Karl Holfeld (* 25. Februar 1902 in Alexandrow, Kongresspolen; † 14. Januar 1972 in Calgary, Alberta) war ein deutschkanadischer lutherischer Geistlicher. Von 1949 bis 1960 war er Präsident des Kanada-Distrikts der Amerikanischen Lutherischen Kirche und anschließend bis 1970 Kirchenpräsident der 1966 autonom gewordenen Evangelisch-Lutherischen Kirche von Kanada.
Biographie Holfeld wurde 1902 in eine deutsche Familie in Alexandrow geboren, das damals als Teil von Kongresspolen zum Russischen Kaiserreich gehörte. Mit drei Jahren emigrierte er mit seiner Familie nach Dafoe in der kanadischen Provinz Saskatchewan. 1920 erlangte Holfeld seinen Abschluss an der Luther Academy in Melville und nahm ein Studium am Luther Seminary der Ohio-Synode in Saint Paul auf, wo er 1925 das Theologische Examen ablegte.
Im selben Jahr wurde er durch die Ohio-Synode ordiniert und trat seine erste Pfarrstelle in Lipton an, wo er bis 1930 blieb. Ein Jahr lang war er als reisender Missionar in Alberta tätig, wo er 1931 die Leitung einer Kirchengemeinde übernahm. 1940 folgte er einem Ruf an die Trinity Lutheran Church nach Regina.
Als Nachfolger von Henry Kroeger wurde Holfeld 1949 zum Distriktspräsidenten des Kanada-Distrikts der Amerikanischen Lutherischen Kirche (ALC) gewählt. 1952 wurde er auf der konstituierenden Versammlung des neu gegründeten Canadian Lutheran Council zu dessen stellvertretendem Vorsitzenden gewählt. Auf Holfelds Einladung hin kam es 1956 erstmals zu einem Treffen aller lutherischen Denominationen in Kanada, bei dem Pläne für eine eigenständige und vereinte kanadische lutherische Kirche besprochen wurden. Als die ALC 1960 in der gleichnamigen Nachfolgekirche aufging, verblieb Holfeld an der Spitze des neu organisierten Kanada-Distrikts. Im Dezember 1964 erlitt Holfeld einen schweren Herzinfarkt, erholte sich jedoch binnen einiger Monate. Der Kanada-Distrikt wurde 1966 von der Mutterkirche unabhängig und nahm den Namen Evangelisch-Lutherische Kirche von Kanada an. Holfeld wurde als Kirchenpräsident der unabhängigen Kirche bestätigt. Zum 31. August 1970 trat er in den Ruhestand, Theodore Jacobson wurde sein Nachfolger.
Holfeld heiratete 1926 Charlotte Scharf, mit der er drei Kinder hatte. Er starb am 14. Januar 1972 in Calgary, wohin er in seinem Ruhestand gezogen war.
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Einzelnachweise
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