Li Quan (; * 1190 in Weizhou Beihai (heute Weifang, Shandong); † 18. Februar 1231 nahe Hangzhou) war ein chinesischer Anführer der lokalen Aufstandsbewegung der Rotjacken, der sich in der Provinz Shandong von der Herrschaft der Jin-Dynastie zu lösen vermochte. Er errichtete im Osten Shandongs seinen eigenen Machtbereich, anerkannte zunächst formell die Oberhoheit der südlichen Song-Dynastie, wandte sich aber nach 1225 den Mongolen zu. 1231 fiel er bei einem misslungenen Feldzug gegen das Song-Reich.
Leben Li Quan war ein Han-Chinese und heiratete Yang Miaozhen, die jüngere Schwester des Rebellenführers Yang Anguo (auch Yang An'er genannt), der 1214 als Erster in Shandong den Aufstand gegen die Jin-Dynastie organisierte. Damals hatte der Einfall der Mongolen unter Dschingis Khan die militärische Handlungsfähigkeit der Jin erschüttert, und der Jin-Kaiser Xuanzong musste sogar 1214 seine Hauptstadt von Zhōngdū (heute Peking) während dessen Belagerung durch die Mongolen aus Sicherheitsgründen nach Kaifeng verlegen. Die mongolische Armee plünderte auch Shandong, Hebei und andere Regionen. Die Jin waren den Invasoren militärisch nicht gewachsen, erhoben aber weiterhin hohe Steuern von der dortigen Bevölkerung, was zur Entstehung der großen Aufstandsbewegung der Rotjacken in Shandong beitrug. Die von Yang Anguo geführte Rebellengruppe, der sich Li Quan anschloss, wurde nach dem Rückzug des Mongolenheers nach Norden rasch im Spätherbst 1214 vom Jin-General Pusun Anzhen besiegt und Yang selbst Anfang 1215 auf der Flucht getötet.Li Quan, in: Baidu Baike.
Dennoch dauerte die Rebellion in Shandong fort. Li Quan, der für seine Körperstärke und Kampfkünste bekannt war, wurde nun ein bedeutender Anführer der Rotjacken. Die Regierung der mit den Jin rivalisierenden südlichen Song-Dynastie versuchte die Aufstandsbewegung zu ihrem eigenen Vorteil zu nutzen und bot ihren Führern materielle Unterstützung an. 1218 ernannte der Hof der Song Li Quan zum Präfekten von Shandong. Formell unterwarf sich Li Quan der Oberhoheit der Song, agierte aber relativ unabhängig von ihnen nach seinem eigenen Ermessen, insbesondere nachdem den Jin 1219 die Kontrolle über Ost-Shandong völlig entglitten war. Als Heere der Mongolen ab 1225 wieder nach Shandong vorstießen, schwor Li Quan ihnen die Treue und wandte sich gegen die Song. 1230 unternahm er einen Feldzug gegen die Song und griff deren Hauptstadt Hangzhou an. Er konnte aber letztlich keinen militärischen Erfolg erringen und fiel am 18. Februar 1231. Seine Gattin Yang Miaozhen führte die Reste der Truppen Li Quans nach Shandong zurück. Ihr Adoptivsohn Li Tan agierte nun ebenfalls als Rebellenführer.Herbert Franke, in: The Cambridge History of China, Bd. 6, 1994, S. 256 f.
Literatur Herbert Franke: The Chin Dynasty, in: Denis C. Twitchett, John King Fairbank, Herbert Franke (Hrsg.): The Cambridge History of China, Bd. 6: Alien Regimes and Border States, 907–1368. Cambridge University Press, 1994, ISBN 978-0-521-24331-5, S. 215–320, hier: S. 256 f.
Weblinks Li Quan, in: Baidu Baike.
Anmerkungen
Kategorie:Chinese Kategorie:Geboren 1190 Kategorie:Gestorben 1231 Kategorie:Mann Kategorie:Jin-Dynastie (1125–1234) Kategorie:Militärperson (China) Kategorie:Aufständischer