Tatjana Tchumatchenko (geboren 1980 in Dnipro) ist eine deutsche Physikerin auf dem Gebiet der theoretischen Neurowissenschaften. Sie Professorin für Physiologische Chemie an der Universität Mainz sowie Forschungsgruppenleiterin am Universitätsklinikum Bonn.
Leben Tatjana Tchumatchenko kam mit zwölf Jahren aus der Ukraine nach Deutschland. 2001 machte sie ihr Abitur an der Augustinerschule Friedberg. Im Jahr 2006 erwarb sie ihr Diplom in Physik an der Technischen Universität Darmstadt. 2010 promovierte sie in Computational Neuroscience an der Universität Göttingen. Im Jahr 2011 war sie als Postdoc am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation und am Bernstein-Zentrum für Computational Neuroscience in Göttingen tätig. Von 2011 bis 2013 war sie Postdoc am Center for Theoretical Neuroscience der Columbia University in New York City.
Im Jahr 2013 wurde Tchumatchenko unabhängige Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main. Ab November 2020 war sie Professorin für Computational Neuroscience of Behavior an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn. Seit Oktober 2021 ist sie Professorin und stellvertretende Direktorin am Institut für Physiologische Chemie, Universitätsmedizin der Universität Mainz sowie Forschungsgruppenleiterin am Universitätsklinikum Bonn.
Sie forscht zum Thema „Theorie der neuronalen Dynamik“ und befasst sich mit der computergestützten Modellierung und mathematischen Analyse einzelner Neuronen, neuronaler Populationen und rekurrenter Netzwerke. Sie nutzt mathematische Werkzeuge und Computersimulationen, um zu untersuchen, wie einzelne Neuronen und Populationen auf ihre synaptischen Eingänge reagieren und wie sie miteinander interagieren, um funktionierende neuronale Schaltkreise zu bilden. Mitgliedschaften (Auswahl)
Bernstein Netzwerk Deutsch-Ukrainische Akademische Gesellschaft
Preise und Auszeichnungen (Auswahl)
2022: Boehringer Ingelheim FENS-Forschungspreis der Federation of European Neuroscience Societies (FENS) 2020: Fellow der Young Academy of Europe 2020: ERC Starting Grant, Europäischer Forschungsrat für das Projekt „How dendritic mRNA and protein distributions shape synaptic plasticity“ (MolDynForSyn) 2018: Auswahl als eine der 25 Menschen für die nächsten 25 Jahre, Focus 2016: Heinz Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) 2011–2013: Förderung durch die Volkswagenstiftung 2004–2006: Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes 2001: Aufnahme in die Deutsche Physikalische Gesellschaft
Einzelnachweise
Kategorie:Physiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Johannes Gutenberg-Universität Mainz) Kategorie:Hochschullehrer (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn) Kategorie:Absolvent der Georg-August-Universität Göttingen Kategorie:Ukrainischer Emigrant in Deutschland Kategorie:Deutscher Kategorie:Ukrainer Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Geboren 1980 Kategorie:Frau