mini|One of the "striated" subspecies in Indonesia
Die Strichelrötelschwalbe (Cecropis daurica, Syn. Hirundo daurica) ist eine Vogelart aus der Familie der Schwalben (Hirundinidae).
Der Vogel kommt in Südostasien bis Nordostindien und auf Taiwan vor.
Ursprünglich als zur Gattung Hirundo gehörig beschrieben, wurde die Art im Jahre 1826 durch Friedrich Boie in die neu errichtete Gattung Cecropis gestellt.
Bis zur Abspaltung im August 2024Species Updates IOC Version 14.2 (August 2024) trug die Art den deutschen Namen „Rötelschwalbe“. Dieser wird allerdings für eine als selbständig abgespaltene Art (Cecropis rufula) verwendet, die jetzt als Rötelschwalbe bezeichnet wird (noch nicht in Barthel enthalten).
Das Verbreitungsgebiet umfasst eine große Bandbreite an Lebensräumen, bevorzugt in Wassernähe, auch Täler, Klippen, Reisfelder, Lichtungen, Städte, Dörfer und Ackerland in Höhenlagen bis 2550 m in Südostasien, bis etwa 3900 m in China und unterhalb von 1500 m. ü. M in Indonesien.
Der e Artzusatz bezieht sich auf Daurien im Osten Russlands/Sibiriens.
Merkmale Die Art ist 16–17 cm groß und wiegt etwa 22 g, eine ziemlich große Schwalbe mit langem, tief gegabeltem Schwanz. Kopfkappe und Rücken sind glänzend dunkelblau und werden durch ein unvollständiges, nicht scharf abgegrenztes kastanienbraunes Halsband getrennt das am Kopf bis über die Augen reicht, aber nicht immer vorhanden ist. Der Bürzel ist dunkel rotbraun mit zarter dunkler Strichelung, die übrige Oberseite einschließlich der Flügel und des Schwanzes sind glänzend blauschwarz bis blaugrün, die äußeren Schwanzfedern bilden lange schwarze Schwanzspieße, die Oberschwanzdecken sind kastanienbraun. Die Zügel, Wangen und Ohrdecken sind weißlich mit bräunlicher Strichelung. Die Unterseite ist gelbbräunlich-weißlich mit kräftiger schwärzlich-brauner Strichelung, an der Kehle und am Kinn besonders ausgeprägt, die Unterschwanzdecken sind schwarz bis braun, die Flügelunterseite cremefarben. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Die Iris ist braun, der Schnabel bräunlich-schwarz, die Beine sind dunkelbraun.
Gegenüber der Rauchschwalbe (Hirundo rustica) und der Südseeschwalbe (Hirundo javanica) kann die Art durch die deutliche Strichelung der Unterseite und den roten Bürzel unterschieden werden, von der Thairötelschwalbe (Cecropis badia) durch die unterschiedliche Färbung der Unterseite und des Bürzels.
Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkannt: C. d. daurica (, 1769), Nominatform – Nordostkasachstan und Mongolei bis Mitte und Süden Chinas; enthält als Synonyme: Lillia substriolata (, 1877)Hume, A. O. (1877). Remarks on some species of the sub-genus Lillia (Boie, 1859). In: Stray Feathers, Band 5, S. 254-267, 1877, Biodiversity Library; Hirundo daurica gephyra (, 1934)W. Meise: Abhandlungen und Berichte des Königl. Zoologischen und Anthropologisch-Ethnographischen Museums zu Dresden, Band 18, Nummer 3, S. 48, 1934; Hirundo daurica tibetana , 1937E. Schäfer: Proceedings of the Academy of Natural Sciences of Philadelphia, Band 89, S. 385, 1937 C. d. japonica ( & , 1845)C. J. Temminck und H. Schlegel: Hirundo alpestris japonica. In: Fauna Japonica, Band 5, Aves, S. 33, 1845, Biodiversity Library – Südostsibirien, Koreanische Halbinsel und Japan bis Südchina, zart gestreifter Bürzel, Unterseite kräftig gestreift, Halsband breit unterbrochen C. d. nipalensis (, 1837)B. H. Hodgson: Hirundo Nipalensis. In: Journal of the Asiatic Society of Bengal, Band 5, Nummer 49, S. 780, 1837, Biodiversity Library – Himalaya bis Nordmyanmar, Unterseite blass rotbraun und deutlich gestreift, Halsband manchmal unterbrochen C. d. erythropygia (, 1832)W. H. Sykes: Hirundo erythropygia. In: Proceedings of the Committee of Science and Correspondence of the Zoological Society of London, Band 1832, Nummer 2, S. 83, 1832, Biodiversity Library – Zentralindien, dunkler Bürzel, gelblich-weiße Unterseite mit schmaler Strichelung, Halsband meist unterbrochen C. d. mayri (, 1953)P. Hall: Hirundo striolata mayri. In: Ibis, Band 95, S. 547, 1953, doi:10.1111/j.1474-919X.1953.tb00714.x – Nordosten Bangladeshs, Indiens, Nordmyanmar und Südchina, Unterseite breit gestrichelt ähnlicher der C. d. stanfordi als der Nominatform, Strichelung etwas schmaler, weniger deutliche schwarze Flecken am Beinbereich, Flügellänge 119–130 mm, Schwanz 29–30 mm, Gabelung 42–50 mm C. d. stanfordi (, 1941)E. Mayr: Hirundo striolata stanfordi. In: Ibis, Band 83, S. 36, 1941, doi:10.1111/j.1474-919X.1941.tb00631.x – Ostmyanmar, Nordthailand und Indochina, breit gestrichelt wie C. d. mayri, aber klarer abgegrenzer schwarzer Fleck, Flügellänge 129–135 mm C. d. vernayi (, 1924)N. B. Kinnear: Hirundo daurica vernayi. In: Bulletin of the British Ornithologists’ Club, Band 45, S. 27, 1924, Biodiversity Library – Südmyanmar und Westthailand, auffallend mehr gelb- rotbraun an der Unterseite, besonders an Brust, Flanken und Unterschwanzdecken, Bürzel ungestrichelt, Flügellänge 129 mm C. d. striolata (, 1844)H. Schlegel: Hirundo striolata. In: Siebold’s Fauna Japonica, Aves, S. 33, 1844 – Taiwan und Philippinen (außer Sulu-Archipel), Java und Bali bis Wetar und Timor. Diese Unterart wurde eine Zeitlang als eigenständig betrachtet unter dem deutschen Namen „Strichelrötelschwalbe“.
Die Thairötelschwalbe (Cecropis badia) und die Rostbauch-Rötelschwalbe (Cecropis hyperythra) wurden bis 2020 auch als Unterarten geführt.
Die jetzige Rötelschwalbe (Cecropis rufula) und die Savannenrötelschwalbe (Cecropis melanocrissus) mit den jetzigen Unterarten C. m. kumboensis, C. m. emini und C. m. domicella wurden 2020 jeweils noch als Unterarten der Cecropis daurica angesehen.
Stimme Der Gesang wird als sanftes Zwitschern beschrieben, die Rufe sind ein scharfes „pin“.
Lebensweise Die nördlichen Populationen sind Zugvögel, während die südlicheren Standvögel sind. In den Brutgebieten des Nordens ist die Art meist von März bis Oktober vorhanden, für den Zug bilden sich große Schwärme, oft zusammen mit anderen Schwalben und Seglern (Apodidae). Die Unterart C. d. nipalensis verbringt den Winter in geringeren Höhenlagen, C. d. striolata, C. d. vernayi und C. d. stanfordi sind Standvögel, während C. d. mayri ein Teilzieher ist.
Die Nahrung besteht aus Insekten, die gerne dicht über der Wasseroberfläche, um Klippen herum und bei Steppenbränden gejagt werden, der Flug dabei ist langsam und anmutig, eher schwebend im Vergleich mit der Rauchschwalbe (Hirundo rustica). Besonders ausserhalb der Brutzeit wird auch mit anderen Schwalben zusammen gejagt. Die Brutzeit liegt zwischen April und August in Indien, im Himalaya und in Sri Lanka, zwischen Juni und Juli in Ostasien, zwischen Mai und August in Japan. Das Nest wird wie bei allen Schwalben an eine horizontale Fläche geklebt, auch gerne an Nisthilfen, einzeln oder in kleinen Nistgruppen. Das Gelege besteht aus meist 3–4 Eiern, die im Abstand von 24 Stunden jeweils gelegt werden.
Gefährdungssituation Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).
Literatur E. Laxmann: Hirundo daurica. In: Mantissa plantarum altera generum editionis VI et specierum editionis II, 1769, Biodiversity Library S. Ali, S. D. Ripley: Handbook of the Birds of India and Pakistan. 2. Auflage, Band 5, S. 66–72, 1986
Weblinks
Macaulay Library
Einzelnachweise P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF A. Turner und G. M. Kirwan: Eastern Red-rumped Swallow (Cecropis daurica), version 1.0. In: B. K. Keeney, S. M. Billerman und N. D. Sly (Herausgeber): Birds of the World. 2024, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA, doi:10.2173/bow.y00621.01 A. Turner und G. M. Kirwan: Red-rumped Swallow (Cecropis daurica), version 1.0. In: S. M. Billerman, B. K. Keeney, P. G. Rodewald und T. S. Schulenberg (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA, doi:10.2173/bow.rerswa1.01 J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3. AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. doi:10.2173/avilist.v2025 IOC World Bird List 15.2 Swallows
F. Boie: "Generalübersicht der ornithologischen Ordnungen, Familien und Gattungen". In: Isis von Oken, Band 19, Seite 971, 1826, Biodiversity Library
Kategorie:Schwalben