A Spirit Speaks ist ein Musikalbum der Formation „The Descendants of Mike and Phoebe“. Die vom 19. bis 21. Dezember 1973 in den Minot Studios, White Plains, New York, entstandenen Aufnahmen erschienen 1974 als Langspielplatte auf Strata-East Records. 2006 wurde das Album erstmals als Compact Disc auf dem japanischen Label P-Vine Records und 2025 als Download bei Mack Avenue Records wiederveröffentlicht.
Hintergrund Eines der vielen Projekte, die Bassist, Komponist und Arrangeur Bill Lee (Vater des Regisseurs Spike Lee) bei Strata-East initiierte, ist das einzige Album der Descendants of Mike and Phoebe, mit dem Titel A Spirit Speaks. Es vereint Lees Geschwister – Clif Lee (Flügelhorn), Grace Lee Mims (Gesang) und Consuela Lee Moorhead (Piano) – zu einer Gruppe, die ihren versklavten Vorfahren gewidmet ist und Einflüsse aus Jazz, Gospel, Soul und Blues verbindet. Sonny Brown und Billy Higgins übernahmen abwechselnd die Perkussion.
Clif Lee hatte bereits auf Clifford Jordans Album Glass Bead Games (1973) mitgewirkt, zu dem Bill und Clif Lee die Komposition „John Coltrane“ beisteuerten, die hier unter dem Titel „Coltrane“ erscheint.
Titelliste The Descendants of Mike and Phoebe: A Spirit Speaks (Strata-East – SES-19744) Two Songs for a Boy Named Mark:
A1a Little Bitty Baby (Consuela Lee Moorehead) 3:15 A1b Soliloquy to a Man-Child (Consuela Lee Moorehead) 2:25 A2 Coltrane (Clif Lee, Bill Lee) 4:55 A3 Chick Chick 3:04 A4 Well Done, Weldon (Consuela Lee Moorehead) 3:07 A5 A Spirit Speaks (Consuela Lee Moorehead) 3:07 B1 Attica (Clif Lee) 5:00 B2 Take My Hand, Precious Lord (Thomas A. Dorsey) 4:25 B3 Boll Weevil (Traditional) 2:00 B4 Don’t Be a Stranger 2:00 B5 Too Little, Too Late 4:10
Wenn nicht anders vermerkt, stammen die Kompositionen von Bill Lee.
Rezeption Thom Jurek verlieh dem Album in Allmusic viereinhalb Sterne und schrieb, dieses Kollektiv habe sich versammelt, um eine Musiksuite als Hommage an ihre versklavten Vorfahren zu schaffen. Trotz der immensen Kreativität und stilistischen Bandbreite von Strata East stelle diese Aufnahme eine Ausnahme in ihrem Katalog dar. Obwohl A Spirit Speaks zu den eher unbekannten Alben von Strata East zählt, würde es zu den einprägsamsten und durchweg schönsten gehören. Es sei so kunstvoll gestaltet und einladend, dass es einem spirituellen Jazz-Meisterwerk gleichkommt.
Obwohl die Lees weit weniger bekannt sein dürften als die Joneses aus Detroit, namentlich Thad, Hank und Elvin, sei diese Familie umso bemerkenswerter, da sich vier Geschwister als musikalisch begabt erwiesen, schrieb Nic Jones im Jazz Journal. Dieses Album von 1973, das ihr einziges blieb, sei zu einer Zeit aufgenommen worden, als das Bewusstsein der Afroamerikaner (vereinfacht gesagt) fokussierter war als heute. Der Titel und die im Gruppennamen implizierte Auseinandersetzung mit der Herkunft waren und sind Schlüsselelemente dieses Bewusstseins. Doch würde es der Musik jedoch an Fokussierung fehlen, als ob durch das Zusammenführen verschiedener Stränge die Intensität jedes einzelnen Strangs irgendwie verwässert worden wäre. Dies sei nicht zuletzt dem Gesang von Grace Lee Mims zu verdanken, deren durchdachte Herangehensweise dem spontanen Musizieren diametral entgegensteht. Thomas A. Dorseys „Take My Hand, Precious Lord“ habe ohnehin viel mehr mit der Gospeltradition als mit Jazz zu tun. Die Aufrichtigkeit [des Projekts] sei unbestreitbar, doch die Tatsache, dass im Anschluss eine kurze, energiegeladene Interpretation des Traditionals „Boll Weevil“ für Klavier, Bass und Schlagzeug folgt, unterstreiche den Aspekt der fehlenden Fokussierung. Bill Lees „Too Little, Too Late“ wiederum werde durch die Anwesenheit von Mims – und des Komponisten als zweitem Sänger – etwas überfrachtet. Auch Flügelhorn-Spieler Clif Lee habe im Laufe der vier Minuten und zehn Sekunden einen kurzen Auftritt, der zwar reichhaltig, aber irgendwie unbefriedigend wirkt; eine schlichtere, weniger überladene Herangehensweise wäre besser gewesen.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album 1974