Nothing’s Real ist das Debütalbum der britischen Sängerin und Musikproduzentin Shura. Es wurde am 8. Juli 2016 unter dem Label Polydor veröffentlicht. Das Album erhielt überwiegend positive Rezensionen. An der Produktion waren neben Denton selbst unter anderem Greg Kurstin und Joel Pott beteiligt.

Inhalt und Stil Nothing's Real zeichnet sich durch die Verwendung einer Vielzahl von verschiedenen Genres aus. Es entstand eine Kombination aus Synthiepop mit Electropop im Italo-Disco-Stil. Musikalisch ist das Album von elektronischer Popmusik der späten 1980er Jahre beeinflusst. Denton verriet, dass sie dabei besonders von Madonna und Kylie Minogue inspiriert wurde. Ein Großteil der Lieder weisen einen sehr leicht und schwebenden Gesangstil auf. Während der Aufnahmen griffen die Produzenten auf Gitarren, Synthesizer und Syndrums zurück.

Inhaltlich behandelt das Album vorwiegend Themen wie Liebe, Zuneigung, Herzschmerz, Trennungen und Sehnsucht, aber auch über Ängste und Verlust. Es ist sehr stark mit Denton's Kindheitserinnerungen und ihrer Jugend verknüpft. Das Intro des Albums ,(I), enthält Tonaufnahmen eines Familienausflugs aus ihrer Kindheit, in denen auch ihr Vater zu hören ist.

Der Titelsong Nothing's Real wurde von einer Panikattacke inspiriert, die Denton nach dem kommerziellen Erfolg ihrer Single Touch erlitten hatte. In einer Textpassage singt sie u. a. „I see my heart beat/on a television screen/game over/nothing’s real.“/„Ich sehe meinen Herzschlag/Auf einem Bildschirm/Es ist vorbei/Nichts ist echt.“ In Tongue Tied singt sie über Sinnlichkeit, Erotik und Entschlossenheit, während die Lieder Touch und What Happend to Us? von Sensibilität und Verletzlichkeit handeln. What's It Gonna Be?, in dessen Musikvideo ihr Zwillingsbruder Nicholas mitspielt, handelt von einer Highschool-Romanze. Im Track Kidz 'n' Stuff geht es um eine Beziehung mit einem imaginären Partner und dem Wunsch, Kinder zu haben. Am Ende zerbricht diese Bindung jedoch. Kidz 'n' Stuff geht anschließend nahtlos in Indecision über, welcher inhaltlich von Unentschlossenheit und Angst handelt. White Light" / "311215 wiederum hat das „Gefühl der Ekstase“ und „Momente vollkommener Transzendenz“ zum Inhalt.

Kritiken Professionelle Bewertungen Durchschnittsbewertung Quelle Bewertung AnyDecentMusic? 7.8 von 100 Metacritic 79 von 100 Bewertungen Quelle Bewertung AllMusic Clash 8/10 Exclaim! 7/10 The Guardian MusicOMH NME Pitchfork 7.7/10 PopMatters Rolling Stone

Über Metacritic erzielte das Album eine Punktzahl von 79 von insgesamt 100 möglichen Punkten; basierend auf 18 Kriterien. Bei AnyDecentMusic? erreichte Nothing's Real eine Punktzahl von 7,8 von 10 Punkten. Die US-amerikanische Datenbank zur Auswertung von Musikveröffentlichungen AllMusic vergab 4 von 5 Sternen und schrieb über das Album: „Nothing’s Real wartet mit einem reichhaltigeren Songwriting und einem breiteren Klangspektrum auf, als man vielleicht erwartet hätte, und schloss, dass das Album als die Art von intelligentem Popstar etabliert, die die 2010er Jahre brauchen“.

The Guardian merkte an: „Alexandra Lilah Denton lasse sich vom synthetischen Groove der frühen 1980er Jahre inspirieren; doch zwei Jahre und 26 Millionen YouTube-Aufrufe nach der Veröffentlichung ihrer mühelos einnehmenden Single „Touch“ scheint ihr Sound nun einer weniger weit zurückliegenden Ära anzugehören: Sie befreit den typischen Radio-Pop von seinem Pomp und setzt stattdessen auf Subtilität und Zurückhaltung; die Produktion wirkt entspannt, die Atmosphäre wie ein pastellfarbener Hauch von Melancholie – „Nothing’s Real“ ist lupenreiner Blog-Pop, jener Stilrichtung, die dem Chillwave vorausging und inzwischen fast wieder verschwunden ist. Untermalt von Samples privater Heimvideos aus ihrer Kindheit, singt sie, als läge sie unter der Bettdecke und vertraute einem neuen Liebhaber die intimsten Geheimnisse ihres Lebens an. Der Titelsong etwa handelt von ihrer ersten Panikattacke, während „2Shy“ die Introvertiertheit im Angesicht einer Romanze thematisiert. Besonders vielversprechend sind die schnelleren, treibenden Stücke; ihre Melodien sind so gelungen, dass sie durchaus in Erwägung ziehen könnte, sie einem großen Star zu überlassen, der einen musikalischen Neuanfang braucht. Das Album wirkt wie eine Zeitkapsel von Shuras Leben bis zum Jahr 2016 – inklusive all jener schwer greifbaren Genres, die einst im Internet entstanden.“

Laura Snapes von der Website Pitchfork schrieb: „Ähnlich wie Courtney Barnetts „Avant Gardener“ stiehlt sich der Titelsong von Shuras Debütalbum einen Moment der Kontrolle inmitten eines Anfalls. In „Nothing’s Real“ erklären Ärzte Shura, dass ihre Panikattacke keine medizinische Ursache habe, und schließen sie zur Bestätigung an ein EKG an. „Ich sehe meinen Herzschlag auf einem Fernsehbildschirm“, singt sie und veranschaulicht die Kluft zwischen Fakten und Gefühlen auf raffinierte Weise mit einem Bild, das direkt aus jener Art von 80er-Jahre-Popvideo stammt, in dem ihre Musik einst zu Hause gewesen wäre: „Nothing’s Real“ stolziert und wirbelt dahin wie Kylie Minogue, die sich in einem Disco-Mix von Devonté Hynes im Kreis dreht.“

Die amerikanische Website Rolling Stone schrieb über Nothing's Real: „Das Debütalbum der fünfundzwanzigjährigen britischen Alt-Pop-Musikerin Shura, die ihre Songs wie Tagebucheinträge gestaltet, ist ein Wechselspiel aus Glamour und Melancholie; fasziniert von den verspielten Beats und Synthie-Klangwolken der Achtziger. Sie bettet ihre detaillierte Auseinandersetzung mit verpassten Liebesgelegenheiten in ein glänzend poliertes Soundgewand ein. „What's It Gonna Be?“ pulsiert vor einer Stimmung, die fast an Freude grenzt, während der Song zugleich die Enttäuschung durch eine Liebe thematisiert, die Hunderte von Meilen entfernt ist; „2Shy“ beschreibt einen einsamen Heimweg mit einer unangezündeten Zigarette im Mund und kreisenden Gedanken an ein unausgesprochenes Begehren; „Indecision“ verneigt sich vor Madonnas „Borderline“ und offenbart eine emotionale Bindung, die längst ihr Verfallsdatum überschritten hat. Ihre Musikvideos machen deutlich, dass es in den Liedern oft um Frauen geht, doch auf Platte bleibt ihre Musik offen für Interpretationen.“

Insgesamt erhielt Nothing's Real positive Rezensionen. Kritiker lobten den Stil der späten 1980er Jahre sowie die Liedtexte über ehrliche und verletzliche Themen. Denton schrieb über reelle, persönliche Themen wie Panikattacken und Liebeskummer. Zudem wurde die Mischung aus klassischem Synth-Pop, Disco und modernem Bedroom-Pop positiv bewertet. Negative bewertet wurde die Spiellänge einzelner Tracks; so empfanden Kritiker White Light und The Space Tapes als etwas zu „langatmig“.

Preise und Auszeichnungen

+ Jahresendliste Veröffentlichung Liste Platzierung Ref. The Guardian The Best Albums of 2016 40 Media Rights Capital The 10 Best Albums of 2016 5 MusicOMH The 50 Best Albums of 2016 12 The Skinny Top 50 Best Albums of 2016 19 The Sunday Times 100 Best Records of the Year 35 Variance 50 Best Albums of 2016 39

Titelliste

Chartplatzierungen

Mitwirkende Folgende Personen trugen zur Entstehung des Albums bei:

Musik

Produktion

Visuelles Mat Maitland: Art Direction/Grafikdesign Shura: Art Direction/Grafikdesign Louise Pomeroy: Illustrationen Andrew Whitton: Fotografie

Einzelnachweise

Kategorie:Album 2016 Kategorie:Album (Electronic)