mini|Hedda Andersson Hedda Albertina Andersson (* 24. April 1861 in Malmö, Schweden; † 7. September 1950 in Lund, Schweden) war eine schwedische Medizinerin. Sie war die zweite Frau, die an der Universität Lund studierte. Später wurde sie die erste Ärztin in Skåne und die zweite in ganz Schweden. Sie war die Erste in ihrer Familie, die eine Hochschulbildung erlangte.http://lup.lub.lu.se/luur/download?func=downloadFile&recordOId=3910875&fileOId=3990595

Leben und Werk Andersson wurde als zweites Kind des Hafenarbeiters Jöns Andersson und seiner Frau Johanna Maria geboren. Das erste Kind des Paares starb im Säuglingsalter und drei jüngere Geschwister starben früh an Masern und Scharlach. Ihr Vater starb mit 28 Jahren. In der Familie ihrer Mutter gab es eine lange Tradition in Medizin und Gesundheitswesen, die ein Einkommen sicherte. Andersson stammte in direkter Linie von sechs Generationen weiser alter Frauen ab, deren Tradition bis ins späte 17. Jahrhundert zurückreicht. Diese Laienheilerinnen waren auf Knochenbrüche und Wundheilung spezialisiert. Das medizinische Wissen wurde von Mutter zu Tochter weitergegeben. Anderssons Urgroßmutter Maria Nilsdotter behandelte sowohl Menschen als auch Tiere. Sie wurde die Kuhfrau genannt, und ihre Kuhfrauensalbe war sehr beliebt und bis in die 1960er-Jahre in Apotheken erhältlich. Sowohl sie als auch ihre Tochter Elna Hansson, die Lund-Frau genannt wurde, wurden wegen Scharlatanerie angeklagt. Ihrer Mutter Johanna Maria Andersson gelang es, einer Anklage zu entgehen. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Feldchirurgin in Stockholm und soll König Karl XV. geholfen haben, der sich am Bein verletzt hatte. Seine beiden Ärzte konnten das Bein nicht heilen, doch Johanna Maria Andersson gelang es. Der König war so beeindruckt, dass er ihr ein Zertifikat ausstellte, das ihr das Recht verlieh, Feldchirurgin zu sein.

Die Tätigkeiten von Anderssons Großmutter und Mutter ermöglichten ihr die Mittel für eine Ausbildung. Sie erhielt Privatunterricht von einer Lehrerin und schloss die Schule als Privatschülerin ab. Die Schulen in Malmö waren damals für Frauen nicht zugänglich. Nach ihrem Abschluss wurde sie als Studentin an der Universität Lund immatrikuliert. Während ihres Studiums sammelte Andersson praktische Erfahrung sowohl im Krankenhaus Lund als auch am Karolinska-Institut in Stockholm. Dort lernte sie Schwedens erste Ärztin, Karolina Widerström, kennen. Nach ihrem Medizinstudium setzte Andersson 1887 ihre Studien zunächst in einem Krankenhaus in Kopenhagen fort, dann in Leipzig bei dem Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, Max Sänger. 1892 erlangte sie die Approbation. Sie arbeitete von 1892 bis 1895 als Assistenzärztin im Ronneby Brunn Hospital.

1892 eröffnete sie ihre eigene Arztpraxis in Malmö, zog aber 1895 nach Stockholm. Dort war ein Teil der Wohnung als Praxis eingerichtet, wie es bei Ärzten, Zahnärzten und Physiotherapeuten üblich war. Anderssons Mutter praktizierte bis 1903 in Lund weiter und zog dann zu ihrer Tochter nach Stockholm.

Wie Karolina Widerström spezialisierte sich auch Andersson auf Gynäkologie. Schwedens dritte Ärztin Maria Folkeson, die 1896 ihr Studium abschloss, arbeitete ebenfalls als Gynäkologin. Die Ärztinnen stellten fest, dass Frauen nur sehr wenig über ihre Anatomie, Sexualität, Geburt und sexuell übertragbare Krankheiten wussten. Sie sahen es als ihre besondere Aufgabe an, Frauen in diesen Bereichen aufzuklären.

Andersson engagierte sich auch außerhalb ihrer ärztlichen Praxis und war Mitglied des Schulrats der Engelbrekt-Schule und später der Hedvig-Eleonora-Schule in Stockholm. Sie war Sekretärin des Vereins für Gesundheitsversorgung in Armenhäusern, Mitglied des Rentenausschusses und medizinische Gutachterin in einem Stockholmer Pflegeheim. Außerdem war sie Mitglied des Verbandes der Ärztinnen und der Fredrika-Bremer-Vereinigung, in der sie auch im Gesundheitsausschuss tätig war.

1917 zog Andersson nach Växjö. 1925 ging sie nach 32 Jahren als niedergelassene Ärztin in den Ruhestand. Sie kehrte nach Schonen zurück und bezog eine Wohnung in ihrer Heimatstadt Lund. Andersson starb 1950 im Alter von 89 Jahren und ist auf dem Nordfriedhof St. Pauli in Malmö begraben. mini|Hedda Anderssongymnasiet in Lund, 2025 Ehrungen Die Gemeinde Lund hat ihr Andenken geehrt, indem sie an dem Haus in der Karl-XI-Straße ein Schild angebracht hat. In Lund wurde 2018 das Hedda-Andersson-Gymnasium nach ihr benannt. 2009 wurde an der Universität Lund die Hedda-Andersson-Gastprofessur eingerichtet.

Literatur Andrea Andreen: Karolina Widerström: en levnadsteckning, Sveriges kvinnliga läkares fören. Stockholm, 1988. Ingegerd Edin: En benbrottsläkarsläkt: Lundakvinnan Elna Hansson – femte generationen. Rabén & Sjögren, Stockholm, 1991.

Weblinks

Svenskt kvinnobiografiskt lexikon (englisch) Hedda Andersson. Sveriges andra kvinnliga läkare.(PDF) (schwedisch)

Einzelnachweise

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