Ernst Högg (* 22. Mai 1838 in Ellwangen; † 21. Oktober 1908 in Stuttgart) war ein württembergischer Bildhauer, Zeichnungslehrer, Kunstpädagoge und Autor. Er war maßgeblicher Organisator des württembergischen Zeichenunterrichts, Mitglied der Königlichen Kommission für die gewerblichen Fortbildungsschulen sowie Begründer einer süddeutschen Architektenfamilie.

Leben Ernst Högg besuchte die Realschule und das Gymnasium in Ellwangen. Er kam 1852 nach Stuttgart auf die Polytechnische Schule und wechselte 1853 auf die Stuttgarter Kunstschule, um Bildhauer zu werden. 1856 erhielt er eine erste Ausstellung als „Zeichner und Modelleur“ am Hüttenwerk Wasseralfingen. In den Jahren 1862 bis 1864 wurde er bei der Stellensuche durch den württembergischen Gewerbereformer Ferdinand von Steinbeis unterstützt. Später wirkte Högg als Hauptlehrer für den Zeichenunterricht an der oberen Abteilung der Realanstalt in Stuttgart sowie als Professor an der dortigen Königlichen Realanstalt.

Im Rahmen der Reform des beruflichen und kunstgewerblichen Bildungswesens im Königreich Württemberg nahm Högg eine zentrale Rolle ein. Er wurde als Mitglied in „Die k. Kommission für die gewerblichen Fortbildungsschulen“ berufen, ein zentrales staatliches Steuerungsorgan zur Hebung der gewerblichen Ausbildung. Gemeinsam mit dem Maler, Grafikern und späteren Kunstgewerbeschuldirektor Hans von Kolb gab er Vorlagenwerke für den Zeichenunterricht heraus und verfasste eigene Lehrbücher zum Freihandzeichnen nach Naturobjekten und Körpermodellen.

Für seine Verdienste um das Schul- und Bildungswesen wurde ihm das Ritterkreuz I. Klasse des Friedrichs-Ordens verliehen.

Familie Ernst Högg ist der Vater des Architekten, Hochschullehrers und Heimatschützers Emil Högg (1867–1954), der in Heilbronn geboren wurde, während Ernst Högg dort tätig war. Sein Enkel war der Architekt und Stadtplaner Hans Högg (1901–1974).

Auszeichnungen alternativtext=Ernennung_Prof._Ernst_Högg_Ritter_I._Klasse_Friedrichsorden|mini|hochkant|Ernennungsurkunde Friedrichs-Orden Friedrichs-Orden, Ritter I. Klasse, 1891 Erinnerungsmedaille (Silber) zum 25. Regierungsjubiläum König Karl I. von Württemberg

Schriften mit Hans Kolb (Hrsg.): „Vorbilder für das Ornamentenzeichnen: eine Sammlung kunstgewerblicher Vorlagen für den Unterricht im Freihand- & Fachzeichnen an Real- & -gewerbl. Fortbildungs-Schulen; 30 farbige Tafeln“. Verlag Wilhelm Effenberger, Stuttgart 1883. „Das Freihandzeichnen nach Körpermodellen und Naturobjekten“. Stuttgart 1897.

Literatur Hof- und Staats-Handbuch des Königreichs Württemberg. Stuttgart 1894, S. 83, 252, 264.

Einzelnachweise

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