mini|Germán Riesco Zañartu Germán Miguel Juan Riesco Zañartu (* 17. August 1941; † 9. November 2016) war ein chilenischer Agrarunternehmer, Politiker und Diplomat.

Von 1969 bis 1973 gehörte er der chilenischen Abgeordnetenkammer an und wurde 1973 für die bis 1977 vorgesehene Legislaturperiode wiedergewählt. Während des Militärregimes unter Augusto Pinochet war er von 1975 bis 1978 Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium. Von 1990 bis 1994 amtierte er als chilenischer Botschafter im Vereinigten Königreich.

Leben

Familie, Ausbildung und berufliche Tätigkeit Riesco war ein Sohn von Ignacio Riesco Rivas und Eliana Zañartu Cruzat. Er besuchte das Colegio San Ignacio und studierte anschließend an der University of California in den Vereinigten Staaten, wo er einen einem Agraringenieurstudium entsprechenden Abschluss erwarb.

Nach seiner Ausbildung war er in der Landwirtschaft und als Agrarunternehmer tätig. Er gehörte den Leitungsgremien mehrerer landwirtschaftlicher Genossenschaften an, darunter COPROSEF und COOPEÑUBLE, sowie Berufsverbänden wie ANPROS.

Riesco war außerdem Mitglied des Club de La Unión, des Los Leones Golf Club, des San Carlos Air Club, der Sociedad Nacional de Agricultura (SNA) und der 1976 gegründeten privaten gemeinnützigen Organisation Amigos del Arte. Zudem war er Vizepräsident der Fundación Presidente Balmaceda.Fundación Presidente Balmaceda – Vorstand

Politische Laufbahn Riesco begann seine politische Laufbahn 1961 mit seinem Eintritt in die Liberale Partei. Er nahm an der Parteiversammlung von Catemu in Aconcagua teil und fungierte dort als Delegierter. Später trat er der Nationalpartei (PN) bei und kandidierte 1969 für die Abgeordnetenkammer.

Er wurde für die 15. Departementsgruppe San Carlos und Itata für die Legislaturperiode 1969 bis 1973 zum Abgeordneten gewählt. Im Kongress gehörte er den ständigen Ausschüssen für Wirtschaft, Entwicklung und Wiederaufbau, Finanzen, innere Verwaltung und lateinamerikanische Integration an. Zudem wirkte er in mehreren parlamentarischen Untersuchungsausschüssen mit. Von 1970 bis 1971 war er stellvertretendes Mitglied des parlamentarischen Ausschusses der Nationalpartei. 1970 reiste er als Mitglied einer parlamentarischen Delegation in die Bundesrepublik Deutschland und nach Frankreich.

Bei der Parlamentswahl in Chile 1973 wurde Riesco für denselben Wahlkreis für die Legislaturperiode 1973 bis 1977 wiedergewählt und übernahm den Vorsitz des Ausschusses für Wirtschaft, Entwicklung und Wiederaufbau. Sein Mandat endete jedoch infolge des Militärputsches vom 11. September 1973 und der Auflösung des Nationalkongresses durch das Gesetzesdekret Nr. 27 vom 21. September 1973.

Während des Militärregimes war Riesco von 1975 bis 1978 Staatssekretär für Landwirtschaft. Vom 3. bis 5. Februar 1977 sowie vom 18. bis 21. Januar 1978 war er zudem kommissarischer Landwirtschaftsminister. 1980 übernahm er den Vorsitz der internationalen Messe von Santiago (FISA).

Riesco gehörte innerhalb der Nationalpartei zu jener Strömung, die beim Plebiszit in Chile 1988 für die „Nein“-Option eintrat. Anschließend wurde er Mitglied der Partido Alianza de Centro (PAC), deren Vorsitzender er von 1989 bis 1990 war. Am 5. Mai 1990 ernannte ihn Präsident Patricio Aylwin zum chilenischen Botschafter im Vereinigten Königreich.

Weblinks Biografie bei der Fundación Presidente Balmaceda (spanisch)

Einzelnachweise

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