Sankt Peter-Freienstein (übliche Schreibweise St. Peter-Freienstein; Abkürzung St. Peter-Frst.) ist eine Marktgemeinde in Österreich mit Einwohnern (Stand ) im Gerichtsbezirk bzw. Bezirk Leoben in der Obersteiermark.
Geographie
Der Ort liegt am Südostrand der Eisenerzer Alpen im Vordernbergertal in dessen unterem Abschnitt, der das Trofaiacher Becken mit dem Oberen Murtal bei Leoben verbindet.
Gemeindegliederung
Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Hessenberg () Sankt Peter-Freienstein () Tollinggraben () Traidersberg ()
Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Hessenberg, St. Peter-Freienstein, Tollinggraben und Traidersberg.
Nachbargemeinden
Tollinggraben
Der Graben an der Grenze zu Leoben, zuvor eng und verwachsen, wurde 2024/2025 mit Kosten von 25 Mio. € aufgeweitet und im Zuge des Hochwasserschutzprojekts Unterer Tollingbach aufnahmefähig für Oberflächenwasser gemacht und als Erholungsgebiet ausgestaltet.
Geschichte mini|Die vormalige Staatsherrschaft Freienstein um 1830, Lith. Anstalt J.F. Kaiser, Graz 800 v. Chr.: Urnenfelderzeitliche Siedlung auf dem Kulm (Funde) 600: Einwanderung der Alpenslawen, die das Gebiet Liubina nennen. 900: Beginn der Bayernbesiedlung 900 bis 1150: Amtssitz der Grafschaft Leoben im Gebiet des heutigen St. Peter Freienstein 1140: erstmalige Erwähnung des Burggrafen Ortwein in St. Peter (auf Alt-Freienstein) 1160: Nennung von St. Peter 1265: urkundliche Erwähnung der cella sancti petri 1293: Erwähnung von Truntisperch ob Donawitz (Katastralgemeinde Traidersberg) 1445: St. Peter ist eigenständige Zukirche von Trofaiach 1830 bis 1921: Kohlebergbau im Tollinggraben 1872: Eröffnung der Bahnlinie Leoben-Vordernberg 1874: Errichtung des eigenen Postamtes St. Peter-Freienstein 1893: Bau des ersten eigenen Feuerwehrhauses in St. Peter-Freienstein 1974: Verleihung des Gemeindewappens 2000: Erhebung zur Marktgemeinde (mit Wirkung 1. Juli 1999) 2014: Am 1. Juni wurde der Polizeiposten in St. Peter-Freienstein geschlossen. Der Ort wird vom Posten Trofaiach aus betreut.
Der heutige Ortsname ist kein Doppelname aus zwei Orten, sondern eine Beifügung der ehemaligen Herrschaft, zu der St. Peter gehörte (wie bei Eichberg-Trautenburg).
Einwohnerentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Pfarrkirche St. Peter-Freienstein mini|Wallfahrtskirche Maria Freienstein mini|Schloss Friedhofen um 1830, Lith. Anstalt J.F. Kaiser, Graz
Schloss Freienstein Schloss Friedhofen Katholische Pfarrkirche St. Peter-Freienstein Katholische Wallfahrtskirche Maria Freienstein Salinenmuseum Berg-Werk-Zeug (Bergwerkzeug-Ausstellung)
Regelmäßige Veranstaltungen Peter-und-Paul-Lauf Krampuslauf Dartclubfest Marktfest Kirtag Faschingsumzug Maibaum-Umschneiden
Wirtschaft und Infrastruktur Industrie 1817 errichtete Andreas Töpper in der Gmeingrube das zweite Blechwalzwerk in der Steiermark. Bereits 1818 verkaufte er dieses Werk seinem Schwager Mathias Jandl, der das Werk weiter ausbaute. 1834 war beim Blechwalzwerk ein repräsentatives Herrenhaus entstanden, das noch heute steht. 1872 kam das Werk an die Innerberger Hauptgewerkschaft und 1881 an die Österreichisch-Alpine Montangesellschaft. 1900 ließ die Alpine das Blechwalzwerk auf und verkaufte es an den deutschen Industriellen Carl Cosack, der am Standort einige Jahre eine Papierfabrik betrieb.Hans Jörg Köstler: Hütten und Hämmer – Entstehen und Vergehen kleinerer Eisenwerke in der Umgebung von Leoben. Obersteirischer Kulturbund, Leoben 2002, ISBN 3-902267-01-1, S. 25 ff.
Der derzeit größte Arbeitgeber in St. Peter-Freienstein ist die voestalpine Austria Draht. Der alte Name voestalpine Draht Donawitz würde zwar darauf schließen lassen, dass sich dieser Betrieb im Stadtteil Donawitz der Nachbarstadt Leoben befindet, er liegt aber großteils auf dem Gemeindegebiet von St. Peter-Freienstein, am Nordwestende des Donawitzer Hüttenwerks.
Weitere Betriebe im Gewerbepark St. Peter-Freienstein: Bofrost Cleaning Service Billa Porsche Leoben, Autohaus Fraiss Personentransporte
Soziale Einrichtungen Kindergarten Volksschule Musikschule Kinderfreundeheim Altenheim Arzt- und Zahnarztpraxis
Vereine ASKÖ SC St. Peter (Fußball) EV St. Peter (Eisschützenverein; mehrere internationale Titel) Freiwillige Feuerwehr Sankt Peter-Freienstein Musikverein Männergesangsverein Frauensingkreis Krampusverein „Freiensteiner Teifl“ Theaterverein Freienstein Dartclub „Checkout“ Verein Freiensteiner Volkskultur
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus 15 Mandataren. Die Gemeinderatswahl 2005 brachte folgendes Ergebnis: SPÖ 7, ÖVP-Bgm. Fritz Kreisl: 8. Die Gemeinderatswahl 2010 brachte folgendes Ergebnis: SPÖ: 8, ÖVP: 7. Die Gemeinderatswahl 2015 brachte folgendes Ergebnis: SPÖ: 8, ÖVP: 4, Wir für Freienstein: 2, FPÖ:1 Die Gemeinderatswahl 2020 brachte folgendes Ergebnis: SPÖ: 9, ÖVP: 5, FPÖ: 1.
Bürgermeister Bürgermeister von Sankt Peter-Freienstein ist Wolfgang Gomar (Seit dem 10. Januar 2024).
Regionalpolitik St. Peter-Freienstein ist Mitglied im Gemeindeverband HerzBergLand (Kleinregion Reitlingblick).
Anlässlich der Gemeindestrukturreform der Steiermark 2010–2015 führte die Gemeinde Gespräche mit den Nachbargemeinden bezüglich einer Gemeindezusammenlegung. In Frage kamen die Stadt Trofaiach (zu der seit 1. Jänner 2013 auch Gai und Hafning gehören), mit der es die Lage im Trofaiacher Becken teilt und schon im Gemeindeverband HerzBergLand zusammenarbeitet, die Stadt Leoben, mit der es das voestalpine-Werk Donawitz verbindet (das Drahtwerk liegt auf St.-Peter-Freiensteiner Gebiet), oder Traboch, das ebenfalls im Gemeindeverband Mitglied ist und selbst eine Fusion mit Leoben als möglich ansah.Gemeindestrukturreform. Perspektiven von St. Peter-Freienstein. Amtliche Mitteilung (Postwurf), Juni 2012 (pdf, 201 kB) Letztlich blieb St.Peter-Freienstein eine selbständige Gemeinde.
Städtepartnerschaften Lipót (Ungarn) Hédervár (Ungarn)
Persönlichkeiten Ehrenbürger 2014: Fritz Kreisl, Bürgermeister von St. Peter-Freienstein (1995–2009) und Landtagsabgeordneter der Steiermark (2000–2005)Erster Ehrenbürger in St. Peter-Freienstein, abgerufen am 12. Juli 2025Erster Ehrenbürger, abgerufen am 12. Juli 2025
Ehrenringträger 2019: Gottfried Hubmann (* 1969), Musiker, Musikpädagoge, Verleger und Komponist und ArrangeurHarmonika-WM in St. Peter-Freienstein – Feierliche Eröffnung der „Knöpferl-Weltmeisterschaft“, abgerufen am 12. Juli 2025Prof. Gottfried Hubmann, BA – Fachvorstand Steirische Harmonika, abgerufen am 12. Juli 2025
Söhne und Töchter der Gemeinde Wilhelm Bleyer (1902–1979), Politiker (ÖVP), Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat (1945–1962) Franz Fekete (1921–2009), SS-Hauptscharführer, Politiker (SPÖ), Bürgermeister von Kapfenberg (1963–1987)Markus Sulzbacher: Warum das Kapfenberger Fußballstadion nach einem SS-Mann benannt ist. In: derStandard.at, 21. November 2022, abgerufen am 24. November 2022. Isabella von Freienstein (eigentlich Isabella Steindl; * 1981), Künstlerin Max Jessner (1903–1974), Politiker (SPÖ), Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat (1956–1966) Franz Kainersdorfer (* 1967), Vorstandsmitglied der Voestalpine AG, Leiter der Metal Engineering Division Anton Lanner (1882–1924), Politiker (parteilos), Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat (1920–1923), Mitglied des österreichischen Bundesrates (1923–1924) Otto Reithofer (1902–1965), Geologe
Personen mit Bezug zur Gemeinde Lisa Eckhart (* 1992), Kabarettistin
Weblinks
Website der Gemeinde
Einzelnachweise
Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Leoben Kategorie:Eisenerzer Alpen Kategorie:Hochschwabgruppe Kategorie:Ort im Einzugsgebiet Vordernberger Bach Kategorie:Ersterwähnung 1160