Sławomir Górzyński (* 21. August 1962 in Belgrad) ist ein polnischer Historiker, Heraldiker, Genealoge, Verleger und Professor der Geisteswissenschaften. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den historischen Hilfswissenschaften, insbesondere Heraldik, Genealogie und Epigraphik, sowie in der Sozialgeschichte des Adels und der politischen und gesellschaftlichen Eliten Mittel- und Ostmitteleuropas. Einen besonderen Schwerpunkt bilden die habsburgischen Länder, insbesondere Galizien, die dortige Aristokratie sowie Nobilitierungen und Standeserhebungen im 18. und 19. Jahrhundert.

Ausbildung und wissenschaftliche Laufbahn Von 1981 bis 1986 studierte Górzyński Geschichte an der Universität Warschau. Anschließend absolvierte er von 1987 bis 1992 ein Doktorandenstudium am Historischen Institut der Polnischen Akademie der Wissenschaften.

2007 wurde er mit einer Arbeit über die polnische Aristokratie in Galizien promoviert, die später unter dem Titel Arystokracja polska w Galicji. Studium heraldyczno-genealogiczne veröffentlicht wurde. 2013 habilitierte er sich. Am 23. Januar 2023 verlieh ihm der Präsident der Republik Polen den staatlichen Professorentitel in den Geisteswissenschaften im Fach Geschichte.BESCHLUSS DES PRÄSIDENTEN DER REPUBLIK POLEN über die Verleihung des Professorentitels. (PDF) In: eli.gov.pl, 23. Januar 2023 (# 1, polnisch).

Forschungen zu Mitteleuropa und den habsburgischen Ländern Seit den 1980er Jahren beschäftigt sich Górzyński mit Nobilitierungen, Standeserhebungen und der sozialen Struktur des Adels in Galizien und anderen Gebieten der Habsburgermonarchie. Zu seinen frühen Arbeiten gehört der deutschsprachige Beitrag Standeserhebungen in Galizien 1772–1918, der 1991 in der Zeitschrift Adler erschien.

Seine Monographie Nobilitacje w Galicji w latach 1772–1918 erschien 1997; eine überarbeitete Ausgabe folgte 1999. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Bildung und rechtliche Stellung der galizischen Aristokratie und des Herrenstandes nach der Eingliederung Galiziens in die Habsburgermonarchie. Diese Forschungen mündeten unter anderem in die Monographie Arystokracja polska w Galicji. Studium heraldyczno-genealogiczne (2009).

Darüber hinaus untersucht er die Beziehungen polnischer Adels- und Magnatenfamilien zu den politischen und gesellschaftlichen Strukturen Mitteleuropas, darunter die Familien Radziwiłł, Czartoryski und andere Eliten der ehemaligen polnisch-litauischen Adelsrepublik. Seine Arbeiten verbinden dabei genealogische und heraldische Quellen mit Verwaltungsakten, Nobilitierungsakten und archivalischen Überlieferungen aus Wien und anderen mitteleuropäischen Archiven.

Górzyński ist Mitglied der Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft ADLER in Wien und beteiligt sich an internationalen Tagungen zur Heraldik, Genealogie und Adelsgeschichte.

Verlagstätigkeit 1991 gründete Górzyński gemeinsam mit Krzysztof Dąbrowski den wissenschaftlichen Verlag Wydawnictwo DiG und wurde dessen Chefredakteur. Die heutige offene Handelsgesellschaft firmiert als Wydawnictwo DiG Sp.j. Iwona Dacka-Górzyńska, Sławomir Górzyński; Gesellschafter sind Sławomir Górzyński und seine Ehefrau, die Historikerin Dr. Iwona Dacka-Górzyńska.„Wydawnictwo DiG Sp.j. Iwona Dacka-Górzyńska, Sławomir Górzyński“ In: Wydawnictwo DiG. ( aktuelle Verlags- und Unternehmensangaben)

Seit 2010 redigiert Górzyński den Rocznik Polskiego Towarzystwa Heraldycznego. Außerdem ist er Chefredakteur des Rocznik Skierniewicki und betreut Bände der Reihe Fasci Radzivilliani.

Wissenschaftliche Gesellschaften Górzyński ist Gründungsmitglied der Polnischen Heraldischen Gesellschaft und seit 2010 deren Präsident.Zarząd Towarzystwa. In: Polskie Towarzystwo Heraldyczne (polnisch). Er gehört außerdem der Internationalen Akademie für Genealogie, der Académie Internationale d’Héraldique und der Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft ADLER an.

Er ist ferner Mitglied der wissenschaftlichen Gesellschaft Towarzystwo Naukowe Warszawskie, Abteilung II für historische, soziale und philosophische Wissenschaften.Mitglieder. In: Towarzystwo Naukowe Warszawskie (polnisch).

Auszeichnungen und Preise 2012: Verleihung des Ritterkreuzes des Ordens Polonia Restituta durch Präsident Bronisław Komorowski „für herausragende Verdienste um das Verlagswesen und die wissenschaftliche Tätigkeit“ 2023: Offizierskreuz des Verdienstordens für Litauen 2024: Ehrenabzeichen „Bene Merito“

Ausgewählte Veröffentlichungen Standeserhebungen in Galizien 1772–1918, Adler. Zeitschrift für Genealogie und Heraldik, Bd. 16, 1991, Heft 3. Nobilitacje w Galicji w latach 1772–1918, Warschau 1997; 2., korrigierte Auflage 1999. Arystokracja polska w Galicji. Studium heraldyczno-genealogiczne, Warschau 2009. Arystokracja polska w Galicji – zmiana czy trwanie, in: Nobilitace ve světle písemných pramenů, Ostrava 2009. Unia lubelska 1569. Pieczęcie, herby, Warschau 2019. Orzeł Biały. Źródła do historii herbu państwa polskiego (1815–2015). Tom I: Orzeł Biały 1815–1914, Warschau 2021.

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