldo de Winkelried Bertoni. Allerdings wies er auf ein Exemplar hin, welches Hans Krieg in Santa CatarinaAlfred Laubmann (1936), S. 36. gesammelt hatte, also sehr nahe an der Grenze zu Paraguay.Alfred Laubmann (1940), S. 126.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Anmerkungen
Kategorie:Tangaren