mini|Emblem des Zentralen Militärbezirks mini|Militärbezirke Russlands seit 2024: der zentrale Militärbezirk ist grün markiert mini|Hauptsitz in Jekaterinburg Der Zentrale Militärbezirk des Rotbannerordens () ist einer der fünf Militärbezirke der Streitkräfte Russlands. Er wurde im Zuge der russischen Militärreform durch Präsidialerlass Nr. 1144 vom 20. September 2010 aus dem Wolga-Ural-Militärbezirk und dem größten Teil des Sibirischen Militärbezirks gebildet und nahm am 21. Oktober 2010 seine Tätigkeit auf.
Mit einer Fläche von rund 7 Millionen km² ist der Zentrale Militärbezirk flächenmäßig der größte russische Militärbezirk. Sein Zuständigkeitsbereich erstreckt sich über große Teile des Wolgagebiets, des Urals und Sibiriens und umfasst 29 Föderationssubjekte. Dazu gehören unter anderem Baschkortostan, Tatarstan, die Region Perm, die Oblast Swerdlowsk, die Oblast Tscheljabinsk, die Oblast Nowosibirsk, die Region Krasnojarsk, Tuwa und die Oblast Irkutsk. Zum Verantwortungsbereich gehören außerdem russische Militärstützpunkte in Zentralasien. Das Hauptquartier befindet sich in Jekaterinburg.
Seit dem 5. August 2026 wird der Militärbezirk von Generaloberst Andrei Iwanajew geführt.
Geschichte
Der Zentrale Militärbezirk entstand 2010 durch die Zusammenlegung des Wolga-Ural-Militärbezirks mit großen Teilen des Sibirischen Militärbezirks. Er sollte die militärische Führung im weitläufigen zentralen Teil Russlands vereinheitlichen und zugleich als strategische Reserve für andere Kriegsschauplätze dienen.
Eine besondere Rolle spielt der Militärbezirk aufgrund seiner Nähe zu Zentralasien. Neben der Sicherung des russischen Hinterlands gehören die Unterstützung russischer Militärstützpunkte in der Region und die Vorbereitung auf mögliche regionale Konflikte zu seinen Aufgaben. So wurde der Militärbezirk 2015 als wichtiges Instrument Russlands zur militärischen Einflussnahme in Zentralasien und als Reserve, aus der im Kriegsfall Kräfte sowohl nach Westen als auch nach Osten verlegt werden können, bezeichnet.
2015 wurde in Kysyl in der Republik Tuwa die 55. Gebirgs-Mot-Schützenbrigade aufgestellt.
Nach dem Krieg um Bergkarabach 2020 stellte der Zentrale Militärbezirk einen erheblichen Teil des russischen Friedenstruppenkontingents für Bergkarabach. Rund 1960 Soldaten sowie zahlreiche Fahrzeuge und gepanzerte Fahrzeuge wurden dorthin entsandt; der Kern des Kontingents stammte aus der 15. selbstständigen Mot-Schützenbrigade.
Seit Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine wurden zahlreiche Verbände des Militärbezirks in der Ukraine eingesetzt. Gleichzeitig entstanden neue Großverbände, darunter die 25. Armee und das 3. Armeekorps.
Streitkräfte
Zu den wichtigsten Landstreitkräften des Zentralen Militärbezirks gehören die 2. Gardearmee mit Hauptquartier in Samara, die 41. Gardearmee in Nowosibirsk sowie die seit 2023 aufgestellte 25. Armee. Hinzu kommen das 3. Armeekorps und die 90. Garde-Panzerdivision in Tschebarkul.
Außerhalb Russlands untersteht dem Militärbezirk die 201. Militärbasis in Duschanbe in Tadschikistan. Sie stellt einen wichtigen Bestandteil der russischen Militärpräsenz in Zentralasien dar.
Einzelnachweise
Literatur
Mark Galeotti: The Modern Russian Army 1992–2016. Osprey, Oxford 2017, ISBN 978-1-47281-908-6.
Kategorie:Militärbezirk (Russland) Kategorie:Gegründet 2010