Das Dominion Theatre ist ein West-End-Theater und ehemaliges Kino an der Tottenham Court Road, in der Nähe des St. Giles Circus und Centre Point, im London Borough of Camden. Geplant in erster Linie als Musicaltheater, öffnete es 1929, wurde aber im folgenden Jahr ein Kino. Es richtete die Londoner Premiere von Charlie Chaplins Lichter der Großstadt aus und nach der Liquidation der Betreibergesellschaft 1933 wurde es an die Gaumont-Kinokette verkauft, welche später Teil der Rank Organisation wurde. Es blieb ein großes Premierenkino bis in die 1970er Jahre, als es begann Konzerte auszurichten.
Im Januar 1981 wurde es wieder vorwiegend als Veranstaltungsort für Live-Auftritte genutzt und hat seitdem zahlreiche Musicals beherbergt, vor allem We Will Rock You welches von 2002 bis 2014 lief. Außerdem beherbergte es sieben Mal die Royal Variety Performance in den 1990er und frühen 2000er Jahren. Das Gebäude wurde 1988 unter Denkmalschutz gestellt und nachdem es vor einer Umgestaltung gerettet worden konnte, wurde es an die Apollo Leisure Group verkauft und nachfolgend an die Nederlander Organization. Im 21. Jahrhundert wurde umfassend das Gebäude saniert und renoviert, einschließlich der Rückgewinnung von Räumen die in Büros umgewandelt wurden.
Gebäude mini|Der Teufel trägt Prada im Dominion Theatre (2026)|links Der Bau des Dominion Theatre begann im März 1928 mit dem Design von W and TR Milburn und einem Budget von 460.000 £. Auf dem Grundstück des ehemaligen Court Cinema von 1911 und der Horse Shoe Brewery von 1746. Die Horse Shoe Brewery war der Ort der Londoner Bier-Überschwemmung von 1814. Die erste Vorstellung fand am 3. Oktober 1929 statt. Das Theater ist im Stil der Neorenaissance gestaltet, die Fassade an der Tottenham Court Road verfügt über einen ebenerdigen Eingang, der von einem breiten Vordach geschützt wird, während die zweite bis vierte Etage von großen Pilastern gerahmt wird. Der mittlere Teil ist konkav und mit Portland-Stein verkleidet. Ein dreiteiliges Bogenerkerfenster erstreckt sich über die zweite und dritte Etage und wird von einer Skulptur von zweier Greife bekrönt, hinter der sich drei quadratische Öffnungen mit dekorativen Eisengittern befinden.
Das Theater war in erster Linie für Musicalkomödien und in zweiter Linie als Kino gedacht. Es hatte ursprünglich eine Kapazität von 2.835 Sitzplätzen, davon 1.340 im Parkett, 818 im ersten Rang und 677 im zweiten Rang. Der zweite Rang wurde in den 1950er Jahren geschlossen, die Kapazität beträgt 2.069 Sitzplätze in zwei Rängen. Das Theater behielt seine Leuchten aus den 1920er Jahren und Art-déco-Verputzung. Ein Café befand sich ursprünglich über dem Eingang.
Geschichte Die erste Produktion im Dominion war das Broadway-Musical Follow Thru, welches nach 148 Vorstellungen abgesetzt wurde. Der erste Film war die britische Premiere von Das Phantom der Oper (1925) mit nachträglich hinzugefügtem Ton am 21. Juli 1930, die von H. G. Wells besucht wurde. Associated British Cinemas übernahm das Theater im Oktober 1930 und vermietete es anschließend an United Artists und richtete im Februar 1931 die Londoner Premiere von Charlie Chaplins Lichter der Großstadt aus, mit der Anwesenheit Chaplins, aber ein finanzieller Abwärtstrend führte zur Liquidation des Unternehmens am 30. Mai 1932.
Das Dominion hatte sich bereits teilweise der Nutzung als Kino angepasst, unter anderem durch die Entfernung der Garderoben und Bars. Im Januar 1933 wurde es an Gaumont-British Picture verkauft, welche 1940 von Rank gekauft wurden. Gaumont installierte eine Compton-Orgel, Hauptorganist von Gaumont und Residenzorganist war Frederic Bayco, andere Organisten, die dort spielten, waren Felton Rapley und William Davies. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Gebäude während deutschen Luftangriffen beschädigt, es wurde 1941 wiedereröffnet, aber die Orgel wurde bis Oktober 1945 nicht wiederhergestellt, als Jackie Brown Residenzorganist wurde. John Logie Baird machte 1937 die erste Demonstration seines Systems zur Übertragung von Live-Fernsehen zu Kino über Festnetzleitung im Dominion und im Dezember begannen regelmäßige Farbübertragungen auf Großleinwand die Teil des Dominion Varietéprogrammes wurden.mini|Saal des Theaters, Bühne rechts (2010)Nach dem Krieg wurde die Schreinerei, Umkleideräume in der oberen Etage und das Café in Bürofläche umgewandelt. Live-Auftritte wurden in den späten 1950er Jahren wieder aufgenommen: Bill Haley und The Comets starteten ihre Großbritannientour dort im Februar 1957 und The Judy Garland Show lief für einen Monat Ende 1957. Aber es blieb hauptsächlich ein Kino. Es schloss im Februar 1958 für die Installation eines Todd-AO Systems mit zwei Philips 70 mm / 35 mm Projektoren und einer Leinwand, zu der Zeit wurde der zweite Rang geschlossen und ebenfalls in Büros umgewandelt. Die Filmversion von Rodgers und Hammersteins South Pacific feierte 1958 Premiere und lief für vier Jahre und 22 Wochen und spielte 3,9 Millionen US-Dollar ein. Elizabeth Taylor erschien 1963 bei der Europapremiere von Cleopatra, der für fast zwei Jahre lief. Vom 29. März 1965 bis zum 29. Juni 1968, wurde The Sound of Music im Dominion gezeigt, die längste Laufzeit des Films in einem Kino auf der Welt. George Lucas Krieg der Sterne hatte 1977 seine Großbritannien-Premiere im Dominion und gleichzeitig im damaligen Leicester Square Theatre, sowie die Fortsetzungen Das Imperium schlägt zurück und Die Rückkehr der Jedi-Ritter.
mini|hochkant=0.9|links|Statur von Freddie Mercury an der Theaterfassade während der 12-jährigen Spielzeit von We Will Rock You In den 1970er Jahren kehrte das Dominion dazu zurück Konzerte auszurichten. Ab dem 8. November 1981 wurde es hauptsächlich für Live-Auftritte genutzt. Dort nahmen Tangerine Dream das Album Logos 1982 auf, welches ein Hommage-Lied namens Dominion enthielt. Dolly Parton filmte ihr Konzert 1983 im Dominion und veröffentlichte es als Fernsehspezial, Dolly in London. Andere Performer die während dieser Zeit auftraten waren Duran Duran, Adam and the Ants, Billy Bragg, Bon Jovi, The Boomtown Rats, Boy George, David Bowie, Ian Drury und the Blockheads, Manfred Mann, Ricky Skaggs, Sinéad O’Connor, The Stranglers, Thin Lizzy, U2 und Van Morrison. Der Innenraum wurde 1986 schwarz gestrichen für das Musical Time, welches für zwei Jahre lief. Nach einem Rechtsstreit verkaufte Rank das Theater an Investoren, die es abreißen wollten. Es wurde 1988 denkmalgeschützt (Grade II), folgende Proteste und eine öffentliche Anhörung stoppten den Abriss im Jahr 1990. Rank pachtete das Theater zurück von den Investoren und verkaufte es anschließend an die Apollo Leisure Group. Es wurde 1992 von der in New York ansässigen Nederlander Organization erworben, wobei Apollo Leisure finanziell beteiligt blieb und das Theater im Auftrag der Nederlander Dominion Ltd betrieb.
Ab den frühen 1990er Jahren war das Dominion Spielort mehrerer Musicals, darunter eine Neuinszenierung von Grease von David Ian und Paul Nicholas, Scrooge, Matthew Bournes Schwanensee, Die Schöne und das Biest, eine Rückkehr vom Grease und Notre Dame de Paris. Das Dominion richtete außerdem die Royal Variety Performance von 1992 bis 1996, 2000 und 2001.
Das Musical We Will Rock You, basierend auf den Songs von Queen, geschaffen von Gitarrist Brian May und Schlagzeuger Roger Taylor zusammen mit dem britischen Comedian Ben Elton, öffnete im Dominion am 14. Mai 2002. Ursprünglich sollte die Produktion im Oktober 2006 schließen, um auf Tournee durch das Vereinigte Königreich zu gehen. Aufgrund der hohen Nachfrage wurde es auf unbestimmte Zeit verlängert und lief schließlich für 12 Jahre, mit der Derniere am 31. Mai 2014. Zur Feier des zehnjährigen Jubiläum der Produktion wurde 2012 ein Bereich des Theaters, der vorher Judy Garland Andenken gewidmet war in die Freddie Mercury Suite umgewandelt, welche Bilder aus dem Leben des Queen Sängers ausstellte.
SFX Entertainment erwarb im Jahr 1999 Apollo Leisure und 2001 Clear Channel Entertainment, ein Teil des US-amerikanischen multinationalen, SFX. Clear Channel gliederte seine Veranstaltungsstätten als Live Nation UK aus, die das Theater im Auftrag Nederlander betrieben. Am 23. Oktober 2009 übernahm die Nederlander Organization vollständige Kontrolle über das Dominion, indem sie Live Nation auskaufte. mini|Die wiederhergestellte Fassade beleuchtet am Abend Ein umfassendes Sanierungs- und Restaurationsprogramm des Theaters wurde im 21. Jahrhundert angefangen. Der Bereich über dem Hauptfoyer wurde im Jahr 2008 als The Studio als Probe- und Vorsprechräume neu erschlossen. Die ursprüngliche Verbindung zum Nederlander House an der Great Russell Street wurde 2011 wiederhergestellt, dabei entstanden Büros für das Theatermanagement sowie ein Sitzungs- oder Konferenzraum in der obersten Etage, dort wo die Pläne von 1929 einen Sitzungsraum vorgesehen haben. Während einer 15-wöchigen Schließung im Jahr 2014 nach dem Ende von We Will Rock You, worden sowohl der Innen- als auch der Außenbereich umfassend renoviert. Dazu gehörte die Wiederherstellung von architektonischen Elemente an der Fassade zur Tottenham Court Road, wie etwa die Greifen, welche mutmaßlich 1932 entfernt worden. Die Reinigung und Erneuerung des Mauerwerks und der Fenstern an der Hinterseite sowie die Modernisierung viele der Backstage-Bereiche, inklusive des Schnürbodens. Die Renovierung wurde 2017 abgeschlossen mit der Enthüllung eines neuen doppelseitigen LED-Bildschirms und der größten und hochauflösendsten Projektionsfläche an der Fassade eines West End Theaters.
Seit der Wiedereröffnung am 16. September 2014 nach Abschluss der Renovierungsarbeiten, war das Dominion Theatre Spielort mehrerer Musicals und Shows mit limitierter Spielzeit, wie Evita (September 2014) und die Londoner Premiere von Elf (Oktober 2015). Von Februar bis April 2016, beherbergte es eine Neuinszenierung von Jeff Waynes Musicalfassung von The War of the Worlds. Von März 2017 bis Januar 2018 beherbergte es Ein Amerikaner in Paris.
Neben der Aufführung von Musicals in den vergangenen Jahren, fanden im Theater die Londoner Auditions von Britain's Got Talent und beherbergte regelmäßig verschiedene Wohltätigkeitsveranstaltungen aus, wie West End Eurovision (2012, 2013, 2014) und West End Heroes (2013, 2014, 2015), welches Stars von aktuellen West-End-Produktionen mit Musikern vom Militär zusammenbrachte. Die zweite Veranstaltung 2014 wurde von Michael Ball moderiert.
Die Orgel wurde von ihrem Spieltisch getrennt und befand sich für ein paar Jahre in einer Kirche in Llanelli. Sie wurde 2002 von einem Sammler erworben und soll Teil einer Sammlung des The Music Palace werden, ein Museum für Kinoorgeln in Porth.
Produktionen
Time (9. April 1986 – 1988) Jackie Mason: Brand New! (22. März 1993 – 24. März 1993) von Jackie Mason Grease (15. Juli 1993 – 19. Oktober 1996), (22. Oktober 2001 – 3. November 2001), (10. Mai 2022 – 29. Oktober 2022), & (2. Juni – 28. Oktober 2023) von Jim Jacobs und Warren Casey Scrooge (12. November 1996 – 1. Februar 1997) von Leslie Bricusse Die Schöne und das Biest (13. Mai 1997 – 11. Dezember 1999) von Howard Ashman, Alan Menken, Tim Rice und Linda Woolverton Schwanensee (7. Februar 2000 – 11. März 2000) von Matthew Bourne Tango Passion (21. März 2000 – 23. März 2000) von Hector Zaraspe Notre Dame de Paris (23. Mai 2000 – 6. Oktober 2001) von Richard Cocciante und Luc Plamondon We Will Rock You (14. Mai 2002 – 31. Mai 2014) von Queen und Ben Elton Evita (22. September 2014 – 1. November 2014) von Andrew Lloyd Webber White Christmas (8. November 2014 – 3. Januar 2015) von Irving Berlin Lord of the Dance: Dangerous Games (15. März 2015 – 5. September 2015) von Michael Flatley Elf (5. November 2015 – 2. Januar 2016), (14. November 2022 – 7. Januar 2023) & (15. November 2023 – 6. Januar 2024) von Matthew Sklar und Chad Beguelin The War of the Worlds (Februar 2016 – April 2016) von Jeff Wayne Bodyguard (15. Juli 2016 – 7. Januar 2017)