Der Lügner (Originaltitel Menteur) ist eine französische Filmkomödie aus dem Jahr 2022 mit Tarek Boudali und Pauline Clément. Regie führte Olivier Baroux, der auch das Drehbuch schrieb, basierend auf dem kanadischen Spielfilm Menteur (2019) von Émile Gaudreault.
Handlung Jérôme Berada lebt in Nizza und ist ein notorischer Lügner. Er lügt sowohl bei seiner Arbeit als Vertriebsleiter auf der Werft Naviset als auch im Privatleben. Wenn er sich verspätet oder Termine verpasst, ist er nie um eine Ausrede verlegen. Seine Lügenkonstrukte sind durchschaubar und nerven seine Familie, darunter seine Eltern Salim und Geneviève, Schwägerin Virginie und Bruder Thibault. Als ihn seine Familie mit seinen ständigen Lügen konfrontiert, streitet er alles ab.
Allerdings umgarnt er mit seinen Lügen auch gekonnt die Kunden der Werft. Das Unternehmen benötigt dringend den Auftrag einer russischen Reederei über die Renovierung von 15 Schiffen, damit keine Mitarbeiter entlassen werden müssen. Bei den Verhandlungen mit Oleg Krihenko, dem Sekretär des Besitzers der Reederei, wird Jérôme von der Russisch-Übersetzerin Chloé unterstützt. In der Folge kommen sich die beiden näher.
Eine Gruppe von Mönchen stellt sich der Aufgabe, den Lügner ausfindig zu machen und ihn der Wahrheit zuzuführen. Bald darauf stellt Jérôme fest, dass alle seine Lügen Realität geworden sind, was sein Leben auf den Kopf stellt. Das führt schließlich dazu, dass seinetwegen sein Bruder im Krankenhaus landet. Erst als Jérôme allen eingesteht, dass er gelogen hat und seine Familie um Verzeihung bittet, werden seine Lügengeschichten rückgängig gemacht, ist Thibault unversehrt und Jérôme kehrt in sein bisheriges Leben zurück.
Naviset erhält den russischen Auftrag nicht. Chloé findet heraus, dass es eine Absprache zwischen den Aktionären von Naviset und den Russen gab und Oleg nie die Absicht hatte, zu unterzeichnen, sondern nur die Preise der italienischen Konkurrenz drücken wollte. Naviset-Managerin Caroline hatte 400.000 Euro erhalten, damit sie dabei mitspielt. Jérôme kündigt bei Naviset und Chloé beginnt, als Fremdenführerin für russische Touristen zu arbeiten. Auf einer von ihr geführten Tour gestehen sie sich schließlich ihre Liebe.
Synchronisation Die deutschsprachige Synchronisation übernahm die TaunusFilm Synchron Berlin. Dialogregie führte Beate Klöckner, die auch das Dialogbuch schrieb.
Rolle Darsteller Synchronsprecher Jérôme Berada Tarek Boudali Henning Nöhren Thibault Berada Artus Tim Sander Chloé Pauline Clément Josefin Hagen Virginie Louise Coldefy Manja Doering Etienne Bertrand Usclat Jeremias Koschorz Salim Berada Karim Belkhadra Tayfun Bademsoy Genevieve Berada Catherine Hosmalin Agnes Hilpert Jeanne-Pierre Guy Lecluyse Sven Brieger Paul Philippe Vieux Stefan Krause Caroline Florence Muller Almut Zydra Oleg Krihenko Oleg Kupchik Waléra Kanischtscheff Jacques Jérémy Lopez Tim Schwarzmaier Abt der Abtei Stéphan Wojtowicz Nachrichtensprecher Olivier Baroux Abdel Nader Soufi Patrick Giese Alexandra Emilie Arthapignet Franziska Endres Jérôme (9 Jahre) Wacim Ajroudi Oskar Makino Schauspieler Issam Kadichi Sam Bauer
Produktion und Hintergrund Der Film wurde von Gaumont und M6 Films produziert, als Produzenten fungierten Guillaume Colboc und Sidonie Dumas. Die Dreharbeiten fanden vom 10. Mai bis zum 9. Juli 2021 in Frankreich in den Regionen Île-de-France und Provence-Alpes-Côte d’Azur statt, gedreht wurde unter anderem in Toulon und in den Studios de la Victorine in Nizza.
Die Kamera führte Arnaud Stefani, die Musik schrieb Philippe Kelly, die Montage verantwortete Arnaud Caréo und das Casting Coralie Amédéo. Das Szenenbild gestaltete Sévérine Guilbaud und das Kostümbild Charlotte Bétaillole. Das Budget betrug rund 11,6 Millionen Euro.
Veröffentlichung In Frankreich kam der Film am 13. Juli 2022 in die Kinos und verzeichnete rund 934.000 verkaufte Tickets.
In Deutschland wurde der Film am 13. September 2024 auf Sky Cinema Premiere veröffentlicht und am 7. August 2026 im Ersten erstmals ausgestrahlt.
Rezeption Filmdienst vergab zwei von fünf Sternen und bezeichnete die Produktion als temporeiche Komödie mit zwar einigen amüsanten, aber auch vielen einfallsarmen Momenten. Zum Eindruck eines inkonsequenten Drehbuchs passe auch, dass die moralische Wandlung durch eine Gruppe von Mönchen eingeführt werde, welche alsbald sang- und klanglos wieder aus dem Film verschwinden.
Oliver Armknecht bewertete den Film auf film-rezensionen.de mit sechs von zehn Punkten. Dieser sei witzig, nicht anspruchsvoll und funktioniere über weite Strecken recht gut. Das Ende, wenn es zum Sinneswandel kommt, wurde aber verpatzt, weil zu viele Elemente vergessen oder schlecht umgesetzt wurden.
tvspielfilm.de kritisierte, dass die witzige Idee leider eher mau umgesetzt würde.
Weblinks
Der Lügner auf constantin.film
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2022 Kategorie:Französischer Film Kategorie:Filmkomödie