Die letzte Runde ist ein deutscher Sportfilm aus dem Jahr 1940, der unter der Regie von Werner Klingler entstand. Die Hauptrollen verkörperten Attila Hörbiger, Camilla Horn, Ludwig Schmitz und Heinz Seidler.
Handlung
New York und die Lichter der Großstadt sind in den ersten Szenen des Films zu sehen. Hier ist der hoffnungsvolle Deutsch-Amerikaner Eddie Steele als Profiboxer aktiv. Im berühmten Madison Square Garden soll er den Ausscheidungskampf um die Weltmeisterschaften gegen Sam MacMurphy bestreiten. Durch seinen unsteten Lebenswandel mit verschiedenen Liebschaften, unter anderem mit den Tänzerinnen Gloria und Lilly, drücken Eddie erhebliche finanzielle Schulden. Aus diesem Grund lässt er sich, angestiftet von dem zwielichtigen Boxmanager Grischa Schuwaloff, der MacMurphy betreut, auf eine sogenannte Schiebung des bevorstehenden Kampfes ein. Steele soll in der 4. Runde k.o. gehen. Als Eddie zunächst in dieser Runde den „Getroffenen“ markiert, überlegt er sich die Sache aber anders, nimmt den Kampf wieder auf und besiegt MacMurphy. Schwualoff schwört auf Rache und lässt Eddie durch seine Leute im Hafen verprügeln. Dabei fällt er ins Wasser und geht unter. Die Suche von seinem Manager Otto Pleschke nach Eddie Steele bleibt in New York erfolglos.
Berlin einige Jahre später. Otto Pleschke ist nun Inhaber einer typischen Berliner Kneipe. An einem Abend erkennt er als letzten Gast Eddie Steele, der sich jetzt wieder Hans Keßler nennt, hoch erfreut und gerührt wieder. Otto verspricht Hans/Eddie zukünftig wieder zu unterstützen. Bei Straßenarbeiten entdeckt Hans in dem Arbeiter Felix Franke ein großes Talent für den Boxsport und nimmt sich des erkannten Talents an. Otto Pleschke hat wieder die Funktion des Managers inne und ändert sofort den zukünftigen Namen des Talents in „Felix Frank“. Hans trainiert Felix und bringt ihm die Grundlagen des Boxens bei. Er gewinnt nunmehr Boxkampf für Boxkampf.
Inzwischen ist auch Tänzerin Lilly für die Mitwirkung in einer Revue nach Berlin gekommen. Zufällig begegnen sich Lilly und Felix. Sie finden Gefallen aneinander und beginnen eine zarte Liebesbeziehung. Beide treffen sich in der Folge abends öfters in Tanzbars. Durch die nächtlichen Ausflüge von Felix leidet aber die Trainingsarbeit. Diese Tatsache bleibt Hans nicht verborgen. Nach Rückkehr in der Nacht wird Felix von Hans und Otto erwartet und sie stellen ihn zur Rede. Hans schildert Felix die ganze Geschichte von Eddie Steele und offenbart ihm auch dieser selbst zu sein. Felix verspricht sich ab sofort ausschließlich auf den Boxsport und den anstehenden Ausscheidungskampf um die Weltmeisterschaft zu konzentrieren. Er geht mit Otto und Hans in ein Trainingslager und meldet sich nicht mehr bei Lilly.
Der Ausscheidungskampf mit Ambrosio Galina steht an. Kurz zuvor hat sich Hans/Eddie auf Vermittlung von Otto mit seiner „alten“ Liebe Lilly getroffen. Felix sieht Hans und Lilly vertraut zusammen sitzen und macht Hans eine Szene, bei der er ihn niederschlägt. Daraufhin wird Felix bei dem Ausscheidungskampf von Manager Otto in seiner Ecke betreut. Nachdem Felix gegen Ambrosio Galina mehrmals zu Boden geht und vom Ringrichter angezählt wird, rettet ihn nur noch der Pausengong. Hans, der in einer benachbarten Gaststätte den Boxkampf am Radio verfolgt, wird von Lilly inständig gebeten, Felix am Ring zu unterstützen. Hans hört im Radio die fast ausweglose Situation von Felix und eilt zu ihm an den Ring, um Felix als Coach zu betreuen. Felix gewinnt den Kampf gegen Galina durch K.o. und wird Weltmeister im Schwergewicht. Lilly reist unmittelbar ab, ohne noch einmal mit Hans oder Felix zu sprechen, die sich am Ende aber beide wieder aussöhnen und den Streit um Lilly begraben.
Produktionsnotizen
Die Dreharbeiten zu Die letzte Runde fanden vom April 1940 bis September 1940 überwiegend in den Tobis-Ateliers in Berlin-Johannisthal statt. Die deutsche Uraufführung war am 20. November 1940.Die letzte Runde (mit Datum der Erstaufführung) auf murnau-stiftung.de; abgerufen am 26. August 2026 In Berlin wurde der Film erstmals am 22. Januar 1941 im Union Theater Friedrichstraße gezeigt. Am 9. November 1940 erging durch die nationalsozialistische Filmprüfstelle ein entsprechendes Jugendverbot für den Film.
Die Bauten stammen von den Filmarchitekten Artur GüntherKay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 3: F – H. Barry Fitzgerald – Ernst Hofbauer. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 444–446. und Robert A. Dietrich.Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 2: C – F. John Paddy Carstairs – Peter Fitz. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 397, 398. Der verantwortliche Tonmeister war Klaus Jungk und die Musik für den Film komponierte Fritz Wenneis.
Heinz Seidler, ein ehemaliger Deutscher Meister im Boxen in der Gewichtsklasse „Halbschwergewicht“, stellt in dem Film eine der Hauptrollen mit der Figur des Felix Frank(e) dar. Es blieb sein einziger Ausflug in die Filmwelt. Auch andere im Film vorkommende Rollen in Zusammenhang mit dem Boxsport werden von aktiven oder ehemaligen Boxern, wie Richard Vogt, Paul Samson-Körner oder Jakob Schönrath verkörpert. Schönrath, der die Rolle des Ambrosio Galina spielt, war zudem auch Sparringspartner von Max Schmeling.Friedrichsruh: Die Sparringspartner werden knapp Hamburger Fremdenblatt Abendausgabe, Freitag 8. April 1938 auf Universität Hamburg online; abgerufen am 26. August 2026 Darüber hinaus tritt auch Max Machon, der ehemalige Boxtrainer und -manager von Max Schmeling, als Ringrichter auf.Kinoprogramm zu „Die letzte Runde“ auf murnau-stiftung.de; abgerufen am 26. August 2026
Rezeption
Siehe auch Liste der während der Zeit des Nationalsozialismus im Deutschen Reich uraufgeführten deutschen Spielfilme
Literatur Die letzte Runde In: Illustrierter Film-Kurier Nr. 3125 (Filmprogrammheft) auf Internet Archive
Weblinks
Filmplakat auf IMDb.de Filmbilder auf filmportal.de
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1940 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Boxerfilm Kategorie:Liebesfilm