Elisabeth Stecke van Beeck (* unbekannt; † 5. Mai 1445) war von 1426 bis 1445 Fürstäbtissin des Stifts Essen.
Leben und Wirken Die Vorgängerin von Elisabeth Stecke van Beeck, Margarete von der Mark, verzichtete 1426 auf ihr Amt als Äbtissin. Nun gab es zwei politische Gruppierungen, die die Wahl der neuen Äbtissin für sich zu gewinnen versuchten. Hierbei handelte es sich zum einen um den Herzog von Kleve unterstützt durch das Erzbistum Köln und zum anderen um den Graf von der Mark verbündet mit den Grafen von Limburg und Berg. Die Kandidatin der märkischen Partei war Margarete von Limburg. Sie war seit dem Jahr 1396 Stiftsdame in Essen und seit 1408 Pröbstin in Rellinghausen. Elisabeth Stecke van Beeck war die Kandidatin der Klever Seite. Sie stammte aus einem Edelherrengeschlecht. Auch sie war seit dem Jahr 1396 Stiftsdame in Essen und seit 1409 dort Dechantin.
Es wählten elf Stiftsdamen und zwölf Kanoniker. Davon wählten acht Stiftsdamen Elisabeth Stecke van Beeck und zehn Kanoniker Margarete von Limburg. Somit hatten die Kanoniker erstmals in der Geschichte des Essener Stifts die Stiftsdamen überstimmt. Die Stiftsdamen erklärten jedoch, nur ihnen sei durch König und Papst das Wahlrecht verliehen worden, daher könnten die Kanoniker die Wahl nicht entscheiden. Beide Seiten proklamierten ihre Kandidatin als neue Äbtissin. Dies führte zum sog. zweiten Essener Äbtissinnenstreit.
Im Juni 1426 bestätigte Papst Martin V. zunächst Margarete von Limburg, zog dann aber die Betätigung zurück, erklärte die Wahl für ungültig und setzte Elisabeth Stecke van Beeck als neue Äbtissin ein. Für diese hatten sich der Kardinallegat de Ursinis und der Erzbischof von Trier, Otto von Ziegenhain beim Papst verwendet. Am 23. Oktober 1426 informierte der Papst die Essener Lehnsträger über seine Entscheidung. In der Zwischenzeit hatte Elisabeth bereits mit den anderen Stiftsdamen aus Essen in das Schloss Borbeck fliehen müssen, wo sie von Brüdern der Margarete von Limburg belagert wurden. Doch ihnen eilte Borchardt Stecke, ein Verwandter der neuen Äbtissin zur Hilfe, brachte Nahrungsmittel und nahm fünfzig Gefangene. Daraufhin besetzten die Limburger die Essener Abtei und entzogen den Stiftsdamen die Einkünfte aus ihren Gütern. Anfang Januar 1427 verhängte Rom gegen die Aufrührer das Interdikt. Es kam aber zunächst nicht zur Anwendung, da die Kanoniker es nicht vollstreckten. Erst als der Papst im April 1427 damit drohte, die Kanoniker ihrer Ämter zu entheben, gaben sie ihren Widerstand auf. Doch ein Teil der Lehnsträger bekämpfte die neue Äbtissin weiter, wie sich aus verschiedenen Fehdebriefen gegen sie aus dem Jahr 1427 ergibt.
Erst im Februar 1428 kehrte nach einem durch den päpstlichen Legat ausgehandelten Waffenstillstand Friede ein. Im Jahr 1428 erhielt Elisabeth auch die kaiserliche Belehnung.
Elisabeth Stecke van Beeck regierte das Stift Essen als Äbtissin knapp 20 Jahre bis zu ihrem Tod am 5. Mai 1445. In diese Zeit fiel auch eine Pestepidemie im Stift und der Stadt Essen in den Jahren 1400 und 1401. Ferner kam es in Essen 1439 zu einem großen Stadtbrand, der die halbe Stadt zerstörte. Elisabeth Stecke van Beeck wurde nach ihrem Tod im Essener Münster beigesetzt.
Einzelnachweise
Kategorie:Äbtissin (Essen) Kategorie:Geboren im 14. oder 15. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1445 Kategorie:Frau