Der Ohe-Viadukt (auch Frielendorfer Viadukt) ist eine Eisenbahnbrücke in Frielendorf und dessen Ortsteil Spieskappel, im hessischen Schwalm-Eder-Kreis. Sie überspannt den Ohebach und eine Nebenstraße. Die Brücke wurde im Zuge des Baus der strategischen „Kanonenbahn“ (Berlin–Metz) errichtet und befindet sich im Teilabschnitt der Bahnstrecke Leinefelde–Treysa.
Der Viadukt ist als Steinbogenbrücke ausgeführt und einer von vielen Kunstbauwerken entlang dieses Teilabschnitts der „Kanonenbahn“. Der Unstrut-Viadukt in Dingelstädt ähnelt der Brücke in dessen Bauweise besonders stark.
Geschichte Erbaut wurde die Brücke in den 1870er Jahren, wobei Gastarbeiter aus anderen Regionen Europas (z. B. Italien, Galizien, Kroatien) eingesetzt wurden. Insgesamt beliefen sich die Kosten auf 80.200 M.Zeitschrift für Bauwesen 1880 S. 455. Vermutlich wurden die ursprünglichen Schalllöcher an den Pfeilern, welche der Entwässerung dienten, Anfang des 20. Jahrhunderts zugemauert, ähnlich wie bei weiteren Viadukten gleicher Bauart entlang der technisch anspruchsvollen Bahnstrecke Leinefelde–Treysa (z. B. Beisebrücken).
Es ist ebenfalls anzunehmen das ähnlich wie bei anderen Bauwerken während des Ersten Weltkriegs eine Brückenwache zeitweise stationiert war. Den Ersten als auch den Zweiten Weltkrieg hat die Brücke ohne weitere immense Schäden überstanden.
Konstruktion Der Ohe-Viadukt besitzt eine Gesamtlänge von 46,5 m und eine Höhe von 20,8 m. Die Steinbogenbrücke setzt sich aus 3 Öffnungen zusammen, mit je 10 m Spannweite der beiden äußeren Bögen und 10,5 m Spannweite des mittleren Bogens. Das Bauwerk wurde zudem auf eine zweigleisige Breite angelegt und aus Sandstein erbaut. Zusätzlich sind Stützmauern gegen Hochwasser errichtet worden.
Besonders sind die Betonbrüstungen, welche wahrscheinlich die ursprünglichen Sandsteinbrüstungen im Laufe der Zeit ersetzt haben. Außerdem befindet sich auf der Brücke eine Weiche ausgehend vom ehemaligen Bahnhof Frielendorf.
Heutiger Zustand Nach der Einstellung des Schienenverkehrs auf dem Abschnitt Homberg–Treysa am 25. Juni 2002 hat das Bauwerk seine ursprüngliche Funktion verloren. Mit der Zeit schreitet die Vegetation weitgehend fort auf der Brücke. Die Gleisanlagen auf diesem Abschnitt sind jedoch noch erhalten.
Es gibt Bestrebungen für eine Reaktivierung des Bahnverkehrs in diesem Abschnitt, ebenso die Idee eines alternativen Bahntrassenradwegs. Der Ohe-Viadukt ist denkmalgeschützt und das Betreten nicht möglich.
Am 1. Januar 2023 musste eine hilflose Person auf dem Viadukt von Einsatzkräften gerettet werden.
Weblinks
vergessene-bahnen.de – Bilder der Bahnstrecke mit Viadukt Comeback der Kanonenbahn zwischen Homberg und Treysa? (HNA, 28. Februar 2024) – Historische Aufnahme der Brücke während der Bauphase Zweirad statt Lokomotive: ADFC fordert Bahnradweg zwischen Treysa und Homberg (HNA, 18. November 2020) – weiteres Bild der Brücke
Einzelnachweise
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