mini|Zeitgenössisches Porträt von Miguel de Vasconcelos Miguel de Vasconcelos e Brito (* um 1590; † 1. Dezember 1640 in Lissabon) war ein portugiesischer Politiker und Staatsmann. Er amtierte von 1635 bis 1640 als letzter Staatssekretär (Secretário de Estado) Portugals während der spanischen Herrschaft der Habsburger.

Leben und Wirken Vasconcelos amtierte in den letzten Jahren der Iberischen Union als leitender Minister unter der spanischen Statthalterin Margarete von Savoyen, der Herzogin von Mantua. Aufgrund seiner rigorosen Steuerpolitik im Auftrag des spanischen Premierministers Olivares und der rücksichtslosen wirtschaftlichen Auspressung des Landes zog er den extremen Hass der portugiesischen Bevölkerung und des Adels auf sich und galt weithin als Kollaborateur und Verräter.

Am Morgen des 1. Dezember 1640 stürmte eine Gruppe von vierzig Verschwörern im Zuge der portugiesischen Revolution den königlichen Palast in Lissabon, um die Unabhängigkeit auszurufen und Johann IV. auf den Thron zu heben. Vasconcelos versuchte sich in einem Wandschrank seines Büros unter Aktenbergen zu verstecken, wurde jedoch entdeckt, von den Aufständischen ermordet und anschließend aus dem Palastfenster auf den Marktplatz geworfen. Seine Tötung markierte das symbolische Ende der sechzigjährigen spanischen Fremdherrschaft über Portugal.

Literatur André Canhoto Costa: Os Secretários e o Estado do Rei: Luta de Corte e Poder Político (Séculos XVI–XVII), Lissabon 2008 (portugiesisch, als PDF abrufbar auf academia.edu).

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