Emil Guilleaume (* 20. Juni 1907 in Neustadt an der Haardt; † 16. November 1983 in München) war ein deutscher Ministerialbeamter.
Werdegang Guilleaume besuchte die Volksschule im Bergischen Land und bis 1919 das Gymnasium in Engelskirchen. Daraufhin nahm er in Beilngries Privatunterricht und legte schließlich 1929 das Abitur am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Köln ab. Anschließend studierte er Rechtswissenschaft an den Universitäten Freiburg, München und Köln. Ab 1929 war Mitglied des Corps Rhenania Freiburg.Kösener Corpslisten 1996, 129/1058 1933 wurde er in Köln zum Doktor der Rechte promoviert.
Bereits als Schüler, von 1924 bis 1926, war Guilleaume Mitglied der SA. Am 15. Juni 1926 trat er auch der NSDAP bei, schied aber später wieder aus.Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/12540313 Von 1931 bis 1933 war er Mitglied des Stahlhelms und dessen Hochschulgruppe in Köln. 1933 trat er der SS bei.
Von 1932 bis 1936 absolvierte Guilleaume das Rechtsreferendariat im Oberlandesgerichtsbezirk Köln und besuchte das Gemeinschaftslager „Hanns Kerrl“. Daraufhin war er von 1936 bis 1927 Gerichtsassessor beim Landratsamt Eisleben. Am 3. Juni 1937 beantragte er erneut die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 4.174.593).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/12540312 Von September 1937 bis Juni 1939 war er Dezernent für Landeskultur, landwirtschaftliche Hoheitssachen und Naturschutz der Regierung Stettin. Anschließend war er von Juni 1939 bis Februar 1940 stellvertretender Landrat des Landkreises Deutsch Gabel. Im Dezember 1939 wurde er zum Regierungsrat ernannt. Von März bis Mai 1940 war er Leiter der Feststellungsbehörde der Regierung Aussig.
Von Mai bis Juni 1940 war Guilleaume Staatskommissar für die Stadt Gablonz. In dieser Funktion nahm er dort kommissarisch die Bürgermeistergeschäfte wahr. Von Juni 1940 bis Juni 1941 war er als Kriegsverwaltungsrat beim Verwaltungsstab des Kommandanten von Groß-Paris, Ernst Schaumburg. Ab Juni 1941 war er Leiter der Verwaltungsabteilung einer Feldkommandantur in der Ukraine und später einer Sicherungsdivision. Schließlich war er bis April 1942 stellvertretender Leiter der Verwaltungsabteilung des Befehlshabers des Rückwärtigen Heeresgebietes Süd im Gebiet hinter der Heeresgruppe Süd, Erich Friderici. Von April 1942 bis September 1944 war er Gruppenleiter „Organisation und Gesetzgebung“ in der Abteilung „Innere Verwaltung“ des Reichsministeriums für die besetzten Ostgebiete. Im Januar 1943 wurde er zum Oberregierungsrat ernannt. Ab September 1944 leistete er als Soldat der Wehrmacht Kriegsdienst.
Bei seinem Spruchkammerverfahren im Oktober 1947 wurde Guilleaume als „Mitläufer“ eingestuft. Von 1950 bis 1955 war er Syndikus der Paul-Spindler-Werke in Hilden. 1955 trat er in den Dienst des Innenministeriums Schleswig-Holstein ein und wurde noch im selben Jahr zum Oberregierungsrat ernannt. Er war dort zunächst Referatsleiter und wurde 1958 zum Regierungsdirektor, 1963 zum Ministerialrat und 1965 zum Leitenden Ministerialrat befördert. Ab 1963 war er Abteilungsleiter im Ministerium. Als solcher war er von 1964 bis 1968 schleswig-holsteinischer Vertreter des öffentlichen Interesses beim Oberverwaltungsgericht für die Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Im gleichen Zeitraum war er darüber hinaus Landeswahlleiter. 1970 trat er in den Ruhestand.
Von 1956 bis 1968 war Guilleaume nebenamtliches Mitglied und später stellvertretender Vorsitzender des Gemeinsamen Landesjustizprüfungsamtes der Länder Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein. Zudem war er ab 1956 Mitglied der deutschen Sektion des Internationalen Instituts für Verwaltungswissenschaften. 1967 wurde er von der schleswig-holsteinischen Landesregierung als Richter des Bundesverfassungsgerichts vorgeschlagen, wurde jedoch letztlich nicht gewählt. Von 1959 bis 1971 war er Gründungsvorsitzender des Verbands der Verwaltungsjuristen in Schleswig-Holstein. 1966 schlug er die Reorganisation der Regierungsarbeit in Deutschland vor, indem das Amt des Ministers von dem des Ressortchefs zu trennen und die Regierung in ein politisches Kabinett und ein Verwaltungskabinett aufzugliedern sei. Dieser Vorschlag wurde in der Fachpresse breit rezipiert.Arnd Morkel: Die Reform des Kabinetts. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. B 34, 1970. Digitalisat Ferner begründete er gemeinsam mit Walter Bausenhart die Loseblattsammlung Landesrecht in Schleswig-Holstein.
Guilleaume starb im November 1983 im Alter von 76 Jahren in München.
Werke (Auswahl) Ungerechtfertigte Bereicherung, die nicht durch eine Leistung bewirkt ist und auch keine Änderung der Rechtslage zufolge hat. Eine kritische Stellunggnahme zu Leonhards neuer Lehre. Dissertation, Köln 1933. Überwindung der Masse. Vom Prinzip der Gleichheit zur Lebensgemeinschaft. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 1953. Reorganisation von Regierung und Verwaltungsführung. Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 1966. Die Wahlen im staatlichen Integrationsprozess. Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 1969.
Weblinks Emil Guilleaume auf der Website des Projekts Beamte nationalsozialistischer Reichsministerien
Einzelnachweise
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