Die Amerikanische Lutherische Kirche (; ALC) war eine von 1960 bis 1987 bestehende lutherische Kirche in den Vereinigten Staaten und in Kanada. Sie entstand aus der Union der deutschamerikanischen Kirche gleichen Namens (ALC), der norwegisch-amerikanischen Evangelical Lutheran Church (ELC) und der dänisch-amerikanischen United Evangelical Lutheran Church (UELC). Zuletzt gliederte sie sich in 19 Distrikte (districts), die wiederum in eine Vielzahl von Konferenzen (conferences) unterteilt waren. Diese Distrikte nahmen ihre Arbeit zum 1. Januar 1961 auf. Ihnen standen hauptamtliche Distriktspräsidenten vor, die von den Distriktssynoden gewählt wurden. Alle Distriktspräsidenten der ALC nahmen 1980 den Titel eines Bischofs an. mini|ohne|Die Distrikte der ALC, nicht abgebildet ist der kanadische Distrikt.
Kanada-Distrikt
Der Kanada-Distrikt () wurde bei der Gründung der Kirche 1960 errichtet. Den Grundstock für den neuen Distrikt bildeten der Kanada-Distrikt der ELCD, der Kanada-Distrikt der alten ALC und der West-Kanada-Distrikt der UELC. Der Distrikt organisierte sich am 7. Juli 1960 in Regina und erhielt am selben Tag eine Charter des Kanadischen Parlaments als Evangelisch-Lutherische Kirche von Kanada. Als die Lutherische Freikirche 1963 der ALC beitrat, schlossen sich auch deren fünf Pastoren und elf Gemeinden mit 1177 Gemeindegliedern in Kanada dem dortigen Distrikt an.
Die ALC hatte bereits 1962 ein Komitee eingesetzt, das sich mit den seit längerer Zeit bestehenden Autonomiebestrebungen in Kanada auseinandersetzte. Dieses sprach sich in den Thesen von Minneapolis für die Autonomie aus und bereitete bis 1963 eine Kirchenverfassung vor. Am 8. und 9. November 1966 beschloss die Versammlung des Distrikts in der Christ Lutheran Church in Regina im Einvernehmen mit der Mutterkirche die Autonomie von der ALC. Erster Kirchenpräsident wurde der bisherige Distriktspräsident Karl Holfeld. Zum 1. Januar 1967 nahm die ELCC die Arbeit als autonome Kirche auf, unterhielt aber weiterhin gute Beziehungen zu ihrer Mutterkirche, die der ELCC neben beträchtlichen Überschreibungen und Einmalzahlungen auch fünf Jahre lang weitere Unterstützung zukommen ließ.
Im Distrikt befanden sich mehrere Bildungseinrichtungen in kirchlicher Trägerschaft. In Saskatoon befanden sich zwei theologische Seminare, das Luther Seminary der ELC und das Lutherische College und Seminar, an dem die ALC beteiligt war. Beide Seminare vereinigten sich 1965 zum Lutheran Theological Seminary Saskatoon. Es bestanden zwei kirchliche Hochschulen auf dem Gebiet des Distrikts, das Luther College in Regina und das Camrose Lutheran College. Mit dem Shepherd gab der Distrikt eine eigene Kirchenzeitung heraus.
Distriktspräsidenten 1960–1967 Karl Holfeld
Zentral-Distrikt Der Zentral-Distrikt () wurde bei der Gründung der Kirche 1960 aus dem Zentral-Distrikt der ALC, dem Süddakota- und Süd-Zentral-Distrikt der ELC und dem Nebraska-Distrikt der UELC errichtet. Der Distrikt umfasste die Gemeinden in den Bundesstaaten Colorado, Nebraska, Kansas, Oklahoma und im größten Teil von Missouri. Sitz der Distriktsverwaltung war Denver. In den Jahren seines Bestehens änderte sich der geografische Zuschnitt des Distrikts nicht. 1988 ging der Distrikt in der Rocky-Mountain-, Nebraska-, Zentrale-Staaten- und der Arkansas-Oklahoma-Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika auf.
Im Distrikt befand sich das Dana College in Blair, Nebraska.
Distriktspräsidenten 1961–1969 Erwin Fritschel 1969–1981 Archie Madsen 1981–1987 Wayne Weissenbuehler
Östlicher Distrikt Der Östliche Distrikt () wurde bei der Gründung der Kirche 1960 aus dem Östlichen Distrikt der alten ALC, dem Östlichen Distrikt der ELC und dem Atlantik-Distrikt der UELC errichtet. Der Distrikt umfasste die Gemeinden in den Staaten an der Atlantikküste. 1981 trat er die Gemeinden in Florida, Georgia, Nord- und Süd-Carolina an den neu gegründeten Südöstlichen Distrikt ab, sodass er danach noch Neuengland, die Mittelatlantikstaaten, Virginia und West Virginia umfasste. Sitz der Distriktsverwaltung war Springfield in Virginia. 1988 ging der Distrikt in den Kirchenregionen VII und VIII der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika auf.
Distriktspräsidenten 1961–1978 Gordon Huffman 1978–1987 E. Harold Jansen
Illinois-Distrikt Der Illinois-Distrikt () wurde bei der Gründung der Kirche 1960 aus dem Illinois-Distrikt der alten ALC, dem Östlichen Distrikt der ELC und dem Illinois-Distrikt der UELC errichtet. Der Distrikt umfasste die Gemeinden in den Bundesstaaten Illinois und Indiana sowie in den Counties am Ufer des Mississippi in Missouri. Sitz der Distriktsverwaltung war Park Ridge in Illinois. 1988 ging der Distrikt in der Metropolregion-Chicago, der Nord-Illinois-, der Süd/Zentral-Illinois- und der Indiana-Kentucky-Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika auf.
Distriktspräsidenten 1961–1976 Elmer Nelson 1975–1987 Ehme Osterbur
Iowa-Distrikt Der Iowa-Distrikt () wurde bei der Gründung der Kirche 1960 aus dem Iowa-Distrikt der alten ALC, dem Süd-Zentral-Distrikt der ELC und dem Iowa-Distrikt der UELC errichtet. Der Distrikt umfasste die Gemeinden im Bundesstaat Iowa. Sitz der Distriktsverwaltung war Des Moines. 1988 ging der Distrikt in der Metropolregion-Chicago-, der Nordost-, der Südost- und der West-Iowa-Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika auf.
Auf dem Gebiet der Synode befand sich das Wartburg Seminary in Dubuque, sowie drei kirchliche Hochschulen: das Luther College in Decorah, das Waldorf College in Forest City und das Wartburg College in Waverly.
Distriktspräsidenten 1961–1966 Hermann Siefkes 1966–1976 Bruno Schlachtenhaufen 1976–1980 Durwood Buchheim 1980–1987 L. David Brown
Michigan-Distrikt Der Michigan-Distrikt () wurde bei der Gründung der Kirche 1960 aus dem Michigan-Distrikt der alten ALC, dem Östlichen Distrikt der ELC und dem Illinois-Distrikt der UELC errichtet. Der Distrikt umfasste die Gemeinden in Untermichigan und dem Hinterland von Toledo in Ohio. Sitz der Distriktsverwaltung war Detroit. 1988 ging der Distrikt in der Südost-Michigan- und der Nordwest-Niedermichigan-Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika auf.
Distriktspräsidenten 1961–1966 Norman Menter 1966–1978 Robert Wietelmann 1978–1987 Reginald Holle
Nord-Minnesota-Distrikt Der Nord-Minnesota-Distrikt () wurde bei der Gründung der Kirche 1960 aus dem Minnesota-Distrikt der alten ALC, dem Nord-Minnesota-Distrikt der ELC und dem Minnesota-Distrikt der UELC errichtet. Der Distrikt umfasste die Gemeinden in der nördlichen Hälfte des Bundesstaats Minnesota. Sitz der Distriktsverwaltung war Moorhead. 1988 ging der Distrikt in der Nordost-Minnesota- und der Nordwest-Minnesota-Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika auf.
Auf dem Gebiet des Distrikts befand sich eine kirchliche Hochschule, das Concordia College in Moorhead.
Distriktspräsidenten 1961–1963 Arthur Hanson 1963–1969 Tollef Hanson 1969–1981 Cecil Johnson 1981–1987 Gilbert Lee
Südost-Minnesota-Distrikt Der Südost-Minnesota-Distrikt () wurde bei der Gründung der Kirche 1960 aus dem Minnesota-Distrikt der alten ALC, dem Süd-Minnesota-Distrikt der ELC und dem Minnesota-Distrikt der UELC errichtet. Der Distrikt umfasste die Gemeinden im südöstlichen Viertel des Bundesstaats Minnesota. Sitz der Distriktsverwaltung war Saint Paul. 1988 ging der Distrikt in der Südost-Minnesota-Synode und den Synoden der Gebiete von Minneapolis und Saint Paul der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika auf.
In Minneapolis hatte die Kirchenleitung der Amerikanischen Lutherischen Kirche ihren Sitz, ebenso wie das Augsburg Publishing House als kircheneigener Verlag. Außerdem auf dem Gebiet des Distrikts befand sich das Luther Seminary in Saint Paul, eines der drei theologischen Seminare der Kirche. Auch zwei kirchliche Hochschulen lagen im Distrikt, das Augsburg College in Minneapolis und das St. Olaf College in Northfield.
Distriktspräsidenten 1961–1963 Elmer Reinertson 1963–1971 Melford Knutson 1971–1983 J. Elmo Agrimson 1983–1987 Paul Erdahl
Südwest-Minnesota-Distrikt Der Südwest-Minnesota-Distrikt () wurde bei der Gründung der Kirche 1960 aus dem Minnesota-Distrikt der alten ALC, dem Süd-Minnesota-Distrikt der ELC und dem Minnesota-Distrikt der UELC errichtet. Der Distrikt umfasste die Gemeinden im südwestlichen Viertel des Bundesstaats Minnesota. Sitz der Distriktsverwaltung war Willmar. 1988 ging der Distrikt in der Südwest-Minnesota-Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika auf.
Distriktspräsidenten 1961–1978 Edward Hansen 1979–1987 Darold Beekman
Ost-Norddakota-Distrikt Der Ost-Norddakota-Distrikt () wurde bei der Gründung der Kirche 1960 aus dem Dakota-Distrikt der alten ALC, dem Norddakota-Distrikt der ELC und dem Norddakota-Montana-Distrikt der UELC errichtet. Der Distrikt umfasste die Gemeinden in der östlichen Hälfte des Bundesstaats North Dakota. Sitz der Distriktsverwaltung war Fargo. 1988 ging der Distrikt in der Ost-Norddakota-Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika auf.
Distriktspräsidenten 1961–1972 L. E. Tallakson 1972–1984 Nelson Preus 1984–1987 Wesley Haugen
West-Norddakota-Distrikt Der West-Norddakota-Distrikt () wurde bei der Gründung der Kirche 1960 aus dem Dakota-Distrikt der alten ALC, dem Norddakota-Distrikt der ELC und dem Norddakota-Montana-Distrikt der UELC errichtet. Der Distrikt umfasste die Gemeinden in der westlichen Hälfte des Bundesstaats North Dakota. Sitz der Distriktsverwaltung war Bismarck. 1988 ging der Distrikt in der West-Norddakota-Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika auf.
Distriktspräsidenten 1961–1971 J. Elmo Agrimson 1971–1987 Roy Gilbertson
Ohio-Distrikt Der Ohio-Distrikt () wurde bei der Gründung der Kirche 1960 aus dem Ohio-Distrikt der alten ALC und dem Östlichen Distrikt der ELC errichtet. Die UELC war in der Region Ohio nicht vertreten. Der Distrikt umfasste die Gemeinden im größten Teil des Bundesstaats Ohio und in Kentucky. Ursprünglich hatten auch die Gemeinden in Alabama, Mississippi und Tennessee zum Distrikt gehört, die aber 1981 an den neu gegründeten Südöstlichen Distrikt abgetreten wurden. Sitz der Distriktsverwaltung war Columbus. 1988 ging der Distrikt in der Nordwest-Ohio-, der Nordost-Ohio-, der Süd-Ohio und der Indiana-Kentucky-Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika auf.
Auf dem Gebiet des Distrikts lagen das Evangelical Lutheran Theological Seminary und die Capital University in Columbus.
Distriktspräsidenten 1961–1963 Kenneth Priebe 1964–1980 Paul Henry Moeller 1980–1985 K. Bernell Boehm 1985–1987 Robert Kelley
Nordpazifik-Distrikt Der Nordpazifik-Distrikt () wurde bei der Gründung der Kirche 1960 aus dem Nordwestlichen Distrikt der alten ALC, dem Pazifik-Distrikt der ELC und dem Pazifik-Distrikt der UELC errichtet. Der Distrikt umfasste die Gemeinden in den Bundesstaaten Washington, Oregon, Idaho und Alaska. Sitz der Distriktsverwaltung war Seattle. 1988 ging der Distrikt in der Kirchenregion I der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika auf.
Auf dem Gebiet des Distrikts lag eine kirchliche Hochschule, die Pacific Lutheran University in Parkland, Washington.
Distriktspräsidenten 1961–1964 Halfdan Foss 1964–1969 S. C. Siefkes 1969–1981 Clarence Solberg 1981–1987 Clifford Lunde 1987 Lowell Knutson
Südpazifik-Distrikt Der Südpazifik-Distrikt () wurde bei der Gründung der Kirche 1960 aus dem Kalifornien-Distrikt der alten ALC, dem Kalifornien-Distrikt der ELC und dem Pazifik-Distrikt der UELC errichtet. Der Distrikt umfasste die Gemeinden in den Bundesstaaten Kalifornien, Nevada, Arizona, Utah, New Mexico und Hawaii. Sitz der Distriktsverwaltung war Los Angeles. 1988 ging der Distrikt in der Kirchenregion II der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika auf.
Auf dem Gebiet des Distrikts lag eine kirchliche Hochschule, die California Lutheran University in Thousand Oaks.
Distriktspräsidenten