Lördagsgodis (schwedisch) bzw. lørdagsgodis oder lørdagsgodteri (norwegisch), wörtlich „Samstagssüßigkeiten“ oder „Samstagsbonbons“, ist eine schwedisch-norwegische Tradition, bei der Kinder ausschließlich samstags Süßigkeiten oder Bonbons essen dürfen. Sie funktioniert ähnlich wie der Weihnachtsmann und seine Liste der unartigen Kinder: Kinder werden samstags mit Süßigkeiten belohnt, wenn sie sich während der Woche gut benommen haben, unter anderem, indem sie auf Süßes verzichtet haben.
Geschichte Die Tradition geht auf eine schwedische Gesundheitsempfehlung von 1959 zurück und folgte auf die staatlich finanzierten Vipeholm-Experimente, bei denen Patienten des Vipeholm-Krankenhauses für Menschen mit geistiger Behinderung in Lund ohne ihr Wissen große Mengen Süßigkeiten verabreicht wurden, um zu untersuchen, ob eine zuckerreiche Ernährung Karies verursacht. Im Lauf der Zeit wurde aus der ursprünglichen Empfehlung eine feste Gewohnheit für Kinder wie Erwachsene, samstags Süßigkeiten zu essen, ein Ereignis, auf das man sich während der Woche freut.
In Schweden ist es üblich, Lördagsgodis abgewogen an sogenannten Süßigkeitenwänden in Supermärkten zu kaufen. Der Süßigkeitenkonsum begann in den 1980er-Jahren zu steigen; in den 2010er-Jahren hatte Schweden den weltweit höchsten Pro-Kopf-Konsum an Süßigkeiten. Stand 2015 erwog die schwedische Regierung angesichts des hohen Konsums und im Bemühen um eine bessere Volksgesundheit eine verpflichtende Regelung der Samstagssüßigkeit.
Einzelnachweise
Kategorie:Tradition Kategorie:Essen und Trinken (Schweden) Kategorie:Essen und Trinken (Norwegen)