alt=Dmytro Boryssowytsch Poljakow in weißem ukrainischem Teamshirt bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 2010 in Barcelona|mini|Dmytro Boryssowytsch Poljakow bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 2010 in Barcelona Dmytro Boryssowytsch Poljakow (, international auch Dmytro Polyakov; * 26. September 1964 in Charkiw, Ukrainische SSR; † 25. März 2012 in Browary, Ukraine) war ein ukrainischer Leichtathletiktrainer.

Bekannt wurde er als Trainer der Mehrkämpferin Natalija Dobrynska. Unter seiner Betreuung gewann Dobrynska 2008 Olympia-Gold im Siebenkampf, 2010 Silber bei den Hallenweltmeisterschaften im Fünfkampf und bei den Europameisterschaften im Siebenkampf sowie 2012 den Hallenweltmeistertitel im Fünfkampf mit dem damaligen Weltrekord von 5013 Punkten.

Leben Poljakow stammte aus Charkiw und absolvierte ein Studium am Medizinischen Institut in Charkiw. Vor seiner Tätigkeit als Leichtathletiktrainer war er sportlich im Boxen aktiv.

Poljakow und Natalija Dobrynska waren bereits mehrere Jahre ein Paar, bevor er ihr Trainer wurde. In einem Interview im September 2008 erklärte er, dass sie zu dem Zeitpunkt etwa fünf Jahre zusammenlebten und er erst seit rund einem Jahr offiziell ihr Trainer sei. Am 4. Oktober 2008 heirateten Poljakow und Dobrynska in Kyjiw.

Trainerlaufbahn Anfang 2007 übernahm Poljakow das Training von Dobrynska, ohne zuvor als Leichtathletiktrainer gearbeitet zu haben. Nach Angaben der Ukrainischen Leichtathletikföderation eignete er sich die Trainingsmethodik und die technischen Grundlagen der unterschiedlichen Mehrkampfdisziplinen weitgehend selbstständig an. Der Verband hob nach seinem Tod außerdem seine psychologischen Fähigkeiten in der Betreuung von Dobrynska hervor.

Rund anderthalb Jahre nach Beginn ihrer Zusammenarbeit gewann Dobrynska bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking mit 6733 Punkten die Goldmedaille im Siebenkampf.

Bei den Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaften 2010 in Doha gewann Dobrynska im Fünfkampf mit 4851 Punkten die Silbermedaille hinter Jessica Ennis. Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 2010 desselben Jahres in Barcelona wurde sie im Siebenkampf mit einer persönlichen Bestleistung von 6778 Punkten erneut Zweite. Dobrynska verbesserte während der gemeinsamen Trainingszeit außerdem viermal den ukrainischen Hallenrekord im Fünfkampf.

Den letzten großen Erfolg ihrer Zusammenarbeit erreichten Poljakow und Dobrynska bei den Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaften 2012 in Istanbul. Poljakow war zu diesem Zeitpunkt bereits schwer erkrankt und konnte sie nicht persönlich begleiten. Dennoch blieb er während des Wettkampfs telefonisch und per Textnachrichten in ihre Betreuung eingebunden.

Dobrynska berichtete nach der Weltmeisterschaft, Poljakow habe ihre möglichen Leistungen in den fünf Einzeldisziplinen mit denen ihrer Konkurrentinnen verglichen und daraus eine theoretische Gesamtpunktzahl von rund 5160 Punkten errechnet. Damit habe er sie davon überzeugt, dass ein Ergebnis oberhalb der bis dahin noch nie von einer Frau erreichten Marke von 5000 Punkten möglich sei.

Vor dem abschließenden 800-Meter-Lauf telefonierte Dobrynska mit Poljakow und erhielt anschließend eine Textnachricht von ihm mit taktischer und mentaler Unterstützung für das Rennen.

Am 9. März 2012 gewann Dobrynska in Istanbul mit 5013 Punkten den Hallenweltmeistertitel im Fünfkampf. Sie wurde damit die erste Frau, die in dieser Disziplin mehr als 5000 Punkte erreichte, und übertraf den seit 1992 bestehenden Weltrekord von Irina Belowa um 22 Punkte.

Auszeichnungen Am 4. September 2008 verlieh der damalige Präsident der Ukraine Wiktor Juschtschenko, Poljakow den Ehrentitel „Заслужений працівник фізичної культури і спорту України“ („Verdienter Mitarbeiter für Körperkultur und Sport der Ukraine“).

Nach seinem Tod wurde Poljakow von der ukrainischen Nachrichtenagentur UNIAN außerdem als „Заслужений тренер України“ („Verdienter Trainer der Ukraine“) und als Trainer-Methodiker der Zentralen Schule für höhere sportliche Meisterschaft „Kolos“ bezeichnet.

Erkrankung und Tod Dobrynska erklärte nach seinem Tod, dass bei Poljakow etwa zwei Jahre zuvor ein Sarkom diagnostiziert worden sei. Die Erkrankung wurde zunächst außerhalb des engsten Familienkreises nicht öffentlich bekannt gemacht. Anfang 2012 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand erheblich, weshalb er Dobrynska nicht zu den Hallenweltmeisterschaften nach Istanbul begleiten konnte.

Dmytro Poljakow starb am 25. März 2012 im Alter von 47 Jahren. Sein Tod ereignete sich etwas mehr als zwei Wochen nach Dobrynskas Weltrekord und Weltmeistertitel in Istanbul.

Die Trauerfeier fand am 27. März 2012 in der Mariä-Entschlafens-Kathedrale des Kyjiwer Höhlenklosters statt. Anschließend wurde Poljakow auf dem Baikowe-Friedhof in Kyjiw beigesetzt.

Nachwirkung im Basketball Poljakow war auch mit dem Basketballsport in Charkiw verbunden. Einer nach seinem Tod eingerichteten Gedenkseite zufolge kündigte die Leitung des Basketballclubs an, die Mannschaft zu seinen Ehren nach ihm zu benennen; Poljakow wurde dort außerdem als Initiator der Idee zur Gründung der Mannschaft bezeichnet.

Der Basketballclub „Polytechnic“ beschreibt die Namensentwicklung der Mannschaft vom ursprünglichen Namen „Любителі“ über „BC Polyakov“ zu „Polytechnic-Polyakov“.

Unter dem Namen „Polyakov-Polytechnic“ nahm die Mannschaft auch später an internationalen Wettbewerben teil. 2018 gewann sie bei der Europameisterschaft der European Seniors Basketball Association (ESBA) in Pula in der Altersklasse Männer Ü35. Der Basketballclub „Polytechnic“ führt die Mannschaft weiterhin als „Polytechnic-Polyakov“ und nennt als Erfolge einen Europameistertitel sowie eine Bronzemedaille bei einer Weltmeisterschaft in der Altersklasse Männer Ü35.

Einzelnachweise

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