mini|Die Kirche Agios Georgios von Süden mini|Die wegen der Doppelkonche im Inneren stark abgeflachte Apsis mini|Blick aus dem Langhaus zur Doppelkonche in der Apsis Die Kirche Agios Georgios () ist ein Kirchengebäude der zyprisch-orthodoxen Kirche in Choulou im Bezirk Paphos auf Zypern. Die Kirche steht frei unterhalb der Ortschaft inmitten von landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Geschichte Die byzantinische Kirche geht auf das 12. Jahrhundert zurück. Sie ist eine einschiffige Kuppelkirche mit einem an der Westseite angebauten, tonnengewölbten Narthex und einer inneren Doppelapsis im Osten, weshalb das Gotteshaus im Äußeren mit einem breiten abgeflachten Bogen schließt. Das Bauwerk stellt damit für die Region, in der kleine Saalkirchen mit Halbkreisapsis typisch sind, eine repräsentativ gestaltete Bauform dar. Die Georgskirche in Choulou bildet zusammen mit der Georgskirche in der Wüstung Afenfrika bei Rizokarpaso in Nordzypern die einzigen Beispiele für Kirchen mit zwei Konchen bzw. einer Doppelapsis auf Zypern. Diese Bauform findet sich dagegen häufig bei byzantinischen Landkirchen auf Rhodos.

Die Kirchenschiff besitzt einen einzelnen Eingang mit Steineinfassung im westlichen Teil der Südwand. Zwei Strebepfeiler flankierten den Eingang und bildeten möglicherweise eine Art Portikus, von dem Überreste der Pfeiler noch heute im Mauerwerk erkennbar sind. Der in späterer Zeit angefügte Narthex weist einen Eingang mit Steineinfassung in der Südwand sowie ein Fenster in der Nordwand auf.

Bis 1988 war die Kirche zur Ruine verfallen, was die zyprische Antikenbehörde dazu veranlasste, Restaurierungsarbeiten einzuleiten. Bei den Konservierungsarbeiten kam zutage, dass der Kirchenboden nicht eben und der Kontur des felsigen Untergrunds angepasst worden war und aus wasserdurchlässigem Kalkmörtel bestand. Die Kuppel wurde unter Einbeziehung von vier schmalen Fenstern in der Form einer Tambourkuppel restauriert.

Der Innenraum der Kirche war mit Fresken geschmückt, die teilweise erhalten sind. Die Malereien stammen aus der Erbauungszeit bis zum frühen 13. Jahrhundert sowie dem 15. Jahrhundert. Das älteste Fresko der Kirche, das die Himmelfahrt Christi darstellt, befindet sich am östlichen Bogen über dem Altarraum. Zwei Votivfresken der Apostel Petrus und Paulus datieren in die Zeit vom späten 12. bis zum frühen 13. Jahrhundert. Der heilige Georg ist zu Pferd in den beiden mittleren Blendbögen dargestellt. Er erscheint sowohl an der Südwand als auch im nördlichen Bogen reitend, wobei er im letzteren Fall von Szenen seines Martyriums umgeben ist.Ναός του Αγίου Γεωργίου – Χούλου (griechisch)Γεώργιος άγιος, Χούλου (griechisch)

Choulou war im 14. Jahrhundert ein Lehen des Jean de Montolif, der Kämmerer unter König Peter I. war. Die Kirche Agios Georgios diente vermutlich unter der fränkischen Kreuzfahrerherrschaft des Hauses Lusignan dem lateinischen Ritus. Darauf deutet eine ganzfigurige Darstellung des Erzengels Michael, begleitet vom Porträt des fränkischen Stifters, hin. Diese findet sich in der Blendnische im westlichen Teil der Nordwand und stammt aus dem 15. Jahrhundert.Αγίου Γεωργίου, Χούλου (griechisch)

Literatur Klaus Gallas: Kunst-Reiseführer Rhodos. Köln 1987, S. 246f und 299.

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