Männer, Helden, schwule Nazis ist ein Dokumentarfilm von Rosa von Praunheim aus dem Jahr 2005.

Handlung Rosa von Praunheim skizziert ein Porträt schwuler Neonazis anhand von Protagonisten, die zu ihren rechtsextremen Überzeugungen stehen. Der Regisseur verdeutlicht dabei die Widersprüche zwischen offen gelebter Homosexualität und Rechtsextremismus. Von Praunheim verweist aber auch auf die Geschichte des Nationalsozialismus und dessen Verbindung zu Homosexuellen, unter anderem am Beispiel von SA-Führer Ernst Röhm. In direkter Tradition sah sich Michael Kühnen, einer der bekanntesten Anführer in der Neonazi-Szene der BRD, der schwule Männer als die besseren Soldaten zu propagieren versuchte. Kühnen fand prominente Unterstützter in der Szene wie Bela Ewald Althans, konnte sich aber nicht durchsetzen. Den Kreis der Protagonisten vereint, dass sie Mitläufer oder Profiteure einer Ideologie und Männlichkeitskultur sind, die Homosexuelle zwar ablehnt, aber nicht darum verlegen ist, diese in ihren Reihen zu tolerieren, solange sie der Bewegung nützlich sind und sich an die Spielregeln halten.

Veröffentlichung Die Uraufführung des Films fand am 16. Februar 2005 bei der Berlinale statt. Anschließend wurde die Dokumentation auf verschiedenen Filmfestivals gezeigt. Die TV-Premiere war 2006 im NDR.

Ebenfalls 2006 erschien bei Absolut Medien eine DVD mit den Bonusfilmen Umsonst gelebt (16 Min.), Liebe und Leid (14 Min.), Schwein gehabt (11 Min.) und Schwuler Mut (92 Min.).

Rezeption Männer, Helden, schwule Nazis sei ein faszinierender, lebendiger und gelungener Dokumentarfilm, so die Filmzeitschrift Variety. Von Praunheim hätte über die Jahre das faszinierendste gesellschaftspolitische Dokumentarfilmwerk der Welt geschaffen: Männer, Helden, schwule Nazis würde diesem Standard in nichts nachstehen. Das Internetportal Zukunft braucht Erinnerung schrieb: „Der Film ist Politik, Sex und Pop – das ist das Tabu. Und dieses Tabu ist der Stachel, mit dem Rosa von Praunheim mitten in unsere Gesellschaft sticht.“

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Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2005 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Homosexualität im Film Kategorie:Rosa von Praunheim