Das Rock- & Pop-Museum Niederbüren ist ein privat getragenes Musikmuseum in Niederbüren im Schweizer Kanton St. Gallen. Es wurde im Juli 2013 eröffnet und dokumentiert anhand von Auszeichnungen, Fotografien, Autogrammen, Tonträgern, Objekten sowie audiovisuellen Medien die Entwicklung der populären Musik vom frühen 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Geschichte Ausgangspunkt des Museums war die seit den 1990er-Jahren von Roland «Tschiibii» Grossenbacher und seiner Frau Uschy Grossenbacher aufgebaute Sammlung. Als erstes Exponat erwarb Roland Grossenbacher eine goldene CD von Van Morrison. Im Jahr 2005 erweiterte das Paar die Sammlung unter anderem um 45 Gold- und Platinauszeichnungen der Beatles, die in den Vereinigten Staaten verliehen worden waren.

Im Februar 2012 wurde der Verein Rock- & Pop-Museum Niederbüren gegründet. Nach dem Umbau von Räumen im Arbeiterhaus einer ehemaligen Textilfabrik im Sorntal wurde das Museum am 5. und 6. Juli 2013 eröffnet.

Roland Grossenbacher prägte das Museum während des ersten Jahrzehnts als Vereinspräsident und Museumsführer. Zur langfristigen Sicherung des Bestands veräusserten Roland und Uschy Grossenbacher die Exponate dem Museumsverein. Im Jahr 2023 traten sie aus dem Vorstand zurück; das Vereinspräsidium übernahm Severo Marchionne. Das Museum wird weiterhin vom gleichnamigen Verein getragen.

Sammlung und Ausstellung mini|Ein Teil der 45 Gold- und Platinauszeichnungen der US-Plattenindustrie für die Beatles Die Dauerausstellung ist weitgehend chronologisch angelegt und behandelt rund ein Jahrhundert Rock- und Popgeschichte. Anders als personenzentrierte Musikmuseen stellt sie die Entwicklung verschiedener Stile, Künstlerinnen und Künstler sowie Bands in einen zeitlichen Zusammenhang. Zu den gezeigten Objektgruppen gehören Silber-, Gold- und Platinauszeichnungen, signierte Tonträger, Plakate, Fotografien, Autogramme, Kleidungsstücke und weitere Erinnerungsstücke. Nach Angaben des Tages-Anzeigers umfasste die Ausstellung 2023 rund 6000 Autogramme und 200 Auszeichnungen aus fast zehn Jahrzehnten.

Einen Schwerpunkt bildet die «Beatles Hall of Fame» mit 45 Gold- und Platinauszeichnungen, die den Beatles in den Vereinigten Staaten verliehen wurden. Weitere Sammlungsstücke beziehen sich unter anderem auf W. C. Handy, The Rolling Stones, The Kinks, Frank Sinatra, Traveling Wilburys, Bob Marley, Creedence Clearwater Revival, Michael Jackson, U2 und Vertreter der Schweizer Popmusik. Film- und Tonaufnahmen ergänzen die ausgestellten Originale.

Vermittlung und Betrieb Die Vermittlung erfolgt vor allem in geführten Rundgängen, in denen die Exponate mit Musikbeispielen und Hintergrundgeschichten verbunden werden. Führungen können für Gruppen vereinbart werden; daneben bietet der Verein an ausgewählten Terminen sogenannte Drop-in-Führungen für Einzelpersonen und kleine Gruppen, freie Besichtigungen sowie weitere Anlässe zur Rock- und Popgeschichte an. Das Museum wird weitgehend ehrenamtlich betrieben.

Rezeption Schweizer Medien berichteten bereits zur Eröffnung über das Museum. Radio SRF 3 bezeichnete es 2013 als erstes Schweizer Rock- und Popmuseum und hob sowohl den Umfang der Sammlung als auch die persönliche Vermittlung durch Roland Grossenbacher hervor. Ein ausführliches Porträt im Tages-Anzeiger berichtete 2023 zum zehnjährigen Bestehen von mehr als 30.000 bisherigen Besucherinnen und Besuchern und zitierte den Memorabilienhändler Ralf Zurloh mit der Einschätzung, die Sammlung besitze historische Bedeutung und bilde eine beachtliche zeitliche Bandbreite ab. Das St. Galler Tagblatt nahm das Museum 2024 in eine Auswahl kleiner, besonderer Museen der Ostschweiz auf.

Weblinks Offizielle Website des Rock- & Pop-Museums Niederbüren

Einzelnachweise

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