mini|St.-Michael-Kirche (2026) St. Michael war die römisch-katholische Kirche in Harsefeld, einem Flecken im Landkreis Stade im Norden von Niedersachsen. Die nach dem Erzengel Michael benannte Kirche war zuletzt eine Filialkirche der Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Buxtehude im Dekanat Unterelbe des Bistums Hildesheim. Das Kirchengebäude steht auf dem Grundstück Böberstroot 11A.
Geschichte Mit den Katholiken, die im Zuge der Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa infolge des Zweiten Weltkriegs in Harsefeld und den umliegenden Ortschaften eine neue Heimat gefunden hatten, kam 1947 der Priester Herbert Bolik nach Harsefeld. Anfangs fanden die katholischen Gottesdienste in der evangelischen Kirche statt. Drei Jahre später kaufte der Bonifatius-Verein ein Hausgrundstück auf dem Böberstroot, in das dort stehende Haus zog der Geistliche ein. In einem Anbau des Hauses, der zuvor als Abstellraum gedient hatte, wurde 1951 eine Notkapelle eingerichtet,Harsefeld. Kirchengemeindelexikon der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, abgerufen am 26. August 2026. die bereits das Patrozinium des Erzengels Michael trug.Bischöfliches Generalvikariat Hildesheim (Hrsg.): Katholischer Gottesdienst in der Diözese Hildesheim. Hildesheim 1966, S. 52. mini|Grundstein 1956 folgte auf Pastor Bolik Pater August Lewing MSC, in seiner bis 1979 dauernden Amtszeit wurde die St.-Michael-Kirche errichtet. Im hinteren Bereich des Hausgrundstücks erfolgte am 25. September 1967 die Grundsteinlegung, und bereits am 17. Dezember 1967 nahm Bischof Heinrich Maria Janssen die Kirchweihe vor. Die Kirche wurde nach Plänen des Diözesanbauamtes unter der Leitung von Josef Fehlig errichtet, ausgeführt als Beton-Fertigteilkirche mit glockenlosem Turm. Das Zeltdach auf dem Turm wurde erst später zugefügt.
Um 1990 gehörte auch die St.-Lukas-Kirche in Fredenbeck als Filialkirche zur Harsefelder Pfarrgemeinde St. Michael.St.-Godehards-Werk (Hrsg.): Der Dom ´91. Hildesheim 1990, S. 116. 1995 wurde in der Kirche erstmals eine Pfeifenorgel aufgestellt, zuvor diente ein Harmonium der Kirchenmusik. 2004 folgte zwischen der Kirche und dem Pfarrhaus der Bau eines Pfarrsaals.
Am 1. September 2004 wurde das Dekanat Stade, zu dem die Kirche gehörte, verändert und in Dekanat Unterelbe umbenannt.Bischöfliches Generalvikariat: Urkunde über die Auflösung des Dekanates Buchholz-Soltau, über die Umbenennung und Veränderung des Dekanates Stade sowie über die Veränderung der Dekanate Celle und Verden. Bistum Hildesheim, Kirchlicher Anzeiger Nr. 7/2004, S. 230–231. 2007 wurde der Förderkreis St. Michael e. V. gegründet, der die Kirche unterstützte. Seit dem 1. September 2010 gehörte die Kirche zur Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Buxtehude, zu der neben der Kirche St. Michael in Harsefeld auch die Kirchen Mariä Himmelfahrt in Buxtehude und St. Josef in Neu Wulmstorf gehören. Die Pfarrgemeinde St. Michael, Harsefeld, wurde in diesem Zusammenhang aufgelöst.Bischöfliches Generalvikariat: Urkunde über die Aufhebung der katholischen Pfarrgemeinden Mariä Himmelfahrt, Buxtehude, St. Michael, Harsefeld, St. Josef, Neu Wulmstorf, und über die Errichtung der katholischen Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt, Buxtehude. Bistum Hildesheim, Kirchlicher Anzeiger Nr. 6/2010, S. 216–218.
Am 31. Januar 2026 erfolgte die Profanierung der Kirche nach einer letzten Heiligen Messe durch Weihbischof Heinz-Günter Bongartz, die Gottesdienste in Harsefeld finden seitdem im benachbarten Pfarrsaal statt.Wie geht es weiter mit den Gebäuden in unserer Pfarrei? In: Triangel. Katholische Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt, S. 5. Das sanierungsbedürftige Kirchengebäude soll von den Rotenburger Werken übernommen und abgerissen werden, an seiner Stelle soll eine Wohneinrichtung für Menschen mit psychischen Erkrankungen errichtet werden. Das Pfarrhaus war bereits verkauft worden. Nächstgelegene katholische Kirche ist heute die rund 13 Kilometer entfernte Kirche Mariä Himmelfahrt in Buxtehude.
Siehe auch Liste profanierter Kirchen im Bistum Hildesheim Michaeliskirche
Literatur Martina Albert: Kleine Gemeinde feiert runden Geburtstag. In: KirchenZeitung. Ausgabe 50/2017 vom 17. Dezember 2017. Willi Stoffers: Bistum Hildesheim heute. Hildesheim 1987, ISBN 3-87065-418-X, S. 91.
Weblinks
St. Michael. Kath. Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt, Buxtehude. Kirche St. Michael in Harsefeld wird profaniert. Bistum Hildesheim. Harsefeld, St. Michael. moderne-regional.de (mit Innenansichten der Kirche) Stephanie Bargmann: Letzter Gottesdienst in St. Michaelkirche in Harsefeld. Kreiszeitung Wochenblatt. (mit Innenansichten der Kirche) Nach fast 60 Jahren: Fotoausstellung zur Geschichte der katholischen Kirche St. Michael. Samtgemeinde Harsefeld. (mit Bildern der Vorgängerkapelle)
Einzelnachweise
Michael Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Stade Kategorie:Profaniertes Kirchengebäude in Niedersachsen Kategorie:Profaniertes Kirchengebäude im Bistum Hildesheim Kategorie:Michaeliskirche Kategorie:Erbaut 1967 Kategorie:Kirchengebäude der Moderne Kategorie:Bauwerk der Moderne in Niedersachsen Kategorie:Typenbauwerk Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Bauwerk aus Beton