mini|Essener Rathaus von 1842 bis 1884 Das Essener Rathaus der Jahre 1842 bis 1884 war das zweite Rathaus der Stadt Essen und in dieser Zeit Sitz der Stadtverwaltung.

Lage Das alte Rathaus befand sich im Gegensatz zum heutigen Rathaus, wie sein Vorgänger und sein Nachfolger, in der Essener Innenstadt am Markt, zwischen Kettwiger Straße und heutigem Kennedyplatz, auf dem Grundstück des heutigen Geschäftshauses Markt 1. Es lag damit an der Südseite des Marktes gegenüber der Marktkirche. Hier war bis ins 19. Jahrhundert das politische und wirtschaftliche Zentrum der Stadt.

Geschichte Ein Beschluss aus dem Jahr 1835 zum Umbau des Vorgängers wurde 1839 zurückgezogen, und der Architekt Heinrich Theodor Freyse mit einem Neubau beauftragt. Zu dieser Zeit zog man als Standort auch den Burgplatz in Betracht, was nicht umgesetzt wurde.Geschichtliche Ausstellung im Essener Rathaus zum 40-jährigen Bestehen im November 2019. Neue finanzielle Möglichkeiten erlaubten, dass das mittelalterliche Rathaus 1840 abgerissen wurde, da der Bürgermeister Bertram Pfeiffer eine Regulierung der Schulden beim preußischen Staat erreicht hatte, die seit dem Dreißigjährigen Krieg auf der Stadt lasteten.

Gebäude In den Jahren 1840 bis 1842 wurde ein dreistöckiger, klassizistischer Bau an der Stelle des Vorgängergebäudes errichtet. Er hatte mit rund 210 Quadratmetern eine etwas größere Grundfläche, eine breite Freitreppe vor drei Eingangstüren zum Markt und einen darüberliegenden Balkon mit gusseisernem Geländer. In der schmaleren Gebäudeseite zur Burgstraße hin (heute Kettwiger Straße) befanden sich in allen drei Etagen Blindfenster.Alte und neue Rathäuser in Essen. In: Essener Volkszeitung vom 25. Dezember 1925 Die 1483 gegossene Ratsglocke mit der Inschrift MCCCCLXXXIII Assendensis consulates campana constructa und mit dem Wappen der Stadt Essen aus dem Vorgängerrathaus fand im Dachreiter einen neuen Platz. Über Umwege gelangte sie ins heutige Ruhr Museum. Im Erdgeschoss des Rathauses befand sich eine Polizeistation. Die Grundsteinlegung des Rathauses fand zum Geburtstag des neuen preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV., dem 15. Oktober 1840, statt.

Genau zwei Jahre später, am 15. Oktober 1842, wurde der Neubau eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Das Festprogramm begann am Vorabend mit einem Gesangs- und Instrumentalkonzert, bei dem unter anderem die Komposition Hallelujah von Georg Friedrich Händel vorgetragen wurde. Vorangegangen waren Geschützsalven. Morgens um 6 Uhr wurde der Festtag mit Geschützsalven vor allen Stadttoren, Musik vom Turm des Rathauses und Glockengeläut angekündigt. An allen öffentlichen Gebäuden wehten die National- und die städtische Flagge. Um 9 Uhr folgte eine öffentliche Feier am Burggymnasium, wobei mit dem Schlussgesang erneut Geschützsalven abgegeben wurden. Um 11.30 Uhr zogen Bürgermeister, Stadträte und Mitglieder der städtischen Baukommission mit musikalischer Begleitung an der Spitze vom zwischenzeitlichen Verwaltungslokal zum neuen Rathaus. Auf dessen Balkon folgten Reden des Baumeisters Freyse, des evangelischen Pfarrers Maaß, des Kaplans Fischer und des Bürgermeisters Bertram Pfeiffer. Dann erhielt der Bürgermeister den Schlüssel, wobei er sich beim Stadtrat und der Essener Bürgerschaft für geäußerte Wünsche bedankte.Allgemeine Politische Nachrichten Nr. 84 vom 20. Oktober 1842.Rheinisch-Westfälische Zeitung vom 17. Januar 1884

Das Rathaus wurde im Zuge der einsetzenden Industrialisierung und dem damit einhergehenden Zuzug von Arbeitskräften für den Steinkohlenbergbau und die nahe, expandierende Krupp-Gussstahlfabrik schnell zu klein. 1870 zählte die Stadt Essen 51.840 Einwohner und hatte damit innerhalb von 40 Jahren ihre Einwohnerzahl in etwa verzehnfacht. Nachdem das Nachfolgegebäude ab 1878 zunächst um das alte Rathaus herumgebaut wurde, kam es im Januar und Februar 1884 zum Abriss, den die Firma Köster und Ringbartz für 15.000 Mark ausführte. Bis Anfang Februar des Jahres war der Abbruch des alten Gebäudes bis auf die Fundamente, die Säulen in den Kellern und einen Teil der Gewölbe fortgeschritten.Essener Volkszeitung vom 6. Februar 1884 Auf den alten, bis zu 3,30 Meter mächtigen Fundamentsteinen, die noch dem Vorgängergebäude dienten, fand man die eingeschlagene Jahreszahl 1713.

Literatur Hermann Schröter: Der Bau des zweiten Essener Rathauses im Jahre 1840. In: Die Heimatstadt Essen, 1957/58, S. 65–68

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Einzelnachweise

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