Otto Rösner (* 7. Februar 1910 in Horoslar, Dobrudscha, Königreich Rumänien; † 15. Dezember 1987 in Limburg an der Lahn) war ein deutscher Diplom-Agronom (Kolonialwirt), Unternehmer und Verbandsfunktionär. Von 1976 bis 1987 war er Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Dobrudscha- und Bulgariendeutschen.

Leben Otto Rösner wurde 1910 als ältester Sohn des Gutsbesitzers August Rösner II. und dessen Ehefrau Berta Christiane (geborene Layher) in Horoslar in der rumänischen Dobrudscha geboren. Seine Mutter stammte aus der namhaften bessarabiendeutschen Unternehmerfamilie Layher.

Er besuchte die deutsche Volksschule in Konstanza und wechselte anschließend an das Deutsche Gymnasium in Bukarest. Daraufhin schloss er eine Ausbildung an der Höheren Handelsschule in Kronstadt ab. Ab 1928 absolvierte er ein Studium der Tropen- und Koloniallandwirtschaft an der Deutschen Kolonialschule in Witzenhausen, das er 1931 als Diplom-Agronom (Diplomkolonialwirt) erfolgreich beendete.

Otto Rösner verstarb am 15. Dezember 1987 im Alter von 77 Jahren in Limburg an der Lahn. Er wurde am 21. Dezember 1987 auf dem Limburger Friedhof im Familiengrab beigesetzt. An der Trauerfeier nahmen zahlreiche Weggefährten, Verbandsvertreter sowie eine Ehrenwache der Trachten- und Kulturgruppen teil. Seine Ehefrau Titti Rösner verstarb 1993.

Berufsleben und Zweiter Weltkrieg Nach Abschluss seines Studiums kehrte Rösner 1931 in die Dobrudscha zurück, um auf den elterlichen landwirtschaftlichen Gütern in Horoslar zu arbeiten. Am 18. September 1938 heiratete er die aus Siebenbürgen stammende Lehrerin Titti (geb. 1912 in Hermannstadt), die an deutschen katholischen Schulen in der Dobrudscha unterrichtete.

Im Zuge der geopolitischen Umwälzungen des Zweiten Weltkriegs und der Umsiedlung der Volksdeutschen („Heim ins Reich“) verließ die Familie 1940 die Dobrudscha. Rösner wurde vom Reichsernährungsamt dienstverpflichtet und ins Wartheland (Polen) versetzt. Angesichts des Vorrückens der Roten Armee floh die Familie im Februar 1944. Nach mehr als einjähriger Flucht im Treck gelangte Rösner mit seinen Angehörigen im August 1945 nach Limburg an der Lahn, der Heimatstadt seines Schwiegervaters.

Nachkriegszeit und Unternehmertum In Limburg baute Rösner unter den schwierigen Bedingungen der Nachkriegszeit eine neue Existenz auf. Er gründete eine Gärtnerei sowie ein Fuhrunternehmen, das sich zur Bahnspedition Rösner entwickelte und später von seinen Kindern weitergeführt wurde.

Verbandsarbeit Kurz nach Kriegsende gründeten Rösner und Arthur Leyer den Verband der Umsiedler aus der Dobrudscha und Südbukowina (später Verband der Umsiedler aus der Dobrudscha und Südbuchenland e. V.) und fungierte zeitweise als dessen Präsident. Der Verband setzte sich insbesondere für die Entschädigung und Rückerstattung des in der Heimat zurückgelassenen Vermögens ein.

Ab 1973 wirkte er im Vorstand der Landsmannschaft der Dobrudschadeutschen mit, zunächst als stellvertretender Vorsitzender unter Oberstudienrat Otto Klett. Nach Kletts Tod übernahm Rösner 1976 den Bundesvorsitz des Verbandes, den er bis zu seinem Tod im Jahr 1987 innehatte.

Gemeinsam mit seiner Ehefrau Titti gründete und edierte er das Mitteilungsblatt Der Dobrudschabote, das zum zentralen Bindeglied für die weltweit verstreuten dobrudschadeutschen Familien wurde. Rösner förderte den Aufbau des Dobrudschamuseums in der Patenstadt Heilbronn. Trotz der Verluste durch mehrmaligen Umzug finden sich heute große Teile davon im Heimatmuseum der Deutschen aus Bessarabien und der Dobrudscha.

Rösner pflegte intensive Kontakte zur rumänischen Botschaft in Bonn sowie zum rumänischen Kulturverband Asociația România in Bukarest, wodurch er ab 1975 mehrere Studien- und Heimatreisen in die alte Heimat organisierte. Für seine Verdienste um die deutsch-rumänischen Beziehungen wurde ihm 1977 die staatliche Erinnerungsplakette der 100-jährigen Unabhängigkeit Rumäniens verliehen.

Literatur Mitteilungsblatt der Landsmannschaft der Dobrudscha- und Bulgariendeutschen e. V., (Jahrgänge 1976–1988). Gerlinde Stiller-Leyer: Nachruf auf Otto Rösner**. In: Der Dobrudschabote, 16. Jahrgang, S. 52. Florian Müller: Ing. agr. grad. Otto Rösner, Gedenkrede für Bundesvorsitzenden Otto Rösner. In: Der Dobrudschabote, 12. Jahrgang Nr. 33, S. 5.

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